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Emotionaler Spieltrieb: Das Web ist eine Google

Emotionaler Spieltrieb: Das Web ist eine Google

veröffentlicht am 18.01.2012 um 11:30 Uhr · Kreation des Tages · Artikel

Ja, das ist so abgedroschen, man kann es schon nicht mehr hören: "Die Welt ist eine Google". In dem Fall dieses Spots für Google Maps aber gibt es keine zutreffendere Beschreibung: In einem echten 3D-Labyrinth müssen zwei Spieler mit sicherer Hand eine Kugel durch ein Straßenmodell rollen. Der Würfel, der auf einem Schwungrad montiert ist, erinnert da ein bisschen an Minigolf-Schikanen. Oder an die kleinen Labyrinth-Spiele, mit denen man sich als Kind weit vor dem Siegeszug moderner Unterhaltungselektronik die langen Autofahrten verkürzt hat. Genau dieser anschauliche Rück-Transfer von hilfreicher Web-Technik auf eine reale Welt zum Anfassenund Begreifen schafft einen emotionalen Bogen. Gerade das ein bisschen Spleenige an der Idee macht den Spot und damit die Marke liebenswert.

Die Idee einer solchen einlullenden Inszenierung ist für Google nicht wirklich neu. Gerne erklärt der Konzern komplizierte Sachverhalte mit schönen, spektakulär-verspielten Bilderfolgen. Gerade das Kindliche, Spielerische daran ist typisch für eine Inszenierung des Konzerns nach außen, der sich wegen seiner Kreativität gerne auch in der Rolle als einer der begehrtesten Arbeitgeber gefällt. Für Adwords beispielsweise hatte der Konzern mit Märklin-Optik einen kleinen Händler nachbauen lassen und an diesem Beispiel verdeutlicht, wie ein Tante Emma-Laden mit Anzeigen effizient Werbung für sich machen kann. So locker leicht - unterlegt mit einer unschuldig leichten Melodie - ins eigene Kinderzimmer zurück versetzt, könnte man schon glatt vergessen, dass hinter all' den ganz, ganz sympathischen Eindrücken durchaus auch mal wirtschaftliche Interessen der viertwertvollsten Marke der Welt stehen.

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