iPad: Werbung ohne Glanz
Zu allererst - die Kampagne, die Apple für sein iPad zur Oscar-Verleihung gestartet hat, ist handwerklich solide. Man sieht das Produkt, bekommt einen kleinen Einblick in die Bedienfunktionen. Alles ist hübsch und ansprechend gefilmt und flott geschnitten. Und iPhone-Nutzer fühlen sich ganz in ihrer eigenen Erlebniswelt: Da wird gezoomt, geblättert, gekippt, was das Zeug hält. Alles in einer reudzierten, bescheidenen Aufmachung, die man von Apple-Spots ja kennt. Aber angesichts der Oscars muss man sich schon mal fragen: Wo ist der Glamour? Wo ist der Rote Teppich? Wo ist der Glanz?
Das einzig wirklich Progressive ist der harte Rocksound, mit dem Apple das iPad auf den Bildschirm schickt. Aber genau das ist die Crux: Sie passt eher zu Snowboard- und Sportschuh-Kampagnen und beschleunigt die schnellen Schnitte auf ein Tempo, das eher an unangenehme Hektik grenzt. Angesichts dessen, dass es hier ja vordringlich um einen E-Reader geht, fehlt irgendwie was Kontemplatives. Und angesichts dessen, dass es eigentlich ja um ein mit Spannung erwartetes, heilsbringendes Wundergerät geht, fehlt etwas, über das man mit großen Augen staunen kann.
Schade, denn Apple kann durchaus dieses Staunen und diese fröhliche Stimmung verbreiten - schließlich hat der Computerhersteller es mit der Kampagne für das superdünne iBook und dem Song "New Soul" von Yael Naim bewiesen.
Janotta Redakteur








