| | von Uli Busch

Nach Suite101.de-Büroschließung: Ex-Chefredakteur Westphal mit neuem Projekt Ticula

Dirk Westphal hatte es wohl schon kommen sehen und frühzeitig das sinkende Schiff verlassen. Der Mitbegründer der Burda-Tochter Suite101.de hatte im Sommer diesen Jahres seinen Posten als Chefredakteur bei dem Autorennetzwerk aufgegeben und war ziemlich überraschend gegangen. Damals hatte er angedeutet, dass auf Suite101 größere Veränderungen zukommen. Und die Stellenanzeige, mit der ein Nachfolger für Westphal gesucht wurde, hatte als eine Aufgabe "die Entwicklung der nächsten Generation der Plattform gemeinsam mit dem Team in Vancouver" gelistet.

Nun ist es raus: Der Suite101-CEO und President Peter Berger hat es höchstpersönlich gebloggt. Das deutsche Büro des Autorennetzwerks in Berlin wird im Dezember geschlossen. Zwölf Redakteure rund um Managing Editor Susanne Schick verlieren ihre Stelle. Die Betreuung der deutschen Seite übernehmen zukünftig "die Kollegen in Kanada“, dem Hauptsitz von Suite101. Auch Peter Berger selbst verlässt zum Jahreswechsel das Unternehmen. Im Blog nennt er "private Gründe“. Die Führung übernimmt dann Michael Kedda, der derzeitige Chefredakteur von Suite101.com.

Suite101 knabbert hart an den sogenannten "Panda“-Updates von Google. Autorennetzwerke wie Suite101, oft auch als Content Farmen bezeichnet, lassen freie Autoren Texte und Beiträge zu Themen schreiben, die gerade bei Nutzern sehr gefragt sind, im Sinne von viel im Netz gesucht. Umgekehrt bedeutet das wiederum, dass diese Plattformen ihre Leser überwiegend über Suchmaschinen generieren. Google macht es den Content Farmen nun schwer: in diesem Jahr hat der Suchmaschinen-Gigant mehrfach seinen Suchalgorithmus verändert. Darunter leide der weltweite Traffic von Suite101, so Berger im Blog. Artikel des Netzwerkes werden auf Google nun weiter unten gerankt als vor den Änderungen.

Noch im April hatte sich Dirk Westphal im Interview mit W&V Online recht entspannt gezeigt, was die Auswirkungen der Panda Updates für die deutsche Site betraf. Er glaubt offensichtlich auch jetzt noch weiterhin an das Konzept Autorennetzwerk. Im kommenden Jahr startet er das Projekt "Ticula“. Was genau sich dahinter verbirgt, wollte Westphal im Gespräch mit W&V Online noch nicht verraten. Auf der bereits eingerichteten Website ist zu Lesen : "Publishing. Next Generation“. Es soll ein "Social Publishing mit neuen Maßstäben sein“ und "nachhaltiger“ als derzeitige Angebote, so Westphal. Ein Team für „Ticula“ habe er bereits zusammen.

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