Paulaner schenkt den Griechen ein
© Foto:

| | von Susanne Herrmann

Paulaner schenkt den Griechen ein

G'schichten aus dem Paulaner-Garten: Der gewohnt schlitzohrige Jürgen Tonkel (in Bayern nennen wir so was "a Hund is a scho!") sitzt diesmal mit einer Runde Besuchern aus Griechenland am Tisch, doch es zieht ihn heim. Zahlen möchte er. "Ihr habt schon genug bezahlt", bremst ihn der nette Grieche. "Das machen wir Griechen", ergänzt sein Landsmann gegenüber.

Diese schlichte Rhethorik suggeriert, dass der gute Deutsche die Melkkuh der EU ist und die faulen Griechen durchfüttern muss - was die offenbar genauso sehen. Anscheinend haben sie ihr mit Korruption erschwindeltes Geld geschickt auf die Seite gebracht oder sich schon an unser aller hart verdienten Steuergeld bereichert. Sie zahlen die Zeche, prompt kontert Tonkel süffisant: "Samma wieder flüssig?"

Das ist vielleicht augenzwinkernd gemeint, zudem ist ist ein 20-Sekünder ebenso wenig der richtige Platz für einen politischen Exkurs wie diese Webseite. Dennoch: Der Paulaner-Spot vereinfach die Sachlage fahrlässig und schließt sich der Verdummungs-Polemik an, die zahlreiche deutsche Medien leichtfertig in den letzten Wochen betrieben haben.

"Bezahlt" haben "wir" noch gar nichts - und der griechische Bürger ist mindestens genauso ein Opfer dieser Regierungskrise wie der deutsche. Mehr Humor und Takt und weniger Holzhammer wären hier angemessen gewesen.

Paulaner schenkt den Griechen ein

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht