1 Update
Kleider-Drama: Wenn Blicke töten könnten
© Foto:Screenshot/Harvey Nichols

Weihnachtskampagne | | von Susanne Herrmann

Kleider-Drama: Wenn Blicke töten könnten

Eine Waffe aus dem Arsenal von Frauen sind Blicke. Die, die töten könnten, werden vor allem gegen Konkurrentinnen abgefeuert. Zum Beispiel, wenn die im selben Kleid zur Party erscheinen. Abhilfe schaffen will die Kaufhauskette Harvey Nichols. Der aktuelle Weihnachtsspot des Nobelkaufhauses inszeniert auf äußerst unterhaltsame Art, wie so eine Weihnachtsfeier ausschauen würde, wenn tödliche Blicke wie Laserwaffen funktionieren würden. 

Eigentlich gut, dass das nicht geht - der Anteil an Frauen auf dem Planeten würde deutlich zurückgehen. Das spaßige Duell der beiden Damen in Rot haben sich die Kreativen bei der Agentur Adam & Eve DDB, London, ausgedacht.

Harvey Nichols ist bekannt dafür, im Weihnachtsgeschäft zu provozieren und mit maßloser Übertreibung gute Laune, nicht aber allzu besinnliche Adventsstimmung zu verbreiten. So machte das Kaufhaus 2011 mit dem "Walk of Shame" von sich reden, 2010 propagierten Harvey Nichols Mini-Hunde als unverzichtbares Accessoire.

Kleider-Drama: Wenn Blicke töten könnten

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(2) Leserkommentare

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht

Spot-Dublette: Jung von Matt und der Zickenkrieg

von Susanne Herrmann

Ein Blick, und schon gehen die Zicken aufeinander los: Wenn zwei Frauen in denselben Klamotten auf einer Party oder im Café auftauchen, ist Ärger vorprogrammiert. Mit einer Prise Humor inszeniert diesen Grundgedanken Jung von Matt/Alster, Hamburg, für den Versandhändler Bonprix. JvM hatte den Etat im vergangenen Herbst gewonnen. Die Kampagne mit den Modezwillingen wird in Deutschland, und Holland ausgestrahlt und lädt die Kundinnen zum Mitmachen ein: Sie sollen Fotos von gemeinsamen Outfits einsenden und können Mode für ein Jahr gewinnen. Die Filme drehte Markenfilm, Wedel, Regie führte Keith Schofield.

 

Vor allem der Spot, der auf der Party spielt, erinnert verdammt an die Weihnachtskampagne von Harvey Nichols.  Hier beide Filme im direkten Vergleich (erst der von Bonprix, danach der britische Film):

 

Zufall? Ja tatsächlich. Als der Harvey-Nichols-Film in der Vorweihnachtszeit ins Netz ging, war die Bonprix-Kampagne bereits im Kasten. JvM-Geschäftsführer Sven Dörrenbächer gegenüber W&V Online: "Wir haben im Sommer 2012 gepitcht und mit dem Kampagnenkonzept 'Modezwilinge' überzeugt", sagt er. Als man dann Harvey Nichols gesehen habe: "Wir mussten uns gemeinsam mit dem Kunden die Frage stellen, ob man eine fertig abgedrehte Kampagne, an die wir glauben und die auf einem starken Insight basiert, die international und medienneutral tragfähig ist, wegen eines Weihnachtsfilms in England verwerfen müssen und möchten. Wir haben gemeinsam entschieden, dass wir das nicht wollen: Bonprix startet international mit einer klugen und kreativen Kampagne in das Jahr 2013."

Zu der Kampagne gehören neben den Filmen digitale Maßnahmen (Web-Plattform, Social Media) sowie am PoS und im Katalog, außerdem ein Paket für die Bonprix-interne Kommunikation. Andrew Simpson, Bereichsleiter Marke und Werbung Bonprix: "Die Modezwillinge sind eine aufmerksamkeitsstarke Idee und greifen eine Situation auf, in der sich wohl jeder von uns schon mal befunden hat." Ziel der Kampagne sei es, Kundinnen dazu zu motivieren, sich durch den Fotobeweis zur Marke zu bekennen und sie so stärker an Bonprix zu binden. Außerdem sollen zusätzlich neue Zielgruppen erschlossen und die Marke stärker im Wettbewerbsumfeld positioniert werden.

Bei Bonprix ist neben Marketingleiter Andrew Simpson Werbeleiter Martin Kielmann für den Auftritt verantwortlich. Bei Jung von Matt/Alster kümmern sich um den Kunden Thimoteus Wagner (Geschäftsführer Kreation), Andreas Wagner (Senior Art Direktion), Daniel Soares (Junior Art Direktion), Luca Rescheleit (Senior Text), Oliver Tiersch (Junior Text), Christian Hibbeler (Producer), Sven Dörrenbächer (Geschäftsführer Beratung), Christian Classen (Kommunikationsberater), Dennis Koecher (Junior Projektmanagement). Postproduktion: NHB Studios.

von Susanne Herrmann - Kommentare Kommentar schreiben