| | von Judith Stephan

Lasst uns ein Ecosystem gestalten!

Personalmarketing und Social Media: … nun lasst uns ein Ecosystem gestalten, es ist soweit.

Erstaunlicherweise führt die aktuell rapide ansteigende Flut von Social Media-Konferenzen nicht zu einer Reduktion der herrschenden Unsicherheit. Vielmehr schiebt sich nun die Problematik der reisetechnischen Road Map vor die der eigentlich anstehenden unternehmensspezifischen Social Media-Road Map.

Gleichwohl gibt es Lichtblicke. Einer davon dieser Tage in Wiesbaden: Das vom Kollegen Jäger veranstaltete JobStairs HR-Symposium. Über die erstellten Rankings hinaus … Bayer again ;-) Glückwunsch Bernd … geht mir ein Satz nicht mehr aus dem Kopf. Quasi Worte wie ein Donnerhall, die Stephan Grabmeier, Head of Cultural Initiatives der Deutschen Telekom, vor einem nachhaltig grünen Urwaldgeflecht an die Wand beamte: „HR hat die Aufgabe, das Enterprise 2.0-Ecosystem zu gestalten.“

Erstaunlicherweise entstand aber weder Tumult noch Begeisterung, nicht mal ein „oh je, auch das noch ...“. Deshalb möchte ich hier einige Reflektionen anschließen. Es sei denn, dass sowieso überall klar ist, das ausgerechnet der Personalbereich den Hut auf hat, Unternehmen fit für Social Media zu machen. Quasi als Business Partner für das Gesamtunternehmen.

Mein Eindruck ist allerdings, dass diese Aufgabe bestenfalls erst Gegenstand eines internen Sortierprozesses ist. Mitunter sehen sich gar Disziplinen wie Marketing oder/und Unternehmenskommunikation in der Pflicht. Welch‘ ein Irrtum. HR hat diese Aufgabe, denn es geht um Menschen. Im Zentrum stehen der Aufbau und die Entwicklung der Dialogfähigkeit von Unternehmen. Da aber nicht Unternehmen, sondern nur Menschen auf Augenhöhe mit anderen Menschen kommunizieren können, stehen nicht UK oder gar IT, sondern die Human Ressources in der Verantwortung.

Dies jedenfalls scheint bei näherer Betrachtung gar nicht mehr vermessen, sondern höchst plausibel. Die Aufgabe wird aber dadurch nicht kleiner, dass der Aufbau von Enterprise 2.0-Ecosystemen bisher noch nicht explizit praktiziert wurde. Um es einmal sehr vorsichtig auszudrücken …

Die Gefahr ist sehr hoch, dass nun alles gleich wieder massiv überhöht wird. Dies ist jedoch nicht nötig, geht es doch im Wesentlichen darum, Unternehmensprozesse um die Aspekte Zuhören, Fragenstellen und Teilnehmen zu erweitern. Und: Dialog bedeutet nicht Chaos, vielleicht eher Offenheit für bessere Informationsflüsse. Fließgleichgewicht.

Ganz praktisch (in dieser Kolumne sollen ja eigentlich Tipps stehen) hier als Vorgehensvorschlag mein 5e-Modell, das ebenfalls auf dem HR-Symposium vorgestellt und vorlaufend auf dem CX-Impulstag diskutiert wurde.

e1: Explore your target groups in the digital arena.

e2: Elaborate your strategy, marketing mix, and KPIs.

e3: Establish an action frame-work & a phased road map.

e4: Enable colleagues via excursions into Social Web.

e5: Entertain dialogs between in-/external communities.

"Diese Schritte umreißen – hier überblicksartig – ein Vorgehen, wie HR aus der Social Media Analyse heraus den Einbezug der Fachbereiche gestalten kann. Denn genau dort liegt die größte Hürde der weiteren Social Media-“Verinnerlichung“. Wird diese aber gemeistert, dann erwächst nach und nach ein sehr lebendiges Ecosystem.

PS … ein Ecosystem, das eine völlig neuartige „Karriere-Website“ haben wird, so dass die entsprechenden Rankings ganz neue Impulse und vielleicht auch Sieger bekommen werden."

Personalmarketing-Experte Professor Dr. Martin Grothe ist Geschäftsführer der Complexium GmbH in Berlin. Kontakt: grothe@complexium.de, www.complexium.de

Lasst uns ein Ecosystem gestalten!

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