Gegen die eigene Werbung dürfte Three UK nichts einzuwenden haben.
Gegen die eigene Werbung dürfte Three UK nichts einzuwenden haben. © Foto:Three UK

Kooperation mit Shine | | von Deutsche Presse-Agentur

Mobilfunker Three will mobile Werbung herausfiltern

Der Mobilfunkanbieter Three will in seinem Netz künftig Werbung aus dem mobilen Internet für Smartphones und Tablets herausfiltern. Die Mobilfunkmarke des Mischkonzerns Hutchison aus Hong Kong, die in Europa in Großbritannien und Italien vertreten ist, schloss dazu eine Partnerschaft mit dem israelischen Anbieter Shine, wie Three UK in London mitteilte. Three wolle damit "ausufernde und irrelevante mobile Werbung" für die Kunden ausfiltern, hieß es. Das umstrittene Filterunternehmen Shine hat damit den ersten Kunden in Europa gewonnen.

Kunden sollten nicht den Datentransfer für übertragene Werbung zahlen müssen - vielmehr sollten die Werbenden diese Kosten tragen, erklärte Three. Werbeblocker auf Netzebene sind umstritten: Kritiker werfen bei solchen Plänen einen Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität vor, also der Gleichbehandlung aller Daten im Internet.

Netzanbieter könnten auf diese Weise bestimmten Datenverkehr ausbremsen und nur gegen Beteiligung an Erlösen oder gegen direkte Bezahlung in der bestmöglichen Geschwindigkeit durchleiten, lautet der Vorwurf. Shine ist ein israelischer Anbieter einer Technologie, die Werbung nicht erst auf dem Smartphone oder Tablet ausfiltert, sondern auf Ebene des Telekommunikationsnetzes. Dieser Weg sei effizienter als spezifische Apps auf den Geräten selbst, teilte Three mit. Mit der Methode könnten Mobilfunk-Anbieter auch Druck auf Internet-Unternehmen ausüben. Sie werfen ihnen oft vor, Geschäfte in dem von ihnen teuer ausgebauten Netz zu machen, ohne sie an den Einnahmen teilhaben zu lassen.

Hutchison will der spanischen Telefónica ihr britisches Mobilfunkgeschäft O2 UK für gut zehn Milliarden Pfund abkaufen und mit Three zusammenlegen. Derzeit prüft die EU-Kommission das Vorhaben. In Italien will Hutchison ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Vimpelcom-Konzern und seinem Anbieter Wind betreiben.

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