Ashley Madison und die Wulff-Anzeige: Zeugnis des schlechten Geschmacks
Das Fremdgeh-Portal Ashley Madison rühmt sich seiner besonders "greifbaren" und "originellen" Werbung, mit der es auf seine Kuppeldienste hinweist. So mussten schon Horst Seehofer, Bill Clinton und Arnold Schwarzenegger herhalten, um unfreiwillig für "diskrete Affären" zu werben. Mit einer Anzeige in der heutigen "taz" beweist Ashley Madison allerdings nur eins - seinen Hang zu richtig schlechter Werbung.
Die Anzeige mit Bundespräsident Christian Wulff vermischt in unverständlicher und unverschämter Weise die Mailbox-Affäre mit einer erotischen. Das geht eindeutig zu weit. Und ist nicht originell, sondern einfach nur dumm. Werbung, die um jeden Preis provozieren will, hat hier einen zu hohen Preis. Schließlich geht es bei dieser Affäre nicht nur um eine Person und ihr Privatleben, sondern auch um ein Amt, das in den Schmutz gezogen wird.
In der Pressemitteilung heißt es, dass Europachef Christoph Kraemer auf Anfrage gerne Statements zu den Marketing-Maßnahmen seines Untreue-Dienstes abgibt. Nein, Danke. Kein Bedarf. Vielleicht mag ja die "taz".
Schobelt Redakteur







