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Viral-Hit mit niedlich tanzenden Toten
© Foto:Screenshot

Kreation des Tages | | von Anja Janotta

Viral-Hit mit niedlich tanzenden Toten

In den Toaster gegriffen, mit einem Wespennest Fußball gespielt, sich in der Jagdsaison als Hirsch verkleidet - es gibt viele äußerst dumme Wege, so erzählt uns McCann, um sich von der Welt zu verabschieden. Aber selten waren sie so amüsant und leichtfüßig wie hier. Fast zehn Million Klicks hat das Viral auf Youtube erzielt, das die U-Bahn-Fahrgäste der Metro in Melbourne zu mehr Achtsamkeit auf dem Gleis erziehen soll. Gerade weil der Chor der Untoten eher eine Mischung aus nett und niedlich animierten Figürchen besteht, gerade weil sie so ein harmloses, vor sich hin plätscherndes Liedchen singen. Gerade deshalb wird der erhobene Zeigefinger hier eher zu einem kleinen Finger, um den wir Zuschauer gewickelt werden.

Fast schon möchte man bei aller Beschwingtheit eine notorische Einblendung fordern: "Don't try this at home".

Über die Entstehungsgeschichte des Spots gibt es einen ausführlichen Bericht von "Adweek".

Viral-Hit mit niedlich tanzenden Toten

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Grundschüler baut "Dumb Ways to Die"-App nach

von Susanne Herrmann

Wir geben es zu: Die Redaktion von W&V Online besteht aus glühenden "Dumb Ways to Die"-Fans. Das Video und nun auch die Spiele-App der Melbourne Metro sind mitreißend, fantasievoll, sorgen für strahlende Gesichter und gute Unterhaltung - obwohl sie sich eines so ernsten Themas widmen wie der Sicherheit am Bahnsteig. Gerade hierin liegt die große Leistung der vielfach ausgezeichneten Kampagne von McCann, Melbourne: Statt des erhobenen Zeigefingers, der doch nur nervt, erreicht der putzige Tanz der dummen kleinen Männchen zur lieblichen Musik, dass sich jeder gern mit dem Film und dem Spiel beschäftigt und so die Botschaft mitbekommt, ohne einen öden Vortrag aushalten zu müssen (so wie Sie momentan).

Einer derjenigen, die sich ausgiebig mit dem Spiel befasst haben, nahm die Vorlage zum Anlass für eigene Kreationen. Der Nachwuchskreative Florian baute die App kurzerhand nach - mit Papierfiguren samt Kulisse. Der Startbildschirm der Spiele-App ist schon fertig. Level sechs - pro erreichtem Schwierigkeitsgrad bekommt der erste Fahrgast auf dem Bahnsteig einen Kumpel dazu. (Screenshot des Originals darunter).

Schon einige Gefährten am Bahnstieg versammelt: "Dumb Ways to Die" aus Papier.

Schon einige Gefährten am Bahnstieg versammelt: "Dumb Ways to Die" aus Papier.

Vorlage: Schon ein paar Männchen auf dem Bahnsteig versammelt ("Dumb Ways to Die"-Spiele-App).

Vorlage: Schon ein paar Männchen auf dem Bahnsteig versammelt ("Dumb Ways to Die"-Spiele-App).

Und so schaut es aus, wenn der Zug kommt.

Vorsicht am Bahnsteig: Einfahrender Zug.

Vorsicht am Bahnsteig: Einfahrender Zug.

Was Werbung erreichen kann und dass Bildschirmspiele keineswegs nur verblöden: Das wollten wir Ihnen heute zeigen. "Dumb Ways to Die" bleibt damit weiterhin das Maß aller Dinge. Der Künstler übrigens, dessen Name der Redaktion bekannt ist, ist Grundschüler, mit keinem Redaktionsmitglied verwandt oder veschwägert und kommt im Herbst in die dritte Klasse. Wir freuen uns schon darauf, dass Florian vielleicht in zehn oder 15 Jahren frischen Wind in die Werbebranche bringt.

von Susanne Herrmann - Kommentare Kommentar schreiben

Dumb Ways to Die: Kultfiguren kommen als Plüschtiere

von Susanne Herrmann

Melbourne Metro und die australische Agentur McCann bringen ihren größten Erfolg nun zum Knuddeln: Die putzigen Figuren, die im meist prämierten Werbefilm 2013 so skurril zu Tode kommen, wird es in Kürze als Spielzeug geben. Das berichteten zunächst einige Lizenz-Plattformen, bevor das US-Branchenmagazin Ad Age nun mit offiziellen Fotos herauskam.

Die Figuren aus dem Video, das bei Youtube bereits an die 70 Millionen Zugriffe aufweist, sollen weltweit verkauft werden. Es gibt die bunten Kuschelpuppen in mehreren Größen, von Hosentaschenformat bis zur Riesenteddygröße, dementsprechend sollen sie zwischen 6 und 100 Dollar kosten.

Natürlich tragen die unfallgefährdeten Dödelchen auch die Kampagnenbotschaft weiter in die Welt hinaus: Das Piranha-Opfer, das Männchen mit dem brennenden Haupt und der Kopfhörer-Junkie werden ein Etikett mit Link zur Aktions-Webseite tragen. Leah Waymark, bei Melbourne Metro verantwortlich für Corporate Relations: Unzählige Leute fragten bei uns an, wo es zum Beispiel Dumb Ways to Die als T-Shirt gibt. Es kamen auch Vorschläge für Produktentwicklungen bei uns an, von T-Shirt-Herstellern, Spielwarenfabrikanten, TV-Produzenten." Melbourne Metro habe sich auf das Wichtigste konzentriert: den Markenbezug. Es sei nicht darum gegangen, weitere Erlösquellen zu entdecken, sondern eine Möglichkeit zu finden, mit den Menschen in Beziehung zu treten. "Darauf kam es an - und darauf, dass die Sicherheit am Bahnsteig Thema bleibt", erklärte die Managerin gegenüber Ad Age.

Die Plüschfiguren bringt Lizenzpartner Evolution Inc.gemeinsam mit dem New Yorker Hersteller Commonwealth Toy and Novelty heraus. Letzterer produziert unter anderem auch flauschige "Angry Birds". 

An der Kamapgne arbeiten der Verkehrsbetrieb und die Agentur McCann, Melbourne, ebefalls weiter: Neue Inhalte und eine neue Version des Smartphone-Spiels werden derzeit entwickelt. "Wenn man sich aufs Lizenzgeschäft einlässt, ist zusätzlicher Content erforderlich, um es zu unterstützen", sagt Waymark.

von Susanne Herrmann - Kommentare Kommentar schreiben