Zeitreise: Leser der "New York Times" fanden ihr Blatt in ungewohnter Aufmachung im Briefkasten.
Zeitreise: Leser der "New York Times" fanden ihr Blatt in ungewohnter Aufmachung im Briefkasten. © Foto:Garcia Media / Twitter Screenshot

Anzeigenbeilage | | von W&V Online

"New York Times" reist als "Downton Times" durch die Zeit

Leser der "New York Times" wurden am Sonntag von der etwas rustikalen Aufmachung des Blattes überrascht. Die "NYT" erschien als "The Downton Times" - mit Inhalten, Schriften und Layout aus einer anderen Epoche. Die Sonderbeilage warb für den Start der letzten Staffel der Serie "Downton Abbey" am selben Tag. Hinter der vierseitigen Anzeigenbeilage verbarg sich die eigentliche Zeitung.

Unter der Datumszeile 3. Januar 1925 (Preis: 2 Pence) wurde für neue Damenfrisuren (kurze Haare sind im Trend) geworben. Leitartikel berichten über "Die Zwanziger: Ein Jahrzehnt der Kontraste" und fragen: "Wenn sich die Zeiten ändern, ändert sich auch die Moral?". Der Blog "Garcia Media" gewährt einen Blick in die Beilage.

Die prominente Platzierung ist ein ungewöhnlicher Schritt für die stolze "New York Times", die als beste Zeitung der USA gilt. Doch diesen Rang will ihr die "Washington Post" laut einem Bericht der "SZ" (Ausgabe 4. Januar) streitig machen. Im Wahljahr 2016 will das Hauptstadt-Blatt die "New York Times" als wichtigste Zeitung der USA ablösen. Dank Eigentümer Jeff Bezos, Chef des Online-Giganten Amazon, kann die "Washington Post" nämlich dort investieren, wo andere Blätter sparen müssen. Etwa in neues Personal und die Digitalisierung. Da muss Konkurrent "New York Times" mithalten - und darf auch neue Wege in der Werbung nicht scheuen.

Der Beilage an so prominenter Stelle brachte dem Staffelfinale von "The Downtown Abbey" auf jeden Fall viel Aufmerksamkeit Die britische ITV-Serie um eine englische Aristokratenfamilie im ersten Viertel des vergangenen Jahrhunderts gehört zu den erfolgreichsten  Produktionen der letzten Jahre. Die Familiensaga beschreibt die politischen und technologischen Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts und den Untergang einer Epoche. Ähnliche einschneidende Umbrüche erlebt auch der Printsektor seit Jahren - die Digitalisierung verändert die Branche rasant. 

Weltweit wird die Serie hoch gelobt. In Deutschland hinkt die Ausstrahlung jedoch zwei Jahre hinterher - und findet nur wenige Fans. Die ersten drei Staffeln wurden im ZDF ausgestrahlt, mit enttäuschenden Quoten. Die vierte Staffel startete Ende November und sollte zunächst am Sonntagnachmittag laufen. Die Quoten waren jedoch so katastrophal, dass der Sender laut DWDL.de die Konsequenzen zog: Die Serie läuft nun am Sonntagvormittag im Spartensender ZDFNeo - und sackt quotenmäßig weiter ab.

Der Teaser zur finalen Staffel:

(mit Material von dpa)

"New York Times" reist als "Downton Times" durch die Zeit

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