Gegen solche Werbemotive zieht das Projekt zu Felde.
Gegen solche Werbemotive zieht das Projekt zu Felde. © Foto:Screenshot Womennotobjects

#Womennotobjects | | von Anja Janotta

Eine Werberin kämpft gegen sexistische Werbung

Mädchen brauchen bessere Vorbilder - in den Medien und in der Werbung. Besonders in der Werbung. Eine Agenturchefin aus den USA geht nun auf die Barrikaden: Sie fordert, dass der Sexismus endgültig aus den Werbekampagnen der Neuzeit verschwindet. #womennotobjects heißt ihr Vorstoß, den sie per Youtube-Channel, Twitter- und Instagram-Account publik macht: Frauen in aller Welt sollen sich gegen den Sexismus wehren, gegen Gewaltdarstellung in der Werbung und dagegen, dass Frauen nur mehr über ihre Körper und ihr Aussehen definiert werden.

Ein Youtube-Video macht nun die Runde, das genau die Wirkung solcher Werbung anprangert: Mädchen, die wegen misslungenen Schlauchbootlippen weinen, die sich mit ultraflachen Bauch und die Oberschenkellücke (Thigh Gap) gegenseitig terrorisieren. Auch Werbung mit sexueller Gewalt wird kritisiert, angesichts des Leids, die Opfer sexueller Übergriffe erfahren müssen. Das Video greift auch die Übergriffe in Köln zur Silvesternacht auf.

Als Konsequenz werden Frauen in aller Welt dazu aufgerufen, mit der Plakataktion #istandup ihr Statement gegen den Schönheits-Terrorismus zu posten, zu instagramen und zu twittern.

Hinter dem Projekt steckt die Agenturchefin Madonna Badger von Badger & Winters, eine US-Agentur, die sich selbst als "female powered" positioniert. Das Interessante daran: Madonna Badger kennt das Business als Insiderin mehr als genau und weiß, wie gut Sex in der Werbung funktioniert - die Werberin hat in den 90er Jahren schließlich bei Calvin Klein gearbeitet und war für die Kampagnen mit Kate Moss und Mark Wahlberg verantwortlich. Heute zählen vor allem Luxus - und Lifestylemarken wie Chanel oder Vera Wang und Avon zu ihren Kunden. Marken, die das Streben nach ultimativer Schönheit zu ihrem Geschäft gemacht haben.

Auch auf der SXSW2016 macht Badger Wirbel für ihr Anliegen:

Die ersten Agenturen haben schon Unterstützung signalisiert. Die feministische Kampagne #womentnotobjects läuft seit Januar, schon das erste Video hat ein Millionenpublikum auf Youtube erreicht. Darin hat Badger mit ihrer Agentur viele haarsträubende Beispiele sexitischer Kampagnen zusammengetragen:

Eine Werberin kämpft gegen sexistische Werbung

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