Neun von zehn Verbrauchern (87,4 Prozent), die Amazons Marktmacht als problematisch empfinden, haben ihr Einkaufsverhalten bereits entsprechend angepasst. Davon profitiert der klassische Einzelhandel: Jeder dritte Verbraucher (33,9 Prozent) kauft als Reaktion auf Amazons Dominanz so viel wie möglich im klassischen Handel. Für viele Verbraucher entscheidet aber auch der Preis. Jeder Fünfte (19,9 Prozent) kauft immer dann bei anderen Händlern ein, wenn der Preis ähnlich günstig ist wie bei Amazon. 

Ist Amazon für die GenZ das Synonym für Online-Handel?

Je älter Verbraucher sind desto konsequenter drehen sie Amazon den Rücken zu. Von den 90,7 Prozent im Alter über 65 Jahren, die ihr Einkaufsverhalten ändern, kaufen 43,5 Prozent so viel wie möglich im klassischen Handel ein und 14,8 Prozent so viel wie möglich bei anderen Online-Händlern. Die Jüngeren ticken da anders: Von den 16 bis 24-jährigen, die Amazons Marktmacht kritisch sehen, lassen sich zwar 77,8 Prozent in ihrem Einkaufsverhalten beeinflussen - doch nur 3,7 Prozent sucht andere Online-Shops auf, jeder Dritte (29,6 Prozent) kauft so viel möglich im klassischen Handel. Offenbar - so mutmaßt die Studie - ist für viele Millennials Amazon zum Synonym für Online-Handel geworden.

Kritik musste Amazon in den letzten Monaten gerade auch von Verbraucherschützern einstecken. Wie die britische Verbraucherschutzorganisation Which? im April enthüllte, seien 87 Prozent der Bewertungen bei Amazon nicht glaubwürdig. Die Konsequenz: Nur jeder Dritte (34,5 Prozent) vertraut den bei Amazon abrufbaren Kundenstimmen, 65,5 Prozent halten sie indes für nicht vertrauenswürdig. Die Studie zeigt auch: Verbraucher im Alter von 16 bis 24 Jahren orientieren sich besonders stark an den bei Amazon veröffentlichten Bewertungen. Jeder Achte (12,8 Prozent) von ihnen erklärte, sie trügen wesentlich zu seiner Kaufentscheidung bei. 


Autor:

Irmela Schwab
Irmela Schwab

ist Autorin bei W&V und LEAD digital. Die studierte Germanistin interessiert sich besonders dafür, wie digitale Technologien Marketing und Medien verändern. Dazu reist sie regelmäßig in die USA und ist auf Events wie South by Southwest oder der CES anzutreffen. Zur Entspannung macht sie Yoga und geht an der Isar und in den Bergen spazieren.