Chauvi-Chauffeur Sixt
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| | von Anja Janotta

Chauvi-Chauffeur Sixt

Gleichberechtigung hat lange blonde Haare, ein Gesicht wie ein Model und führt sich auf wie eine Horde unbeaufsichtiger 16-jähriger Internatsschülerinnen auf Klassenausflug. Mit dieser Art Gleichberechtigung sitzt Frau auch bei Sixt auf einer "Schlüsselposition".

Nun geht die Autobranche, die bei Autoshows gerne mal eine langbeinige Schönheit auf dem Kühler grillt, mit Frauen und Chauvi-Klischees sicherlich nicht immer zimperlich um. Aber das? Müssen wir darauf hingewiesen werden, dass 95 Prozent der Schalter-Damen bei Sixt weiblich sind? Dass sie eben doch nur niedere Tätigkeiten ausüben und dabei auch noch zum Anbeißen aussehen müssen für die (wohl eher männlichen) Kunden? Mit diesen steilen Chauvi-Vorlagen kommt die Frauenquote wirklich unter die Räder, von der ja auch VorstandschefIn Regine Sixt bekennendermaßen nichts hält. Eine Frau, die neulich aber auch sagte: Das Haus habe 60 Prozent weibliche Angestellte. Jetzt rechnen wir mal: In den höheren Ebenen über dem Schalter müssen also weitaus mehr behaart und unansehnlich sein, damit die Quote stimmt.

Sixt_Frauenquote_AZ_540

Vielleicht hat dieses neue Motiv aus der ja immer gerne an den Grenzen der Stilsicherheit schrappenden Sixt-Kampagne doch was Gutes: Ein Aufreger tut der Awareness in der Bevölkerung gut. Vielleicht kann ein omnipräsenter Auto-Verleiher mehr bewegen und mehr Aufregung schüren als ein paar dünne weibliche Stimmen, die einsam eine Frauenquote fordern.

Chauvi-Chauffeur Sixt

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