Online-Vermarktung:
Web-Branche vergibt Gütesiegel an sich selbst
VDZ startet die Gattungsinitiative Prime Site. Mehr als 65 Websites haben sich um das neue Siegel beworben. Erste Frist läuft noch bis 25. März.
Prime Site: So heißt das Gütesiegel, mit dem sich künftig Websites als Top-Anzeigenträger schmücken sollen. Initiator ist der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in Zusammenarbeit mit Digital-Vermarktern und Website-Betreibern. Diese Selbstzertifizierung wird durch 16 Qualitätskriterien abgesichert. Das Gütesiegel soll "die kampagnenadäquate Website-Selektion für Werbungtreibende und Mediaagenturen künftig erheblich einfacher" machen. Im Klartext: Die Beteiligten wollen mit dem Siegel mehr Geld über Werbung für die zertifizierten Websites herausholen. Die Einzelkriterien sind auf die Angebote der Zeitschriftenverlage zugeschnitten und dokumentieren die Qualität der Websites: Journalistische Inhalte, eigene Redaktion, Video-Inhalte, Aktualität der Inhalte sowie Relevanz, Verweildauer und Markenimage. Aus Mediasicht müssen die Websites auch noch bestimmte Werbeformen und Targeting-Varianten anbieten sowie von der AGOF und der IVW gemessen werden. Die Einhaltung der Kriterien wird durch das Marktforschungsinstitut Dcore aus München bewertet.
Seit Sommer 2012 arbeitet der VDZ an dem Gütesiegel und hat dabei auch mit dem Online-Vermarkterkreis (OVK), der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) sowie der Fachgruppe Online-Mediaagenturen (FOMA) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) gesprochen. Das Interesse soll laut VDZ groß sein: "Bereits über 65 Websites haben sich zur ersten Messung angemeldet, die 50 Prozent der deutschen Internet-User erreichen", sagt Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Anzeigen und Digitale Medien im VDZ. Die ersten Ergebnisse der Messung für das Gütesiegel will der Verband im Mai veröffentlichen.
Websites können die Bewerbungsunterlagen unter www.primesite-siegel.de herunterladen. Bewerbungsschluss ist der 25. März.