LG wäscht schmutzige Wäsche in aller Öffentlichkeit
Eigentlich gehört sich das nicht. Die schmutzige Wäsche ist sehr intim, erst die saubere bekommen Nachbarn und Passanten zu sehen. Aus der Sicht eines Waschmaschinenherstellers ist das natürlich was anderes: So will LG schließlich aller Welt zeigen, dass seine Waschmaschinen Großes leisten. Und eine Mordskapazität haben.
Das gelingt in Südafrika mit einer brillanten Außenwerbeidee, die - wie gute Ideen so oft - eigentlich ganz einfach ist: Rugby, in Südafrika populärer als Fußball, ist ein dreckiger Sport. Vor die Spielertunnel in großen Rugby-Stadien baute die Agentur Y&R, Johannesburg, imaginäre Fronten der neuen 11-kg-Maschine auf. Die Aktion lief zu internationalen Turnieren.
Schmutzig rein, sauber raus: Wie oft hat Werbung die Chance, eine Botschaft so präzise unter die Leute zu bringen? Den Rest erledigte die Mundpropaganda via Web. Nach Angaben der Agentur erzeugte die Aktion ein enormes Medienecho. Das war dann hoffentlich - und hier kommt der einzige Wermutstropfen - so gewaltig, dass es auch die weiblichen Waschmaschinenkäufer erreicht hat. Denn die Haushaltsgerätebudgetverantwortlichen werden über Rugby nur teilweise erreicht.
Herrmann Redakteur







