Umbau:
Unister holt Regierungssprecher als Vorsitzender der Geschäftsführung
Die skandalgeschüttelte Online-Holding Unister holt sich einen hochkarätigen Mann aus der Politik an die Spitze: Thüringens Regierungssprecher Peter Zimmermann soll neuer Vorsitzender der Geschäftsführung werden.
Die skandalgeschüttelte Online-Holding Unister installiert einen neuen Vorstandsvorsitzenden und holt sich einen hochkarätigen Mann aus der Politik: Thüringens Regierungssprecher Peter Zimmermann soll neuer Vorsitzender der Geschäftsführung werden. Mittlerweile hat Unister entsprechende Medienberichte bestätigt. Der neue CEO solle eine insgesamt sechsköpfige Geschäftsführung leiten, weitere Personalien sollen in den nächsten Monaten bekannt gegeben werden. Im Februar hatte es dann schon eine erste Personalie in der Unister-Leitung gegeben: Thomas Wagner hatte damals Andreas Prokop als COO für das operative Geschäft installiert. Wenn die Geschäftsführung komplettiert ist, will der Gründer und bisherige Unister-Chef THomas Wagner den Vorsitz des Beirates als Aufsichtsgremium übernehmen.
Der Coup mit Zimmermann wäre von langer Hand vorbereitet gewesen, denn laut der "Bild" schon im Januar sollen erste Gespräche zwischen Unister, dem Betreiber von u.a. ab-in-den-urlaub.de und fluege.de, geführt worden sein. Im September solle Zimmermann dann den Wechsel nach Leipzig vollziehen.
Vor seinem Amt bei Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) war Zimmermann Geschäftsführer der Radiogruppe PSR. Seit 2009 ist der 37-Jährige Regierungssprecher und Staatssekretär der Landesregierung.
Anfang des Jahres hatte Unister von sich reden gemacht, als dessen Gründer und CEO Thomas Wagner kurzzeitig verhaftet worden war. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Steuerhinterziehung. Weitere Vorwürfe wie Adresshandel und falsche Preisangaben waren damals ebenfalls im Raum gestanden. Im Zuge der Ermittlungen waren die Geschäftsräume durchsucht worden. Unister-Sprecher Konstantin Korosides hatte damals gegenüber "W&V" von "perfide konstruierten Angriffen" aus der Ecke der Mitbewerber gesprochen. Mehrere sächsische CDU-Politiker hatten sich - mit dem Verweis auf die etwa 1.900 Angestellten des Unternehmens - damals auf die Seite von Unister geschlagen.
Im Februar hatte es dann schon eine erste Personalie in der Unister-Leitung gegeben: Thomas Wagner hatte damals Andreas Prokop als COO für das operative Geschäft installiert.