Hysterie rund um Consent

Schauen wir auf den Rest des europäischen Wirtschaftsraums, dann tragen bereits mehr als 60 Prozent des Advertising Traffics die nötigen Consent-Signale. Und da am Ende rund 25 Prozent des Traffics gar keine ID-Informationen beinhalten werden, ist 60 Prozent ein durchaus beeindruckender Wert. Ein Wert, von dem wir in Deutschland jedoch noch ein ganzes Stück entfernt sind. Sobald wir die panische Hysterie über das Urteil aber hinter uns gelassen haben, kann Deutschland seinen Teil dazu beitragen, diesen Wert weiter nach oben zu schrauben. Wir können helfen, digitale Werbung mit der Einwilligung der User zu verknüpfen.

Rückblende und Ausblick

Bereits 2014 stand ich auf der Hauptbühne der d3con und sprach über Cookies, Fingerprints, E-Privacy und die Notwenigkeit des User-Consent. Sicher wird sich keiner mehr daran erinnern. Und sicher hatte dieser Vortrag keinen Einfluss auf die Entscheidung aus Brüssel. Aber es tut schon gut, diesen Möglichkeit-zum-Nicht-Nein-heißt-Ja-Knoten nicht mehr im Kopf zu haben. Wir – die Publisher, Advertiser und Technologieanbieter – können uns jetzt darauf fokussieren, unsere Branche auf die nächsten Versionen des Transparency and Consent-Framework vorzubereiten. Und zwar mit mehr Nachdruck und einer klaren Notwendigkeit, die Einwilligung für jegliche digital Identifier in ganz Europa zu standardisieren.


Autor:

Jochen Schlosser

W&V-Kolumnist und "Daten-Doktor" Jochen Schlosser ist promovierter Informatiker und Chief Strategy Officer bei Adform. Seit über 15 Jahren gehört er zu den führenden Köpfen für Datenthemen und -strategien am Markt. Der gebürtige Rheinländer spricht, schreibt und tweetet leidenschaftlich über alles Digitale und dessen Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Er moderiert außerdem den Data Marketing Day von W&V.