Glotzen für die Liebe - zum Valentinstag stellt Netflix seine eigene Romantik-Formel auf. Der Spot "500 Hours - Binge for Love" ist unsere Kreation des Tages.
Glotzen für die Liebe - zum Valentinstag stellt Netflix seine eigene Romantik-Formel auf. Der Spot "500 Hours - Binge for Love" ist unsere Kreation des Tages. © Foto:Netflix

Netflix fordert "Binge for Love" | | von Sebastian Blum

Valentinstag à la Netflix: Binge-Watching für die Liebe

"Die Liebe ist ein seltsames Spiel". - Ältere Semester erinnern sich vielleicht noch an die Single der US-Entertainerin Conny Francis aus dem Jahr 1960. Ob Francis damals ganz genau verstand, was sie da sang, ist nicht so klar: Die Amerikanerin sprach kein Deutsch, den Text wird ihr jemand sicherlich grob übersetzt haben. Die Frage nach Francis' Deutschkenntnissen ist eigentlich auch nicht von Belang. Wichtiger ist vielmehr die Botschaft des Textes: Liebe ist flüchtig. Wo sie hinfällt, entscheidet niemand. An dieser Tatsache haben nach über 50 Jahren auch Dating-Plattformen wie Elitepartner oder Bagger-Apps wie Tinder nichts geändert.

Angesichts des bald herannahenden Valentinstages stehen junge Männer jedoch wieder vor einer Frage, die so alt ist wie die Liebe selbst: Wie mache ich meine Angebetete auf mich aufmerksam? Schenke ich Blumen? Dazu Pralinen oder vielleicht doch ein romantisches Gedicht? - Alles Quatsch, meint Netflix. Es hilft nur eins: Dauerglotzen - natürlich nur Netflix-Serien, versteht sich. Den Beweis erbringt der Dienst zusammen mit Regisseur Jonathan Entwistle im Spot "500 Hours - Binge for Love":

Zugegeben: Für Romantiker der alten Schule ist der Spot wahrscheinlich nichts. Kritiker könnten - wahrscheinlich zu Recht - einwenden, dass sich exzessives Binge-Watching kaum als Liebesbeweis eignet. Aber was wissen die schon? Vielleicht haben sich die Zeiten ja doch geändert. Schließlich hat Netflix zuletzt eine sehr aufschlussreiche Studie über die Beziehungen seiner Kunden veröffentlicht. Kann der Streaming-Dienst also auch Liebe?

Wenig echte Zuneigung für Netflix und Co. dürften zumindest die klassischen TV-Anbieter empfinden. "Wir werden künftig mehr Inhalte-Produzent als linearer Sender sein", prognostiziert WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn gegenüber dem "Eco Audiomagazin". Bei dem Streaming-Dienst ist die Botschaft angekommen, an dem Gespräch nahm auch Netflix-Mann Ted Sarandos teil.  
 

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Valentinstag à la Netflix: Binge-Watching für die Liebe

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