Dorothee Bär (CSU)

Als Vorsitzende des CSU Netzrates ist Dorothee Bär eine der einflussreichsten Netzpolitikerinnen innerhalb der CSU und scheut sich nicht, die eigene Meinung auch gegen interne Widerstände zu artikulieren. Mit spitzen Kommentaren auf Twitter treibt sie immer wieder auch gern den ein oder anderen Oppositionspolitiker vor sich her und gewinnt damit die Sympathien ihrer Follower. Das Projekt “Frankenliebe” ermöglicht zudem Fränkinnen und Franken für eine Woche ihre Sicht auf Franken über den Twitteraccount @frankenliebe darzustellen.

Katrin Albsteiger (CSU):

Mit einer leidenschaftlichen Parteitagsrede gegen den Parteivorsitzenden hatte sich Katrin Albsteiger beim Thema Frauenqoute bundesweit bekannt gemacht. Seit dem denkbar knappen Sieg und Beschluss für eine Frauenquote hat Seehofer es dann auch verstanden, die Vorsitzende der Jungen Union in Bayern unter seine Fittiche zu nehmen. Auf dem ersten reinen Listenplatz ohne Wahlkreiskandidatur wird die “Newcomerin des Jahres” (Politikaward)
ohne Probleme in den Bundestag einziehen. Online hat sie die Aufmerksamkeit schon längst - unter den Jungpolitikern hat sie mit Abstand die meisten Facebook-Fans.

Lars Klingbeil (SPD):

Die Wahlkampagne "100 Tage - 100 Gesichter - 100 Gründe" auf Facebook, Foursquare-Check-Ins in der eigenen Wahlkampfzentrale "wählbar",
Wahlkampfsimulationen im PC-Aufbauspiel "SimCity" gemeinsam mit den Abgeordneten Dorothee Bär und Jimmy Schulz: Lars Klingbeil zieht alle digitalen Register für den Wiedereinzug in den Bundestag. Kaum verwunderlich, denn als netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion hat er die ein oder andere netzpolitische Scharmützel in dieser Legislatur ausgetragen - auch gegen Widerstände in der eigenen Partei. Sein Einfluss wächst, die vielbeachtete Rede des Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück auf der Cebit zu Beginn dieses Jahres soll maßgeblich aus seiner Feder stammen.

Sebastian Edathy (SPD)

Facebook-Likes für einzelne Posts, die in die Hunderte gehen: Ein seltenes Bild für die vermeintlich staubtrockene Politik. Aufmerksamkeit hat Sebastian Edathy vor allem als Vorsitzender des NSU-Untersuchungsausschusses gesammelt. Doch mit seiner persönlichen Art und dem Jagdhund Felix, den er gern bei sich führt und über den sogar die "Bild"-Zeitung berichtete, hat der Niedersachse auch darüber hinaus punkten können. Trotz starker Konkurrenz unter den SPD-Innenpolitikern wird Edathys Beliebtheit eher zu einer stärkeren Rolle innerhalb der Partei führen.

Jimmy Schulz (FDP):

Wer es schafft, einen Landesparteitagsantrag gegen den Willen der anwesenden und leidenschaftlich kämpfenden Bundesministerin durchzusetzen,muss wohl die stärkeren Argumente auf seiner Seite haben. Der Internet-Unternehmer und FDP-Politiker hat sich einen Ruf innerhalb der Netzgemeinde erkämpft und genießt den Respekt von Parteifreunden wie -gegnern. Zuletzt hat er sich gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Rösler für die Start-Ups im Lande stark gemacht und dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Manuel Höferlin (FDP):

Höferlin ist ein typischer Quereinsteiger in der FDP und einer derjenigen, die überraschend in der letzten Wahl in den Bundestag eingezogen sind. Der Internetunternehmer, der erst 2005 in die FDP eingetreten ist, wird aber nicht so schnell wieder von der Bildfläche verschwinden. Gemeinsam mit Jimmy Schulz hat er viele netzpolitische Themen in der letzten Legislatur bearbeitet und sich einen Namen gemacht. So sehr, dass er auf der Landesliste der rheinland-pfälzischen FDP für die Bundestagswahl nur noch Rainer Brüderle und der Landesvorsitzenden Volker Wissing vor ihm stehen.

Konstantin von Notz (Grüne)

Besonders die grünen Netzpolitiker haben unter dem Piratenhype der letzten Jahre gelitten. So sehr, dass sie Ende 2011 eines der fortschrittlichsten netzpolitischen Programme verabschiedet haben. “Die Grünen wollen die Netzpolitik zurück” titelte Zeit Online. Maßgeblich mitverantwortlich dafür
war Konstantin von Notz. 2009 frisch in den Bundestag eingezogen, hat er sich sofort des Themas angenommen und als netzpolitischer Sprecher die
Bundesregierung immer wieder zu ihrer netzpolitischen Versprechen gestichelt. Über 9.000 Follower auf Twitter honorieren seine Arbeit.
https://twitter.com/KonstantinNotz‎

Katrin Göring-Eckardt (Grüne)

Wer genau hinschaut, weiß, in welche Richtung sich die Grünen mit der Wahl von Katrin Göring-Eckardt als Spitzenkandidtin neben Jürgen Trittin entwickeln werden. Eigentlich galt sie als Außenseiterin, doch die bürgerlichen Grünen in der Partei sind stark geworden. Mit aller Macht drängen sie auf Regierungsverantwortung - vielleicht sogar mit Schwarz-Grün? Auf Twitter hat Katrin Göring-Eckardt über 9.000 Follower.

Halina Wawzyniak (Linke):

Dass Halina Wawzyniak Talent zur Markenbildung hat, bewiesen schon die “Arsch in der Hose”-Wahlplakate zur Bundestagswahl 2009. Doch auch ihre netzpolitische Expertise hat zur eigenen Markenbildung beigetragen. Die Rechtsanwältin hat viel auf Hilfe von außen zu netzpolitischen Themen vertraut und sich ein wichtiges und funktionierendes Netzwerk innerhalb der Netzgemeinde aufgebaut. Dazu passt, dass die Linke die meisten Anfragen an die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode gestellt haben - und nach Angaben von einigen Journalisten auch die besten.

Die ausgewogenen Autoren: Axel Wallrabenstein ist Chairman der MSL Group Germany und gilt als einer der einflussreichsten PR-Manager der Hauptstadt. Der bekennende Unions-Anhänger hat den Text gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Lutz Mache verfasst - einem Sozialdemokraten.


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W&V Redaktion
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