Facebooks Messenger WhatsApp setzt sich als SMS-Ersatz durch - und feiert einen weiteren Rekord. Doch auf dem Markt gibt es Alternativen.
Facebooks Messenger WhatsApp setzt sich als SMS-Ersatz durch - und feiert einen weiteren Rekord. Doch auf dem Markt gibt es Alternativen. © Foto:WhatsApp

Messenger | | von Deutsche Presse-Agentur

WhatsApp stellt Nutzerrekord auf - doch es gibt Alternativen

Der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp hat die Marke von einer Milliarde Nutzern geknackt. Mitgründer und Chef Jan Koum teilte das per Facebook-Eintrag mit. Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte WhatsApp 2014 für insgesamt gut 22 Milliarden Dollar übernommen. Damals hatte die SMS-Alternative erst gut 450 Millionen Nutzer. Facebook sicherte zu, dass WhatsApp auch unter dem neuen Konzerndach weitgehend eigenständig agieren kann und die Nutzerdaten getrennt bleiben.

Aktuell würden über WhatsApp 42 Milliarden Nachrichten pro Tag übermittelt, hieß es von Koum weiter. Außerdem verschickten die Nutzer täglich 1,6 Milliarden Fotos und 250 Millionen Videos. Internet-basierte Kurzmitteilungsdienste haben mit dem Vormarsch von Smartphones und schneller mobiler Datennetze für viele Nutzer die klassische SMS abgelöst. WhatsApp erreichte als erstes dieser Angebote die Marke von einer Milliarde Kunden.

Mit der Verbreitung von Smartphones und Mobilfunk-Datennetze werden SMS-Nachrichten immer mehr von Internet-basierten Kurzmitteilungen abgelöst. In dem Bereich buhlen viele Anbieter um die Gunst der Nutzer. Ein Überblick:

Es gibt aber nicht nur den 2010 gegründete Dienst, sondern weitere Alternativen:

  • Facebook Messenger: Das weltgrößte Online-Netzwerk hat mit dem Facebook Messenger auch einen weiteren SMS-Ersatz im Rennen. Der Messenger soll mit einer Vielfalt von Funktionen vom Bezahlen bis zur Taxi-Bestellung so etwas wie das "Schweizer Taschenmesser" unter den Kurzmitteilungsdiensten sein. Anfang des Jahres knackte der Dienst die Marke von 800 Millionen Nutzern weltweit.
  • iMessage: Apple startete für seine Kunden 2011 eine eigene SMS-Alternative, die aber nicht für alle zugänglich ist. Der Dienst läuft nicht nur auf iPhones, sondern auch auf iPads und Mac-Computern. Wie viele Nutzer iMessage hat, ist nicht bekannt, insgesamt ist eine Milliarde Apple-Geräte im Einsatz. Apple betont den Schutz der Privatsphäre durch Verschlüsselung.
  • Threema: Der 2012 in der Schweiz gestartete Dienst hebt besonders die Verschlüsselung hervor, mit der niemand außer den Gesprächspartnern Zugriff auf Inhalte haben könne. Insbesondere nach den Enthüllungen von Edward Snowden zur Internet-Überwachung durch Geheimdienste bekamen Threema und ähnliche Angebote, die mit starker Verschlüsselung werben, starken Zulauf. Allerdings bauten seitdem auch andere westliche Messenger den Krypto-Schutz aus.
  • WeChat: In China, wo westliche Online-Dienste weitgehend blockiert sind, haben sich einheimische SMS-Alternativen ausgebreitet. Der Service WeChat der Online-Konzerns Tencent kam zuletzt auf 650 Millionen Nutzer - ein Sprung von 39 Prozent binnen eines Jahres. WeChat unterliegt den Zensur- und Überwachungs-Anforderungen in China und wird deshalb in vielen anderen Ländern skeptisch beäugt.
  • Line: Ebenfalls in Asien populär ist auch der in Japan gegründete Dienst Line, der zuletzt im Herbst auf 212 Millionen Nutzer kam. Line entstand 2011 als Reaktion auf die massiven Kommunikations-Probleme nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011. Eine der Funktionen auf die Line setzt, sind bunte Sticker, die Nutzer untereinander verschicken können.
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