Bilder
Dudley O’Shaughnessy, Schauspieler, Model und  früherer Weltergewichtler, steht für Fairness ein.
Dudley O’Shaughnessy, Schauspieler, Model und früherer Weltergewichtler, steht für Fairness ein. © Foto:Benetton

Mode-Kampagne | | von Susanne Herrmann

Langweilig: Benetton setzt auf Farbe und Prominente

Die italienische Strickwarenfirma Benetton macht dieses Jahr nicht mit einem Skandalmotiv von sich reden. Stattdessen wirbt sie ganz artig mit Testimonials auf Kunterbunt, wie man es von "United Colors of Benetton" erwartet hätte - hätte: Wären da nicht diese steten Provokationen gewesen, die Olivero Toscani fotogafierte, Jahr um Jahr, bis man sich 2000 von ihm trennte. Der Begriff "Schockwerbung" würde für Benetton in den Neunzigern überhaupt erst erfunden, scheint es. Nonne küsst Priester, ein sterbender Aidskranker, blutverschmierte Kleidung eines Kriegsopfers. Dafür kennt man Benetton-Kampagnen.

In der Nach-Toscani-Ära schaffte Benetton den Skandal erneut, als der Modekonzern 2011 eine Kuss-Kampagne startete ("Unhate"). Eins der (montierten) Plakatmotive zeigte Papst Benedikt, der den ägyptischen Imam Ahmed el Tajjeb küsst. Es wurde auf Protest zurückgezogen.

Umso harmloser mutet die Kampagne an, die Benetton nun für die Kollektion Frühjahr/Sommer 2013 veröffentlicht. Die Verlautbarung dazu umschreibt das mit "begibt sich die Marke der Benetton Group auf neue Wege". Neun Trendsetter, neun Markenbotschafter, und neun Farben "erzählen von der Identität und Qualität einer zukunftsorientierten Marke". So weit, so austauschbar. Drei Tage lang standen im Studio in Paris Persönlichkeiten - überwiegend Models mit einer Stimme - vor der Kamera von Rustichelli, darunter Elettra Wiedemann, Enkelin Ingrid Bergmans und Tochter von Isabella Rossellini, Alek Wek, Lea T, Mario Galla, das deutsche Männermodel mit Beinprothese, Dudley O'Shaughnessy, Hanaa Ben Abdesslem, Charlotte Free, Kiera Chaplin, Schauspielerin, Fotomodell und Enkelin Charlie Chaplins, und der uruguayische Küchenchef Matías Perdomo.

Die Kampagne von Macs Iotti unter der kreativen Leitung der Benetton-eigenen Fabrica entwickelt. Die Motiven sollen in Magazinen, auf Plakaten, in Geschäften und im Internet zu sehen sein. Eine limitierte Auflage von T-Shirts mit Bildern der Kampagne wird weltweit online und in den wichtigsten Filialen verkauft. Der Erlös wird zur Gänze zur Unterstützung der Aktivitäten der Stiftung "Unhate" verwendet.

Langweilig: Benetton setzt auf Farbe und Prominente

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht