Gründer Jonas Reese (links), Lutz Nocinski.
Gründer Jonas Reese (links), Lutz Nocinski. © Foto:Rent a Rentner

| | von Susanne Herrmann

Rent a Rentner: Kölner Start-up vermittelt Senioren

Der eine sucht eine sinnvolle Beschäftigung, der andere Unterstützung bei einer Tätigkeit zu einem günstigen Preis: Eine Lösung für beide will das Vermittlungsportal Rent a Rentner bieten. "Reich an Erfahrung – günstig im Preis", lockt die Plattform von Jonas Reese und Lutz Nocinski.

Die beiden hatten unabhängig voneinander die Idee, arbeitssuchende Pensionäre an private Auftraggeber zu vermitteln, und haben sich nun zusammengetan. Am 1. August ging ihr Portal online. Die Vermittlung ist kostenlos, die Start-up-Gründer versprechen, dass die Daten der Suchenden geschützt sind. Für die Rentner wird die Plattform auch kostenlos bleiben, verspricht Reese. Obwohl die Plattform momentan noch kein Geld einbringt, wie er zugibt.

Vor allem Babysitten, Aufpassen, Reparaturen, aber auch Hilfe bei Steuern und Korrekturen haben die Anbieter im Sinn. Aber auch Vermögensberatung, Marketing und Architektur stehen im Angebot. Jonas Reese zitiert aus E-Mail-Zuschriften von Rentnern: "Bravo, endlich kann ich meine Kenntnisse als Lektor nochmal anbieten." Oder einen Schlosser, der einfach nur schreibt: "Super, weiter so!"

Die Senioren geben ihre Gehaltsvorstellungen selbst an - und da spiegeln sich dieselben Gefälle wider, die wohl schon zu Dienstzeiten der Senioren herrschten: Der Ex-Banker sieht seinen Stundenlohn bei 75 bis 150 Euro und findet das sicher sehr zurückhaltend; wer aus dem Einzelhandel kommt und für "sonstige Dienstleistungen" zur Verfügung steht, tut das schon mal ab 10 Euro, wünscht sich 30 - und gibt an, dass er auch ehrenamtlich tätig ist. Der Computerprofi liegt mit 20 bis 50 Euro genau dazwischen.

Nach der ersten Woche online sei die Resonanz "durchweg positiv", berichtet der Gründer Reese: "Wir sind sehr zufrieden, denn nach der ersten Woche stehen wir kurz davor die dreistellige Rentnerzahl zu durchbrechen." Auch die Nachfrage sei groß - allerdings sei die Zahl der Suchenden noch um ein Vielfaches größer als die der Angebote.

Derweil appelliert die "Zeit" an Gesellschaft, Unternehmen und Regierung, das "Alter als Vermögen" zu erkennen und Initiativen zu gründen, "um das soziale Unternehmertum von Senioren zu unterstützen".

Ergänzung: Wie uns mittlerweile erreichte, gibt es das gleichnamige Portal Rentarentner.ch in der Schweiz bereits seit zwei Jahren - mit solchem Erfolg, dass es den beiden hiesigen Gründern Mut machen dürfte. Schon 1000 Pensionisten werden hier vermittelt. Die Webseite ist eine digi-schicke Kombination aus alt und neu und flappst auch gern ein wenig mit den Rentern, die hier schon mal liebevoll als "alter Sack" bezeichnet werden. Vermutlich, weil auch der Gründer Peter Hiltebrand ein solcher ist. Im "Alter-Sack-Look" auf Papier mit Kaffeefleck erscheint auch die Seite. Das grafische Konzept hat 2011 einen Preis des Wettbewerbes ''Schweizerische Marketing-Trophy" gewonnen. Nette Idee: Es gibt auch den Rentner des Monats bei Rent a Rentner.ch. Charmant auch die Entstehungsgeschichte, die Sie hier nachlesen können.

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