BLM/Goldmedia |
Web-TV: Ein Viertel der Abrufe kommt über Social Media
Bereits 25 Prozent der Abrufe von Web-TV-Angeboten erfolgt über soziale Netzwerke, insbesondere Facebook wie auch Youtube. Bis 2016 sollen es 29 Prozent sein, so die Erwartungen der Anbieter laut des "Web-TV-Monitors 2012", der auf den Münchner Medientagen vorgestellt wurde. Laut der durch Goldmedia im Auftrag des Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erhobenen Daten wird dagegen die Bedeutung der Sender-Websites als Abruf-Plattform von Web-TV abnehmen. Bisher sind die Sites der TV-Sender allerdings mit Abstand noch die wichtigsten Anlaufpunkte für die Nutzer. Rund 67 Prozent der Web-TV-Nutzung läuft über sie. In Zukunft sollten sich aber Web-TV-Anbieter ranhalten, auf allen Plattformen präsent zu sein, rät die Studie. Auf keinem der sozialen Netzwerke vertreten sind derzeit noch 15 Prozent.
Aktuell gibt es in Deutschland 1.424 Web-TV-Angebote, auf denen täglich insgesamt 194 Millionen Videos abgerufen werden. Das ist eine Steigerung von rund 17 Prozent gegenüber 2011. Nachdem der Web-TV-Markt in den letzten Jahren vor allem quantitativ gewachsen ist, befindet er sich nun in einer Konsolidierungsphase und gewinnt zunehmend an Professionalität. Durchschnittlich 78 Prozent der Videos eines Web-TV-Senders sind bereits Eigenproduktionen.
Auch die Nutzung verändert sich: Immer häufiger werden die Videos unterwegs angeschaut: Jeder fünfte Videoabruf erfolgt mittlerweile über mobile Endgeräte. Bis 2016 erwarten die Anbieter eine deutliche Steigerung und einen Abrufanteil von rund 38 Prozent.
Die durchschnittliche Sehdauer steigt ebenfalls: Bei Video-on-Demand (VoD) hat sie von neun Minuten in 2011 auf jetzt elf Minuten zugelegt. Beim Livestreaming von 25 auf 28 Minuten. Die Gründe dafür sieht die Studie darin, dass immer häufiger lange Inhalte angeboten werden sowie dass die Übertragung technisch stabiler verläuft.
Die Studie BLM Web-TV-Monitor 2012 basiert auf einer umfangreichen Befragung per Fragebogen aller Web-TV-Anbieter von Ende August bis Mitte Oktober 2012.

Leserkommentar