Droplets: Wie die Angst vor dem Scheitern beim Siegen hilft
Wer kann das nicht nachvollziehen, gerade in der Werbebranche: Der Abgabetermin rückt näher und näher und noch immer fehlt der zündende Gedanke. Ideen kommen und gehen, blinken kurz auf, fallen wieder in sich zusammen. Die Panik steigt, die Versagensangst raubt den Schlaf, irgendwann kommt es zur kompletten Blockade. Nichts geht mehr.
Dem Medien-Design-Studenten Simon Fiedler ist es so ergangen. Er studiert an der Fachhochschule Mainz und wollte für seinen Abschlussfilm den abstrakten Begriff der "Idee" visuell darzustellen. Die Versuche, eine Geschichte zu erzählen, scheiterten. "Eine Idee ist kein klarer Ablauf mit Anfang und Ende, sondern ein kompliziertes Geflecht, welches sich aus tausenden Faktoren zusammensetzt", erklärt Fiedler in einer Spezialausgabe des Fachmagazins "Digital Production". Sein Professor gab ihm schließlich den Rat, genau diese Gefühle - das 'Feststecken' und 'Nichtweiterkommen' - zu beobachten und in Bildern auszudrücken. Und genau das tat Fiedler.
Das Ergebnis hat ihm nicht nur sein Diplom, sondern auch einen Sonderpreis der Jury des Animago-Wettbewerbs eingebracht. Simon Fiedler zeigt in seinem Film die Zerbrechlichkeit der Idee, symbolisch dargestellt von dem Meerestier Nautilus. Das lebende Fossil kann sich nur von der Strömung treiben lassen und ist dadurch sehr verwundbar. Gleichzeitig ist seine Schale ein Sinnbild für mathematische Harmonie, wie Fiedler gegenüber "Digital Production" erklärt. In Droplets zerbricht dieser Nautilus an Fiedlers Ängsten. Der Scherbenhaufen, der übrigbleibt, ist jedoch kein Zeichen des Scheiterns, sondern letztendlich das ersehnte Ziel. Seine Erkenntnis: Druck, Zweifel, Angst und Orientierungslosigkeit können wichtige Elemente auf dem Weg zur perfekten Idee sein. Ein tröstlicher Gedanke.
DROPLETS from Simon Fiedler on Vimeo.
Schobelt Redakteur







