| | von Anja Janotta

Weltbild: Gott sei Dank gibt's Online

Der Umsatz stagniert: 1,59 Milliarden Euro hat die katholische Buchkette Weltbild umgesetzt. Das Ergebnis ist zwar positiv, aber wegen großer Investitionen ins E-Book-Geschäft und in den Filialumbau ist es im Vergleich zum vergangenen Geschäftsjahr zurückgegangen. Stark gestiegen ist das Online-Geschäft. Weltbild  und Hugendubel hätten mit dem gemeinsamen Multichannel-Modell Internethandel und Mobile-Commerce, Katalog- und Stationärhandel mittlerweile eng verzahnt und aufeinander abgestimmt. Im Online- und Mobile-Commerce sind laut Weltbild eine Million Neukunden hinzugekommen.

"Wir haben den Klimawandel im europäischen Buchmarkt vorhergesehen und unsere Hausaufgaben frühzeitig gemacht. So stehen wir heute an der Spitze des Wandels zu Multichannel und eBook", betont Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung. Weltbild liege mit einem Internetanteil von 40 Prozent weit über dem Schnitt der Buchbranche. Als Onlinehändler sei Weltbild nach dem aktuellen "Online Shopping Survey 2012" der GfK mit eBay und Amazon einer der Top 3 Anbieter im deutschen Onlinehandel.

Viel Hoffnung legt der Händler auf das E-Book-Geschäft. Der jetzige E-Book-Reader wurde im Berichtsjahr in sechsstelliger Absatzzahl verkauft, neuen Schwung soll ein neues Gerät bringen, das zur Frankfurter Buchmesse präsentiert wird.

Der sinkenden Nachfrage im stationären Handel begegnet Weltbild mit Filialverkleinerungen und Schließungen. Und die Multichannel-Strategie soll auch den Filialen weiterhelfen. Weltbild-Chef Halff: "Der Kunde denkt in Marken, nicht in Vertriebskanälen. Er erwartet ganz selbstverständlich, dass er uns überall erreicht: in der Stadt, im Internet und auf dem Smartphone." Die Marke Weltbild habe bereits 100 Filialen in das neue rot-weiße Multichannelkonzept umgebaut.

Im neuen Geschäftsjahr steht zudem noch eine Änderung der Gesellschafter-Struktur der Verlagsgruppe an. Die katholischen Eigentümer hatten im Juni 2012 erklärt, ihre Anteile an Weltbild in eine noch zu gründende Stiftung einzubringen. Die Verlagsgruppe Weltbild bleibt weiterhin als GmbH bestehen und hat dann künftig mit der Stiftung nur noch einen Gesellschafter. Im vergangenen Jahr hatte das Angebot von Erotik- und Porno-Literatur zu einem Eklat bei den Weltbild-Eigentümern geführt, die zunächst die Kette verkaufen wollten. Auch heute sind Teile des Programms - wie etwa der Erotik-Bestseller "Shades of Grey" nicht unumstritten.

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