62 Prozent der Arbeitssuchenden nutzen neuerdings aber auch Bewertungsseiten wie Kununu, um sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren. Doch lediglich ein Drittel der Unternehmen verwendet diese Plattformen zur Stärkung ihrer Arbeitgebermarke. Das heißt, in dem Fall gehen die Arbeitgeber noch zu wenig auf die veränderten Verhaltensweisen der Bewerber ein.

Weiter im Bewerbungsprozess erfährt auch das Video-Vorstellungsgespräch eine Neuerung: Anders als das traditionelle Skype-Interview, das bereits von 50 Prozent der befragten Bewerber und 45 Prozent der Unternehmen angewandt und live durchgeführt wird, geht die Tendenz neuerdings zum aufgenommenen Bewerbungsgespräch per Video hin. Hierbei wird eine Reihe von Fragen an den Bewerber weitergeleitet, die er per Video beantworten soll. Rund sechs Prozent der Unternehmen nutzen schon diese Methode.

Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand: Der Personalverantwortliche kann sich das Gespräch zeitversetzt und in Ruhe anschauen. Der Bewerber hat die Möglichkeit, seine Antworten bei Bedarf neu aufzuzeichnen. Doch die Skepsis auf Seiten der Bewerber ist noch groß: 69 Prozent der befragten Kandidaten, die diese Erfahrung noch nie gemacht haben, wollen das zeitversetzte Videointerview lieber nicht ausprobieren.

Spielerisch und virtuell zum Ziel

Um mehr über die Fähigkeiten und die Persönlichkeit der Bewerber zu erfahren, setzen einige Unternehmen auf sogenannte prädiktive (vorhersehbare) Eignungs- und Persönlichkeitstests ein. So wurde schon die Hälfte der befragten Kandidaten mit Online-Persönlichkeitstests konfrontiert. Auch Gamification spielt im Einstellungsverfahren eine immer größere Rolle, immerhin 15 Prozent der Unternehmen bauen bereits solche spielerischen Testverfahren in ihre Recruiting-Prozesse ein.

Das Thema Virtual Reality hat ebenfalls schon seinen Einzug in die Welt der Personalgewinnung gefunden. Dabei können sich die Bewerber mithilfe von realistischen Arbeitssimulationen besser in die neue Position hineindenken und die Anforderungen und Tätigkeitsbereiche nachvollziehen, was nicht zuletzt den Entscheidungsprozess erleichtern und beschleunigen soll.

Geht es nach den Kandidaten, könnten die Arbeitgeber auf diesem Gebiet aktiver werden: 61 Prozent der Bewerber würden gern einmal an einer simulierten Arbeitssituation teilnehmen. und auch die Verfasser der Studie sind der Ansicht, dass gerade "mit der Investition in solch eine Technologie Unternehmen als attraktive und innovative Arbeitgeber glänzen" können.

Mit der Einstellung des neuen Mitarbeiters hören die Herausforderungen für die Arbeitgeber jedoch nicht auf: Ebenso wichtig ist das Onboarding. Daher sollten ein interaktives Intranet und E-Learning-Plattformen zu den Basics einer erfolgreichen Einarbeitung des Nachwuchses gehören – zumindest werden diese Maßnahmen von zahlreichen Kandidaten sehr geschätzt (40 beziehungsweise 63 Prozent).

Doch so sinnvoll all diese Innovationen auch sein mögen: "Viele Kandidaten fühlen sich in Anbetracht des potenziell einhergehenden Individualitätsverlusts durch Einsatz künstlicher Intelligenz beim Einstellungsverfahren verunsichert. Infolgedessen ist es wichtig, neue Technologien wie künstliche Intelligenz wohlüberlegt zu integrieren, ohne den menschlichen Aspekt aus den Augen zu verlieren", sagt Faye Walshe, Global Head of Innovation bei Robert Walters.

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