Targobank: Emotionen bis an die Schnulzgrenze
Welcher Guru hat der Branche eigentlich erzählt, man müsse doch bitteschön emotional werben? Und wer bitteschön hostet dieses austauschbare Footage-Material, das gerade alle aktuellen Versicherungs- und Bankenkampagnen mit gnadenlos menschelnden Episoden hart an der Schnulzgrenze versorgt? Nun hat also die Targobank ihre Version vom Watteglück gelauncht - die erste Arbeit von Grabarz & Partner. Ratlos dreinblickende Menschen malen also in freier Natur Fragezeichen und Sprechblasen in den Himmel, während unser Gefühl schön mit chilliger Musik umschmeichelt wird.
Ganz so, als wären harte Banknoten nur zu vernachlässigendes Kleingedrucktes, ganz so, als wären Bankschalter und Bankautomaten Reliquien aus alten Zeiten und alter Kommunikation, Bankberater sowieso. Bankkrise? Erschüttertes Verbrauchervertrauen? Sorge ums Geld? Ach, wischen wir mit ein paar Wattebäuschen einfach mal weg... Hauptsache, wir reden einfach alle mal drüber, haben ein gutes Gefühl und unsere Bank wieder lieb. Bei Verstand muss man als Bankenkunde und Adressat der Weichspüler-Werbung wohl nicht mehr sein.
Und eigentlich ist dann auch egal, um wen es bei dieser branchen-kollektiven Gruppentherapie hier jetzt geht, ob Ergo, Allianz, Commerz- oder Targobank. Schade, dass man sich an den Spot nur mit einem großen Fragezeichen erinnert.
Janotta Redakteur







