Der Film von Matus the First wirbt für die große Bandbreite sexueller Spielarten - mit Hilfe einer gut sortierten Schreibtischschublade
Der Film von Matus the First wirbt für die große Bandbreite sexueller Spielarten - mit Hilfe einer gut sortierten Schreibtischschublade © Foto:Metropolitan Film Institut / Matus the First

Nachwuchsfilmer Matus the First | | von Frauke Schobelt

Wie man mit Büroutensilien über Sex aufklärt

Man könnte meinen, der Nachwuchsfilmer Matus the First habe sich für seinen Werbespot mit einem Hersteller von Büroutensilien zusammengetan. Schließlich spielen jede Menge Buntstifte, eine Pinzette und offenbar Leim die Hauptrollen in dem 51-sekündigen Film. Doch es steckt keine Marke hinter dem Werk. "Gay Sex Commercial" ist entstanden, "um Sex zu promoten und zu keinem anderen Zweck", so der Regisseur.

"Sex has billions of followers" heißt es zu Beginn im Spot, der die große Bandbreite und Facetten sexueller Spielarten darstellen soll. Und das gelingt dem 27-jährigen Nachwuchsregisseur erstaunlich gut - auch ohne nackte Haut und zerwühlte Laken. Um seine Botschaft "Be proud of who you are. Fuck the hate." zu vermitteln, braucht er nur eine gut sortierte Schreibtischschublade, Öl und einen Lippenstift. Und vor allem die Fantasie der Zuschauer.  

Mit "Gay Sex Commercial" knüpft der Nachwuchs-Regisseur und -Drehbuchautor an den Erfolg seines 2014 veröffentlichten "Sex Commercial" an. Auch dieser Spot wirbt mit schlau inszenierten Stellungswechseln von Bleistift und Anspitzer für mehr Fantasie beim Sex. Auf Youtube wurde er bisher mehr als 1,4 Millionen Mal geklickt.

Matus the First erklärt seine Mission: "Gay Sex Commercial ist das Produkt purer Leidenschaft, weil wir daran glauben, dass die guten Dinge des Lebens beworben werden sollten. Gemeinsam können wir ein Bewusstsein für die grundlegenden Menschenrechte schaffen, für eine Welt, in der Menschen frei von Bedrohungen leben und lieben können."
 
Das Konzept für "Gay Sex Commercial" hatte der junge Künstler 2015 beim Förderpreis der Deutschen Werbefilmakademie für die beste noch nicht realisierte Filmidee eingereicht. Matus the First gewann zwar nicht, dennoch fand die Fachjury aus den Reihen der Akademie sein Konzept so überzeugend und interessant, dass sie ihn bei der Umsetzung unterstützte.  
 
"Erfolgreiche Kommunikation braucht Mut, neue Wege zu gehen", sagt Tony Petersen, Vorstandsmitglied der Deutschen Werbefilmakademie. "Mit der Unterstützung dieses Spots hoffen wir auf Nachahmer, die kreative Ideen abseits des Mainstreams entwickeln und umsetzen."

Matus the First studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Heute arbeitet er als Regisseur und Commercial Director für das Filmstudio Metropolitan Film Institut in Berlin.

Zum Thema Nachwuchsarbeit: Der Wettbewerb Die Klappe 2016 wartet auf Ideen von Nachwuchskreativen für die Kunden Deichmann, Media Markt und Vodafone. Einsendeschluss ist am 29. Februar.

Wie man mit Büroutensilien über Sex aufklärt

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