| | von Thomas Forster

Schuldenerlass für Diekmann-Blog?

Kai Diekmann und sein digitales Alter ego: Von Anfang an stieß der "Bild"-Chefredakteur mit seinem 100-Tage-Blog auf große Resonanz. Zuletzt, als er Anfang des Jahres vielbeachtet abschaltete. „Ach, so langsam werde ich schon ein bisschen traurig, dass es zu Ende geht“, schrieb der 45-jährige in einem seiner letzten Einträge auf Kaidiekmann.de. „Und – Geheimnis, Geheimnis – ab Mitternacht wird hier auf dieser Adresse ein würdiger Schlusspunkt gesetzt.“

Es waren Monate, in denen die Branche viel einstecken musste. Vor allem die "taz", mit Diekmann in herzlicher Abneigung verbunden. So veralberte Blogger Diekmann zum Beispiel taz-Anwalt Johannes Eisenberg und lieferte einen Vordruck für einstweilige Verfügungen gegen sich selbst. Sein Versprechen, einen würdigen Schlusspunkt zu setzen, löste Diekmann indes nicht ein. Im Gegenteil. Nach dem Ende seines Blogs geht es um viel Geld und um die Frage: Wie geht der Konzern Deutsche Telekom mit der überhöhten Rechnung eines Prominenten um? Besonders, wenn es sich dabei um den Chef von Europas größter Boulevardzeitung handelt.

Knapp 42.000 Euro – diese Summe fiel nach Informationen des W&V-Schwestertitels "Kontakter" an, als Diekmann von Marokko aus sein Blog-Ego in Wort, Bild und mittels Video pflegte. Hohe Roaming-Kosten also, gegen die Diekmann umgehend Widerspruch einlegte. Doch das reicht ihm offenbar nicht. Bei einem Management-Meeting seines Verlags in Berlin sprach er keinen geringeren als Gastredner René Obermann auf die Sache an. Der Vorstandschef der Deutschen Telekom, so Diekmanns Bitte sinngemäß, möge sich um seine Rechnung kümmern, wie ein Springer-Manager berichtet.

Bei Springer will man das nicht groß kommentieren: „Da es sich um eine interne Veranstaltung handelt, können wir zu den dort besprochenen Themen keine Auskunft geben“, so ein Sprecher. „Das betrifft auch Fragen zu Telefonrechnungen unserer Mitarbeiter.“ Die Telekom äußert sich ebenfalls nicht. Interessant wird nun sein, wie sich der Bonner Telekommunikationsriese verhält, sprich: ob sich der Vorstandsvorsitzende eines der größten deutschen Konzerne persönlich für den Bild-Chef stark macht.

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