Gattungsmarketing | | von Uli Busch

Radio wirkt: Wie man einen Küchenschwamm ins Ohr drückt

Sollten Sie demnächst mal Radio hören und mit einem Ohrwurm aufwachen, der die Worte "Hallenbad", "Küchenschwamm" oder "Wurstschnitte" enthält, wundern Sie sich nicht. Die Radiozentrale hat für ihren neuen Auftritt extra vier solcher Ohrwürmer inklusive der passenden Musik komponieren lassen. Der eine besingt ein Hallenbad, der andere einen Küchenschwamm, der dritte eine Warzen-Salbe, und dann ist da noch diese Wurstschnitte.

Mit den vier neuen Spots bewirbt die Radiozentrale im Rahmen ihrer berühmten Gattungskampagne "Radio geht ins Ohr. Bleibt im Kopf" nicht nur die Gattung selbst, sondern auch ein besonderes Event: Den Radio Advertising Summit, auf dem zum ersten Mal der Radio Advertising Award in vier Kagetorien vergeben wird. Die neuen Spots enden mit dem Aufruf für das Publikumsvoting, denn es wird zusätzlich auch noch ein Publikumspreis vergeben.

Und wie immer ist auch die neue Kampagne herrlich anders als die meisten anderen Radiospots, vielleicht sogar noch ein bisschen mutiger als sonst. Wer außer der Radiozentrale und ihrem Stammbetreuer Grabarz & Partner aus Hamburg traut sich sonst schon mit kuriosen Texten wie "Ich habe eine Wurstschnitte...und die nenne ich Brigitte" ins Radio zu gehen? Das Ganze auch noch hinterlegt mit Beats, die an die Neue Deutsche Welle erinnern. Leider vergisst man die Ohrwürmer allerdings wirklich nicht mehr so schnell. Hören Sie selbst. Genau so muss Radiowerbung sein.

Radiozentrale: Die neuen Spots123
Radio wirkt: Wie man einen Küchenschwamm ins Ohr drückt

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Mit Radio den Onlinehandel ankurbeln

von Petra Schwegler

Gerade Radiowerbung kann die Online-Kanäle für Kunden wirksam aktivieren. Funkkampagnen können die Shop-Frequenz steigern und Webseiten-Visits oder Downloads generieren. Belege dafür wird Alexander Preuß liefern – beim Radio Advertising Summit 2015, der in genau einem Monat, am 18. Juni, in Düsseldorf stattfinden wird. Der Direktor der eigenständigen Forschungs-Unit BrandScience der Omnicom Media Group wird beim #RAS15 in seinem Vortrag "Paid, Owned, Earned Media: Wie Radio für Traffic im Web sorgt" Beispiele dafür liefern, wie Radio den Onlinehandel ankurbeln kann.

Vorteil Mobilisierung: Auch im Radio wachsen traditionelle und digitale Übertragungswege immer weiter zusammen. Nicht zuletzt die steigende mobile Nutzung eröffnet zahlreiche neue Zielgruppen-Berührungspunkte über den ganzen Tag hinweg – oft vor dem Einkauf. Die fünf Experten Rainer Henze (Laut.ag / Fokusgruppe Audio BVDW), Kristian Kropp (BigFM / RPR1.), Olaf Lassalle (Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse), Jochen Rausch (WDR Hörfunk) und Florian Ruckert (RMS Radio Marketing Service) werden den Besuchern des Radio Advertising Summits darlegen, was das Nebenher von UKW und (mobilem) Web erfolgreich macht.

 

RAS-Veranstalter Radiozentrale um Geschäftsführer Lutz Kuckuck verspricht für die zweite Auflage des Summits unter dem Motto "Der Faktor Konvergenz: Massenkommunikation plus One-to-One" ein praxisorientiertes Kongress-Programm mit zahlreichen Highlights. So wird der Schweizer Zukunftsforscher David Bosshart vom Gottlieb Duttweiler Institute zum Kongress-Auftakt Einblicke in die Kommunikation der Zukunft geben und die Folgen der fortschreitenden Konvergenz für Medien und Marketing skizzieren. Und Radiomacher berichten an Beispielen aus der eigenen Arbeit vom Potenzial, das die neuen Konzepte auch für die Werbewirtschaft bieten: Alexander Ibenhain etwa steht mit Sport1.fm stellvertretend für die Kategorie Web-/Eventradio und deren Aktivierungskraft. Matthias Pfaff von Regiocast individualisiert (Mobile)Radio am Beispiel der App "Radio.likemee" – mit persönlichem Radiowecker oder Sleeptainment. Und Caroline Grazé von Radio Energy/NRJ gibt einen Überblick über weitere zukunftsweisende Kanäle – von Radio Smart TV Apps bis hin zum Messengerdienst WhatsApp.

Das Kreative soll beim Radio Advertising Summit nicht zu kurz kommen: Wo neue Verbindungen entstehen, bedarf es nicht nur einer konvergenten Mediaplanung, sondern auch innovativer Strategien für die Kreation. Komponist und Audioproduzent Tom Batoy von Mona Davis Music/Mona Davis Beat, der unter anderem die McDonald’s-Welt-Kampagne "I’m lovin it" mitgestaltet hat, zeigt auf, wie die Faktoren Konzeption, Komposition, Regie, Casting und Soundbranding ein optimales "Audio Styling" und in der Folge erfolgreiche Werbespots ergeben.

Abgerundet wird der Radio Advertising Summit von der Premieren-Verleihung des Radio Advertising Award. Mit dem neuen gemeinsamen Kreativ-Preis der Radiobranche, der den bisherigen Preisen Ramses (RMS) und Radio Stars (AS&S Radio) ein neues Dach gibt, will die Radiozentrale ihre "Kreativoffensive" fortsetzen. Tagesmoderatorin Barbara Schöneberger und Special Guest Smudo von den Fantastischen Vier stimmen mit einem Talk auf die Premiere ein: Der spricht über Mut und Kreativität, Musikbusiness und Werbebranche sowie die Bedeutung von Awards als persönliche Motivation.

Präsent sein werden beim #RAS15 weitere spannende Persönlichkeiten aus der Radio- und der Werbebranche, darunter die Vermarkter-Chefs Oliver Adrian (AS&S Radio) und Florian Ruckert (RMS). Hinzu kommen Radiomacher und Bestseller-Autor Sebastian Fitzek, J Mark Gillman (TMGS Creative, UK), Ralf Heuel (Grabarz & Partner), Uwe Lehmann (Nielsen), Dirk Lux (Zenithmedia), Philip Maes (Ph.M. Radio & TheMaffia.be), Manfred Mandel (Karstadt), Roland Meves (McDonald’s Deutschland), Vincent Schmidlin (Hirschen Group), Uwe Storch (Ferrero) sowie Georg Tiemann (Crossmedia).

Weitere Informationen zum Programm, den Referenten und zur Anmeldung für die Teilnahme am Radio Advertising Summit gibt es unter radio-advertising-summit.de. Die Shortlist für den Radio Advertising Award finden Sie hier.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben

"Jeder trägt mit dem Smartphone sein Ministudio bei sich"

von Katrin Otto

Laut, schnell, authentisch. So ist J Mark Gillman. Der gebürtige Südafrikaner ist seit über 20 Jahren in der Radiobranche zu Hause – einst als Moderator, nun als Berater. Mit seinen Ideen hat er sich einen Ruf als Querdenker erarbeitet. Unkonventionell sind auch die Markenauftritte, die Gillman mit seiner Agentur TMGS Creative für Kunden wie Levi-Strauss, Coca-Cola, Smirnoff, Unilever oder Puma im Radio konzipiert. Mit seinem Auftritt "Perform or die! Putting the Showbiz (back) into Radio Advertising" ist er an diesem Donnerstag beim Radio Advertising Summit in Düsseldorf dabei. Sein Motto: "Making all sound gangsta."

Radio bleibt beliebt, muss aber auch digital bestehen. Nur wie?

Bei Radio geht es nicht um den Verbreitungsweg, es geht um den Inhalt. Die Sender müssen zwar ihre Plattformen verändern. Das Konzept aber, dass Leute kreative Unterhaltung machen, mit oder ohne Musik, wird immer bestehen. Nur weil ich mir eine Spotify-Playlist erstelle, bin ich noch lange kein DJ. Schließlich wird auch nicht jeder, der Farben und Pinsel kauft, ein Künstler.

Das heißt für Programm und Werbung?

Es gibt viele Herausforderungen, aber vor allem viele Möglichkeiten. Letztere sind das Interessante. So viel mehr ist machbar. Vor allem Kreatives. Es ist nicht besonders einfallsreich, einen Song nach dem anderen rauszuhauen und sich auf nur eine moderierte Show am Tag zu reduzieren. Wir brauchen mehr Kreativität und Mut. Das bringt mit Sicherheit auch mehr Werbeetats ins Radio.

Wie kann das konkret aussehen?

Ich finde es schon immer lustig, dass Senderstudios keine Fenster haben. Da soll der Moderator die Gesellschaft reflektieren und kann noch nicht einmal zur Tür heraus sehen. Das ist das Tolle am Digitalen. Nicht nur der Hörer kann den Moderator sehen, sondern der Moderator auch den Hörer. Jeder trägt mit seinem Smartphone sein eigenes Ministudio bei sich. Der Hörer kann so Content schaffen, den der Sender nutzen kann. Das ist eigentlich großartig. Aber die Sender tun es kaum. Ein Fehler. Denn nun bringen Marken selbst Inhalte on air, die Radiostationen zuvor als nicht machbar abgetan haben. Dabei macht die Digitalisierung so vieles möglich.

Muss Radio also interaktiver sein?

Zumindest haben die digitalen Medien hier das Sagen. Deshalb existieren sie. Weil sie den Leuten zeigen, dass sie mit ihren Geräten selbst Content schaffen, versenden, teilen und Meinung machen. Aber all das lässt die Radiosender kalt. Deshalb habe ich vor Jahren mit Blackberry ein Konzept erstellt, das die Leute ermutigt hat, Inhalte zu schicken. Lange bevor es die heutige Technik gab, schafften wir es, User-Generated-Content ins Radio zu bringen. Andernfalls wäre doch das Programm bei Verkehrsfunk, Wetterbericht und Song-Abspielen stehen geblieben.

Weitere Informationen zum Programm, den Referenten und zur Anmeldung für die Teilnahme am Radio Advertising Summit gibt es unter radio-advertising-summit.de. Die Shortlist für den Radio Advertising Award finden Sie hier.

von Katrin Otto - Kommentare Kommentar schreiben