| | von Katrin Otto

stern.de über Mobile: "Man kann nicht nicht mitmachen"

Tablets und Smartphones erobern den Massenmarkt. "Wer mobile und social für seine Strategie nicht ernst nimmt, braucht bald keine mehr", warnt Christian Hasselbring, Geschäftsführer stern.de auf der 4. Mobile Publishing-Konferenz der Akademie des Deutschen Buchhandels in München. Zum Thema "iBooks, Web Apps, Tabzines - Tablet Publishing-Strategien für Verlage" haben jetzt im Münchner Literaturhaus unter anderem die Geschäftsführer von stern.de und Zeit Online ihre Geschäftsmodelle vorgestellt. 

Der Smartphone-Anteil unter den Handy-Nutzern liegt in Deutschland inzwischen bei 30 Prozent (19 Millionen Usern). Der Tablet-Verkauf soll im laufenden Jahr um 29 Prozent auf 2,7 Milionen Stück in Deutschland ansteigen. Weltweit sollen bis 2016 sogar 375 Millionen Stück über die Ladentheke wandern. Tablets werden die klassische Desktop-Nutzung ersetzen. Höchst leichtsinnig, wer heute noch keine Digital-Strategie vorweisen kann, so die einhellige Meinung der Verlagsvertreter auf dem Publishing-Kongress.

"Mobile dringt bis an den Esstisch und die Drivetime vor", sagt stern.de-Geschäftsführer Hasselbring. Für diese User müsse die Online-Site Mehrwert bieten. Er differenziert dabei zwischen Content für Tablets und Smartphone. Während sich eine iPad-App dank spezifischer Inhalte über Paid Service monetarisieren müsse, setzt stern.de bei der Smartphone-Applikation auf klassische Reichweite und Werbevermarktung als Strategie.

Auch Christian Röpke, Geschäftsführer Zeit Online, hält die klassische Werbevermarktung auch für Online für das Geschäftsmodell. Die Vermarktung von Reichweiten sei bei Zeit Online das primäre Geschäftsmodell. Die Werbekunden suchten attraktive Umfelder mit großer Reichweite. Entsprechend habe der Zeit Verlag bereits 2010 mit Zeit Online die erste tabletorientierte Nachrichtenseite gelauncht. "Ein Door-Opener für Werbekunden", so Röpke.

Ganz anders das Geschäftsmodell der Zeit-App. Ein Jahr später folgte der Launch der digitalen Ausgabe der Zeit für das iPad. Die App erscheint parallel zum Printtitel wöchentlich und grenzt sich damit klar von der Website ab. Hier heißt das Monetarisierungsmodell aber: Verkauf an den Endkunden.

Und das mit Erfolg: 13 000 Apps sind verkauft. Dabei zeige die Abo-Entwicklung  bei dem Kombi-Abo aus Print und Digital ein fast doppelt so hohes Wachstum wie bei dem reinen Digital-Abo. "Der Einzelverkauf Print geht zurück, aber die Abozahlen steigen", so Röpke. Deshalb gelte es das Abo als Lifeline mit digital aufzuladen. "Für den Gesamtverlag setzen wir auf das Markenabo." Tatsächlich korreliere der Verkauf der Print-Ausgabe mit dem Verkauf der App. "Je besser Print funktioniert, desto besser läuft digital". Damit auch künftig digital alle Kanäle bespielt werden können, entwickelt der Verlag aktuell eine Web-App.

Grundsätzlich empfiehlt der Geschäftsführer für die digitale Strategie der Verlage  vor allem skalierbare Geschäftsmodelle, um auf allen Endgeräten präsent sein zu können. Auch ein Amazon-Kindle dürfte nicht außer Acht gelassen werden. Dabei sei jetzt noch der richtige Zeitpunkt für ein entsprechendes Pricing. "Wenn etwas kostenlos ist, gibt es keine Wertschätzung beim Kunden", warnt Röpke. Zudem müssten Websites für Tablets optimiert werden, da die Pads künftig 20 bis 30 Prozent der Reichweite ausmachten.

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