Sechs Monate bei PayPal
© Foto:Anke Madlen Jaeckel

| | von Judith Stephan

Sechs Monate bei PayPal

Katharina Ebers steht vor Veränderungen: Ihr Praktikum bei Pay-Pal geht zu Ende und sie macht sich jetzt auf die Jobsuche. Im W&V-Tagebuch erzählt sie von ihren Erfahrungen.

31. August

Ach, das war schön, gestern alle noch mal bei eBays Geburtstagsparty zu sehen. Wir haben trotz des ungastlichen Wetters ein Grillfest veranstaltet. Denn Grillen gehört bei solch einem Geburtstag doch einfach mit dazu. Ja, es wurde dann doch irgendwann ein bisschen kalt und ein Kollege meinte, er hätte lieber Glühwein als Bier... Aber da haben wir dann einfach alle angefangen zu tanzen – und das hat ziemlich gut geholfen! Außerdem war’s echt lustig. Ich hatte auch noch mal Gelegenheit, mich mit einigen Kollegen zu unterhalten, die ich länger nicht gesehen hatte. Man läuft sich in einem großen Unternehmen eben doch nicht jeden Tag über den Weg, und es ist ja auch gerade Urlaubszeit. Ein bisschen wehmütig wird man dann schon, denn ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal hier in den Europarc herausfahren und alle wiedersehen werde. Wir wollen in Kontakt bleiben und ich werde berichten, wie es mir bei den Bewerbungen ergeht – und natürlich, wo es mich dann schließlich hinverschlägt. Und wie oft höre ich an diesem Abend den Satz: „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben...“ – Das würde mich sehr freuen.

27. August

Mein letzter Tag bei PayPal ist herangerückt. – Schade. Man hält es immer gar nicht für möglich (ist ja noch sooo lange hin) und dann ist es auf einmal doch soweit. Sind die ganzen Monate tatsächlich schon ins Land gegangen? Ein Blick auf den Kalender: Ja. Ein Blick aus dem Fenster: Es sind schon deutliche Anzeichen vom Herbst zu sehen. Und ich hab ja im Winter angefangen. Eigentlich will ich noch gar nicht weg. Ich hab hier ein wirklich nettes Team und einen tollen Chef. (Und das schreibe ich jetzt nicht, weil ich muss – bin ja bald nicht mehr da, wie gesagt...)Bei PayPal hat man immer das Gefühl, dass es mit jedem Tag spannender wird. Das nächste Projekt scheint immer noch interessanter zu sein als das vorangegangene. Immer wieder ein neues Feld, neue Ideen, neue Leute. Dass alles fließt – auf die Idee hätte Heraklit auch bei PayPal kommen können...

Mich wird der Fluss nun also auch weitertreiben; wohin, weiß ich noch nicht genau, aber ich bin fleißig am Sondieren. Bei einem Vorstellungsgespräch warte ich noch auf Antwort, das nächste steht kommende Woche an. Das macht den Abschied ein wenig leichter. Die Aussicht, dass es bald mit einem richtigen Job klappt. Und meine ganzen Kollegen sehe ich übermorgen noch mal: Da feiern wir alle eBays 15. Geburtstag!

20. August

Für unsere Teambuilding-Maßnahmen haben wir einen Ausflug in den Wald unternommen. Nicht in den vor unser Tür, auch nicht zum Picknick, sondern in einen Kletterwald in der Nähe von Postdam. Dort haben wir drei Teams gebildet und eine Ralley veranstaltet, die uns über mehrere Stationen führte. Bogenschießen, Brückenbauen nur aus drei Seilen (die dann auch noch von uns überquert werden, also halten mussten…) und eben Klettern in luftiger Höhe.

Natürlich waren wir angeseilt und die Kollegen unten haben jeweils gesichert, aber dafür ist schon eine gewisse Portion Mut erforderlich. Je zwei Personen mussten zusammen über zwei parallel angeordnete Schwebebalken seitwärts laufen, die an Seilen hingen und deswegen hin und her schwankten. Die beiden Kollegen durften sich dabei nur gegenseitig an Händen oder Schultern festhalten, hatten aber sonst keinerlei Stange oder Seil als Stütze. Da muss man sich schon sehr auf einander einstellen, damit man auch gemeinsam auf der anderen Seite ankommt. Und viele haben es geschafft! Am Ende gab es ein wohlverdientes Grillen zur Stärkung und eine Siegerehrung für das beste Team. Das waren sogar wir. – Allerdings lagt das hauptsächlich daran, dass einer von uns sehr, sehr gut beim Bogenschießen war… (Das muss man ja doch ehrlicherweise dazu sagen…)

3. August

Gestern haben wir gemeinsam einen Workshop veranstaltet, der uns dabei helfen soll, die Kommunikation mit anderen Menschen – vor allem natürlich mit den Kollegen im Team – effektiver zu gestalten. Das Tool heiß Insights Discovery und ermöglicht eine Einordnung nach vier Farbtypen, die verschiedenen Eigenschaften der Person entsprechen. Das klingt erst mal holzschnittartig, ist es aber nicht, da sehr differenzierte Abstufungen und Mischungen zwischen den Farben vorgenommen werden. Ich muss sagen, ich war ziemlich erstaunt, wie genau mich dieser Test beschrieben hat. Aber alle Dimensionen hat er denn doch nicht erfasst, und das ist ja vielleicht auch ganz gut so, denn den ganzen Menschen macht ja eben mehr aus, als irgendeine Klassifizierung gerecht werden könnte.

Hilfreich ist die Sache aber auf alle Fälle, denn die Einstufung funktioniert doch überraschend gut und erfasst Wesentliches. So haben wir also erfahren, welche „Typen“ wir so im Team haben und welcher Stil von Kommunikation sich jeweils empfiehlt. Zum Beispiel möchte ein „Blauer“ gerne einen Umfang von Details, bei dem sich ein „Roter“ schon überflutet und aufgehalten fühlen würde. Ein „Grüner“ ist die ausgleichende, harmoniestiftende Seele, während ein „Roter“ eher dominant in Erscheinung treten wird. Wer Gelb als Hauptfarbe im Profil hat, ist ein energie- und ideensprudelnder Sonnenschein, den man in seinem Flow erst mal nicht bremsen sollte. Jeder von uns hat vier Duplo-Steine bekommen, die wir in der Abfolge unserer Profilfarben zusammengesteckt haben. Die stehen jetzt auf unseren Schreibtischen und signalisieren jedem, der sich nähert, wie er uns am besten ansprechen sollte. Denn wer glaubt, dass er das vom jeweiligen Job der Person schon ableiten könnte, der irrt. Nicht alle Analysten haben den blauen Stein der besonnenen Denker, Analysierer, Fakten- und Detailsammler oben auf dem Bauklötzer-Turm zu thronen. Das war vielleicht die erstaunlichste Erkenntnis dieses Workshops: Die meisten Analysten hatten andere Hauptfarben. (Und die werden jetzt nicht alle plötzlich entlassen…)

27. Juli

Bei dem schönen Wetter fahren die Praktikanten nach der Arbeit gerne mal zusammen an den Wannsee. Wir sitzen ja hier vor den Toren der Stadt, südlich von Berlin im Europarc, und da führt uns unser Weg eh über den S-Bahnhof Wannsee. Das muss man wirklich ausnutzen, wenn man sowieso jeden Tag daran vorbeikommt. Ich finde das schön hier draußen im Grünen. Wir haben nicht nur unser Biotop vor der Tür – mit dem Teich für die tägliche „Seerunde“ nach dem Mittagessen –, sondern auch den Wald. Der Blick aus dem Fenster in die Ferne trifft auf Baumwipfel, und so mancher Kollege geht in der Mittagspause dort joggen. Das hat ein Standort in der Innenstadt eben nicht. Abends bietet sich dann ein Abstecher zum Wannsee an. Es gibt sogar ein Strandbad, das ist allerdings ein Stück weit entfernt. Man kann aber auch wunderbar an der Anlegestelle für die Dampfer sitzen und die Füße (bei Bedarf) im Wasser baumeln lassen. Die Abendstimmung dort ist unheimlich reizvoll. Die Sonne scheint immer irgendwann in einer Art Nebel über dem Wasser zu versinken, so dass das gegenüberliegende Ufer leicht verschwommen wirkt. Und das Wasser wandelt seine blaue Farbe nach und nach in ein weiches Rosa, das an Bilder aus Märchenbüchern erinnert. Neulich bin ich mit einem Praktikanten-Grüppchen schwimmen gegangen. Vorher noch schnell in den Supermarkt und ein paar Snacks und Getränke besorgt, perfekt. – Wir hätten es dort ewig ausgehalten!

23. Juli

Only change is constant. Dieser Satz wird hier intern mit einem Augenzwinkern gern als Motto ausgegeben. Wir sind ein schnelldrehendes Unternehmen, und da ändern sich häufiger mal Dinge und Strukturen. Aktuell wird der PR-Bereich etwas anders aufgestellt als bisher. Wir haben einen neuen Head of PR, der die klassischen Aufgaben übernehmen wird, die bisher von meinem Chef und mir bestritten wurden. Wir beide werden uns dafür jetzt komplett den Bereichen Social Media & Digital Brand widmen, um hier noch aktiver auftreten zu können. Viele Unternehmen haben längst erkannt, dass sie auch mal „irgendwas mit Social Media“ machen müssten, aber wir tun das ja längst. Ich halte es für eine gute Entscheidung, noch mehr Ressourcen für dieses Gebiet bereitzustellen, und alles in einer Hand zu bündeln. Wenige Firmen haben sich bislang dazu durchgerungen, tatsächlich die Stelle eines Social Media Mangers einzurichten, der die Aktivitäten in diesem Feld aktiv vorantreibt. Und wir sind jetzt dabei. Ich freue mich auf spannende Projekte, bei denen wir viel lernen und erleben werden! Schließlich ist das noch wenig beackertes Neuland...

20.Juli

Wir bekommen nächste Woche eine neue Auszubildende. – Die erste Azubine im Marketing-Team! Ich bin mal wieder gespannt. Da mein Chef momentan auf Geschäftsreise ist, bin ich gerade dabei, alles für unseren Neuzugang vorzubereiten. Die erste Phase wird sie nämlich bei uns beiden verbringen, um sich ein bisschen einzuleben, und ich möchte ihr den Einstieg möglichst angenehm gestalten. Ich weiß ja selber noch ziemlich gut, wie es für mich hier am Anfang war, als alles neu war. Ich bin sehr freundlich von allen aufgenommen worden, und das möchte ich nun gerne weitergeben. Mann, dass das wirklich schon ein paar Monate her ist! Die Zeit ist wie im Fluge vergangen… Jedenfalls sorge ich jetzt dafür, dass am Montag dann auch der Arbeitsplatz eingerichtet ist, der neue PC da ist, das Telefon funktioniert, ein Welcome-Paket auf dem Tisch wartet usw. Außerdem erstelle ich eine Liste mit Ansprechpartnern, Telefonnummern, wichtigen Intranetadressen und generellen Infos, die ihr eine erste Orientierung geben sollen. Am Montag werde ich sie dann in Empfang nehmen, ihr das Gelände zeigen und die übliche Vorstellungsrunde durchs Haus drehen. Und natürlich ganz viel erklären, von meinen persönlichen Erfahrungen berichten und erzählen, was ich hier die letzten Monate über gemacht habe. – Das wird ein vollgepackter Tag... Mal sehen, welche ersten Eindrücke „von uns“ sie so hat.

19. Juli

Ich habe mal einen kleinen Rundgang über meine Etage im Film festgehalten. Zu sehen ist unsere „PayPal-Lounge“, die zentral zwischen den einzelnen Büros liegt. Dort verbringen wir unsere Pause (falls wir nicht rausgehen, in die Kantine oder ins Café), schauen beim Kühlschrank vorbei oder spielen Wii. Der Platz wird aber auch gerne für kurze Meetings genutzt, da es verschiedene gemütliche Sitzgelegenheiten gibt. Ich hab denn auch gleich mehrere Kollegen mit der Kamera überrascht… Apropos Kamera. Die Aufnahme stammt von einer Digitalkamera, da ich keinen Camcorder habe. Ich habe mich aber gerade bei Conrad Electronic als Produkttester beworben, um diesen Zustand mal zu ändern… Die suchen momentan Leute, die ihre Camcorder auf Herz und Nieren prüfen – und da wäre ich doch genau richtig für. Ich würde fleißig herumprobieren, um die optimale Einstellung für weitere Tagebuch-Filme zu finden. Also, sollte ich den Zuschlag erhalten, gibt es an dieser Stelle bald die schönsten Videos…

12. Juli

Einer meiner Kollegen hat mir heute eine nette Geschichte erzählt: Wie er und seine Freundin sich gefunden haben. Im Internet, aber nicht so, wie man bei dieser Variante vermuten würde. Kein Dating-Portal, kein Chatroom, nein. – Sie waren beide Blogger und haben sich über ihre Blogs kennengelernt. Er wollte damals eigentlich nur mit dem neuen Medium experimentieren und hat über seinen Alltag und die Themen, die ihn interessierten, geschrieben. Sie hat über ihre Themen geschrieben, und so haben sie gemerkt, dass sie sich für die gleichen Dinge interessieren. Außerdem hat sie dadurch mitbekommen, woraus sein Leben so besteht. Und der Schreibstil sagt ja auch noch mal eine ganze Menge über eine Person aus. Klar, so was lässt sich auch alles (bewusst) faken, und das wird auch gerade im Internet gerne getan, weil ja alles so herrlich anonym ist. Da kann man sich auch ganz schön täuschen bzw. täuschen lassen.

Ich war selbst mal eine Weile in mehreren Communities aktiv, und dort sind mir doch recht interessante, witzige bis skurrile Geschichten passiert. Was da so für Leute unterwegs sind... Zuweilen hatte ich den Eindruck, jeder würde verschiedene Identitäten ausprobieren, um die Seiten auszuleben, die man sonst lieber für sich behält. Ziemlich bald hat es mir in den Fingern gejuckt und ich habe angefangen, diese Online-Episoden aufzuschreiben. Der Stoff war einfach zu unterhaltsam, um keinen Roman daraus zu machen. Irgendwann habe ich aus Zeitgründen dann aufgehört und komme momentan leider auch nicht dazu. Aber ich habe das Projekt noch nicht aus den Augen verloren. Auf sechzig DIN-A4-Seiten, einzeilig beschrieben, habe ich es schon gebracht, und ich hoffe, dass es bald mehr werden. Meine Freunde sagen schließlich, dass das Buch unbedingt fertig werden muss. – Schon allein deswegen, weil sie wissen wollen, wie die Story weitergeht…

7. Juli

Unsere neuen Karriereseiten sind live! Über den Drehtag hatte ich ja kürzlich berichtet, und jetzt ist das Ergebnis im Internet zu sehen. Natürlich nicht nur die Filme, sondern alles. Aktuelle Stellenangebote, Texte übers Unternehmen, schriftliche Interviews mit Praktikanten und eben die Videos, in denen Mitarbeiter über ihre Arbeit und die Firmenkultur erzählen. Auch mein Tagebuch hat ein Plätzchen erhalten. Wir haben noch eine Zeitlang an der Abstimmung der Filme gearbeitet, aber nun ist alles rund. Es war gar nicht so leicht, bei den vielen tollen Szenen, die wir gedreht hatten, dann eine Auswahl zu treffen. Informativ ist ja alles, aber niemand möchte sich ein 20-minütiges Video anschauen…

Es ging tagelang hin und her: Was bleibt drin, was kann raus? Welche Message wurde rausgeschnitten, muss aber unbedingt mit dabei sein? Bei wem müssen mehr Zwischenszenen rein, bei wem sind es zu viele? Entsprechen alle Elemente unserem Corporate Design? – Wir haben uns am Ende geeinigt, wie das Ergebnis zeigt. Ist schon toll, wenn man das Projekt, an dem man eine Weile gearbeitet hat, dann schließlich fertig im Netz sieht und von allen Seiten positives Feedback erhält!

5. Juli

Momentan sind alle im WM-Fieber, obwohl nicht mehr jeden Tag ein Spiel stattfindet. Während der Gruppenphase lief ja quasi dauernd der Fernseher unten im Café, damit man in der Pause einen Blick aufs Spiel werfen kann. Auf dem Flur draußen haben wir auch einen Flatscreen, der eigentlich an die Wii angeschlossen ist, aber seit Beginn der WM hat sich die „Interessengruppe“ dann doch darum gekümmert, dass das Gerät auch Fernsehempfang hat…

In den letzten zehn Minuten jeden Spiels wurde es dort dann plötzlich immer voll. Ich bin ja nicht so der Fußball-Fan, aber als neulich die ganze eBay-Familie gemeinsam ein Spiel geschaut hat, da hat es dann auch mich mitgerissen. Wir hatten draußen vor dem Gebäude Bänke und Tische aufgebaut, dazu wurde gegrillt, und die Partie wurde auf vier Bildschirmen übertragen. In der Kantine gab es zusätzlich eine große Leinwand, für den Kino-Effekt. Da hatten sich dann auch, trotz des guten Wetters, viele Zuschauer vor versammelt. Ist halt doch noch mal etwas anderes, die Spieler fast in Lebensgröße übers Feld rennen zu sehen. Eigentlich die besten Voraussetzungen also für gute Laune, aber die wollte wegen des Spielverlaufs denn doch nicht so recht aufkommen… Wir hätten mal das Achtelfinale zusammen sehen sollen. – Da wär hier was los gewesen!

28. Juni

Irgendwie haben heute alle Geburtstag bei PayPal. So viel Kuchen – Wahnsinn! In den Büros, in der Küche – überall Platten voller leckerer Kalorienbomben. Eigentlich wollte ich ja ein bisschen abnehmen; na ja, dann wohl eher ab morgen… Zwei der edlen Kuchenspender haben allerding nicht Geburtstag, sondern feiern ihren Abschied, weil ihr Praktikum zu Ende geht. Das trübt die Stimmung schon. Meine jedenfalls. Schließlich ist man sich monatelang täglich über den Weg gelaufen. Mit dem einen der beiden, Daniel, bin ich jede Woche mindestens einmal zusammen Mittagessen gegangen. Es gab so ein mehr oder weniger festes Grüppchen, das nun langsam zerbröckelt. Letzte Woche hat uns schon Katja verlassen, weil sie einen Job gefunden hat. Was natürlich toll ist! Aber vermissen werden wir sie trotzdem. Da wird mir dann auch jedesmal bewusst, dass ich auch nicht mehr ewig hier sein werde.

Die Monate bei PayPal sind so schnell verflogen, das kann man gar nicht glauben. Weil hier jeden Tag so viel passiert, man immer mehrere Projekte am Laufen hat. Langweilig wird’s hier nicht. Was ich danach machen werde, weiß ich auch noch nicht. Ich müsste langsam mal anfangen, intensiv Bewerbungen zu schreiben, denn optimal wäre natürlich ein lückenloser Übergang. Einige der Praktikanten haben auch Glück, und es wird zum richtigen Zeitpunkt eine passende Stelle hier im Unternehmen für sie frei. Aber das sind eben längst nicht alle. Wirklich schön ist, dass die Praktikanten sich hier gegenseitig bei der Jobsuche unterstützen.

Hört oder liest einer von einer offenen Stelle, die auf einen anderen aus unserer Runde passen könnte, dann wird das weitergegeben. Es gibt auch immer mal wieder jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Es entsteht schon so das Gefühl, Teil einer Community zu sein, weil viele im selben Boot sitzen. Gut, einige gehen an die Uni zurück, weil sie ihr Studium noch nicht beendet haben, aber viele sind auch Absolventen, die das Praktikum als Sprungbrett ins Berufsleben nutzen möchten. – Gesprungen sind wir nun alle schon; wir hoffen auf eine gute Landung…

23. Juni

So, die Filme sind alle im Kasten! Ich hab ja neulich schon kurz unsere geplante Jobseite angekündigt. Diese Woche stand nun der Drehtermin für die Mitarbeiter-Interviews auf dem Programm. Das war ein ebenso interessanter wie unterhaltsamer Tag. Morgens ging es schon recht früh mit dem Aufbau los. Als erstes stellte sich die Frage: Vor welchem Hintergrund filmen wir die Leute? Der gebuchte Raum bot Wände in verschiedenen Farben, allerdings hingen an der einen Wand viele Bilder, an der anderen eine Tafel, die dritte Seite war die Fensterfront und in der vierten Wand war ja die Tür. Hmmm. Vor der Tafel wirkt zu langweilig. Also vor dem Fenster und ganz bewusst Gegenlicht einsetzen? Oder doch vor den Bildern, die aber ausblenden? – Wir haben dann einen Hintergrund aus Flipcharts zusammengestellt. Das sieht nach Arbeit, Meetingsituation und überhaupt dynamisch aus. Weiter ging’s: Stative und Scheinwerfer aufbauen, Kameras in die richtige Position bringen, ausprobieren, was am besten wirkt. Ich hab gestaunt, wie firm unser Filmteam war. Die Jungs haben auf einen Blick richtig eingeschätzt, was geht und was nicht und entsprechende Vorschläge gemacht.

Dann kam das erste Interview. Ein Praktikant aus dem Marketing-Team von PayPal. Mein Kollege vom Nachbartisch, sozusagen. Erstmal verkabeln für den Ton. Mit dem Stuhl noch ein bisschen nach rechts, ja, noch ein Stück, danke. Gut, dann los. Halt! Er glänzt noch ein wenig, noch mal schnell pudern. So, jetzt aber. – Er hat das noch nie vorher gemacht, aber war echt super! Hatte sich gute Antworten überlegt, war ruhig und gelassen. Wir mussten nichts wiederholen und waren schnell mit dem Dreh durch. Dann kam auch schon der nächste Kandidat. Unser Vertriebsleiter. Bei dem hat man nun echt gemerkt, dass er öfters Vorträge hält, vor der Kamera steht, PayPal erklärt. Das kam alles wie aus der Tube. Mit ihm sind wir dann gleich noch zu seinem Arbeitsplatz gegangen und haben ihn auf dem Flur gefilmt, für die Zwischenszenen. Tu mal so, als würdest du arbeiten. Telefonieren, tippen, irgendwas. Jaaa, klasse. Die Kollegen guckten interessiert, was da so abging, liebevoll-spöttelnde Bemerkungen: „Hey, Matthias, Bauch einziehen!“

Wir hatten danach noch eine Kollegin aus den USA vor der Kamera, denn PayPal ist schließlich ein internationales Unternehmen. Am Ende des Tages war unser Geschäftsführer, Gregor Bieler, dann dran. Sehr souverän; der Mann gibt ganz klar öfter Interviews. Auch ihn durfte die Kamera zum Schreibtisch begleiten und für eine Runde Kickern war er ebenfalls sofort zu haben. Das waren wirklich gute Szenen und ich kann’s kaum abwarten, bis wir die Filme auf den Tisch bekommen. Mal sehen, was das Filmteam aus dem Material so gemacht hat. Für morgen wurden uns die ersten beiden Filme avisiert. – Spannung steigt!

17.Juni

Mein Chef ist gerade im Urlaub, und ich halte hier so lange die Stellung. Ich hatte gedacht, das würde eine etwas ruhigere Zeit, in der sich mal weniger dringende Sachen in Angriff nehmen lassen, die schon etwas länger warten. Aber weit gefehlt! Momentan läuft alles über meinen Tisch, und ich habe aktuell sowieso mehrere interessante Projekte in Arbeit. Neben unserem neu eingerichteten Profil bei XING, habe ich seit letzter Woche auch die Pflege unserer Facebook- und Twitter-Profile übernommen, um die sich während der Kampagne ein Social Media Reporter gekümmert hat. Nun werden sie täglich von mir „gefüttert“. Das setzt natürlich voraus, das man erst mal Infos auftut, die für die Friends und Follower interessant sind.

Außerdem erstelle ich eine Präsentation zum Themenbereich Neuromarketing. Diese noch recht junge, wissenschaftliche Methode hat PayPal nämlich für die Kampagne schon mal ausprobiert. Unsere Erfahrungen und Erkenntnisse möchten wir nun gerne weitergeben. Ein echt spannendes Gebiet – was man da so alles machen kann!

Daneben bastelt das Marketing-Team gerade an einer eigenen Webseite für unsere Stellenausschreibungen. Und damit die auch richtig informativ wird und einen guten Einblick in das Arbeiten bei PayPal und die Firmenkultur gibt, werden dort auch Interviews mit Mitarbeitern eingebunden. Dafür habe ich die letzten Tage mit zwei Kollegen noch an den Fragen getüftelt. Den Videodreh für nächste Woche bereiten wir parallel auch vor. Ich freu mich schon auf den Drehtag und auf die Filme am Ende!

10. Juni

So, das nächste Projekt ist erfolgreich angeschoben: ich habe für PayPal ein Firmenprofil bei XING eingerichtet. (https://www.xing.com/companies/paypaldeutschlandgmbh) Live ist die Seite schon seit letzter Woche, aber inzwischen hat das Profil richtig Form angenommen. Ich habe einen Text übers Unternehmen geschrieben, unser Webdesigner hat ein schickes Banner kreiert und mit den Updates geht es jetzt auch los.

Es haben sich bereits rund 80 Abonnenten gefunden, obwohl noch gar nichts drin stand. Vertrauensvorschuss… Eine Rundmail an alle Mitarbeiter habe ich auch rumgeschickt, damit jeder Bescheid weiß, was unser Profil so „kann“. – Und damit vor allem auch die Kollegen, die noch nicht auf dem Profil gelistet sind, erfahren, wie sie sich dazugesellen können. Das wird wohl noch eine Welle von Fragen nach sich ziehen. Außerdem habe ich bei der Gelegenheit gleich um Input für die Firmen-Updates gebeten; denn da sollen schließlich interessante Inhalte aus allen Unternehmensbereichen abgebildet werden. Bin mal gespannt, was so für „Einreichungen“ auf meinem Tisch landen werden.

Die Kollegen aus dem Vertrieb haben schon gescherzt, wir könnten ja eine Glasbox auf den Flur stellen, aus der jeden Tag drei Zettel gezogen werden, die es dann in die Updates schaffen. Aber davon werde ich wohl eher Abstand nehmen…

3. Juni

Diese Woche hat nach längerem wieder das Große PR-Meeting stattgefunden. Eigentlich ist das einmal im Monat angedacht, aber es erweist sich doch jedesmal wieder als Herausforderung, einen Termin zu finden, an dem alle Zeit haben. Alle, das heißt in diesem Fall alle PR-Treibenden der eBay-Familie hier am Standort. Also nicht nur PayPal, sondern auch eBay selber, mobile.de und shopping.com.

Die Internal Communications-Fraktion ist auch mit von der Partie. Für mich ist das eines der interessantesten Meetings überhaupt, da man Updates zu den laufenden und geplanten PR-Projekten aller Konzerngesellschaften bekommt. Wir sind ja eben doch, mehr oder weniger, eine Familie und es gibt dementsprechend Überschneidungen. Außerdem kann man von Erfahrungen gegenseitig gut lernen. Von einem Kollegen bei eBay habe ich mir neulich zum Beispiel Infos darüber geholt, welche Erfahrungen sie mit ihrem Twitteraccount (http://twitter.com/eBayDE) gemacht haben, da ich ja vor einiger Zeit damit angefangen habe, über meine Zeit bei PayPal zu twittern (http://twitter.com/KatharinaEbers).

Diesmal ging es aber hauptsächlich um unseren Umzug hier im Gewerbepark, da PayPal und mobile.de derzeit so stark wachsen, dass die aktuellen Räumlichkeiten nicht ausreichen. Wer kommt wann, wie und vor allem wo hin? PayPal ist letzes Jahr erst in die Büros gezogen, in denen wir momentan angesiedelt sind. Und nun reicht der Platz schon wieder nicht. Das ist ja aber an sich ein gutes Zeichen. Es geht in die richtige Richtung… Nun, zu Ende diskutiert wurde das in diesem Meeting noch nicht, aber ich bin für unser Marketing-Team schon mal als Umzugs-Managerin ernannt worden. Da werde ich demnächst also ein neues Zuhause für uns einrichten. – Zumindest für die nächsten paar Monate…

31. Mai

So, gerade habe ich den Web Relations Report für Mai fertiggestellt. Das ist unser monatliches Reporting zur Stimmung, die über PayPal in Internetforen herrscht. Eine Agentur übernimmt das Monitoring für uns, schickt mir dann die Daten, und ich erstelle daraus zum Monatsanfang einen Bericht mit Charts und Tabellen. Da wird für uns dann auf einen Blick ersichtlich, was unsere Kunden umtreibt und an welchen Stellen wir an uns arbeiten müssen.

Die meisten User wenden sich direkt an das Bezahlforum von eBay, aber es wird auch zunehmend auf anderen Boards gepostet. Probleme, Fragen, Anregungen – alles ist vertreten. Im Bezahlforum ist ein Moderator von uns aktiv, der sich der Anliegen annimmt, „draußen“ hilft die Community und seit einiger Zeit auch wir selbst. Sobald wir eine Frage von einem Kunden entdecken, antwortet unser Webhilfe-Team auf dem entsprechenden Board und bietet Hilfe an. Also, nicht wundern, wenn man einen User namens „PayPal-Webhilfe“ entdeckt. Das ist kein Phishing-Versuch, das ist „echt“ PayPal. Hier wird „gewebholfen“, sozusagen…

Übrigens: Von den Pals habe ich mich doch noch nicht so ganz verabschieden wollen und habe ihnen deshalb einen neuen Job besorgt – als Models! Nun sind sie beim Endless Fashionwalk von Otto zu sehen und bleiben uns noch ein bisschen länger erhalten.

28. Mai

Pals in Frankfurt

Pay Pal Promotion in Frankfurt

Die letzte Woche unserer Kampagne ist angebrochen. Oooch, schade. Nur noch bis Samstag kann man die Pals live erleben. Diesmal in Frankfurt am Main. Da werde ich leider nicht vorbeischauen können. Ich hätte sie so gerne noch mal gesehen. Die Pal-Woche in Berlin war so schnell vorbei. Ich hab unsere knuffigen blauen Maskottchen richtig lieb gewonnen. Und da bin ich sicherlich nicht die einzige. Hoffentlich kommen sie bald mal wieder zu Besuch. Ihr Heimatplanet Glynok ist zwar weit, aber das mit dem Beamen scheint ja gut zu funktionieren. Ich hab mich natürlich schon gefragt, warum sie eigentlich nicht die Bahn benutzen, wenn sie von Bahnhof zu Bahnhof wollen. Aber die werden schon wissen, warum… Und ihren Trick habe ich leider doch nicht herausbekommen. Werde ich also weiterhin auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen müssen.

Ich sehe ja zumindest die Chance, dass die Pals noch einmal bei einem Firmenevent dabei sein werden. Da haben die anderen Leute, die nicht hier arbeiten, aber natürlich nichts von. Für alle „externen“ Fans bleiben die Fotos und Videos auf Facebook. Es sei denn, es bricht eine solche Welle von Nachfrage auf Facebook aus, dass unsere „Planer“ hier im Haus davon überzeugt werden, die Pals bald wieder ins Rennen zu schicken. Also: Daumen drücken – bzw. „Like“-Button bei Facebook… (Oder vielleicht denkt sich ja irgendjemand was ganz anderes, Tolles, Verrücktes aus?)

26. Mai

Wir halten ihn in den Händen: Den ersten Award für unser deutsches Marketing-Team! Beim WorldMediaFestival 2010 in Hamburg haben wir ihn letzte Woche ergattert. Das WorldMediaFestival zeichnet einmal im Jahr international herausragende Beiträge aus den Bereichen Corporate Film, TV, Web und Print Produktion aus. Beate Krull und Alexander Lengen haben den Silver Award in der Kategorie Cinema Commercials für unseren Werbespot zur Schweinegrippe in Empfang genommen. Das war letztes Jahr der Auftakt zu unserer neuen Strategie, sympathisch Regeln zu brechen. Und dann gleich ein voller Erfolg! Der Spot lief im Herbst 2009 bundesweit in allen Kinos und greift das brisante Thema Schweinegrippe mal von einer ganz anderen Seite auf: Lieber nach Hause gehen und im Internet shoppen (und mit PayPal bezahlen, klar), das ist nämlich sicherer, als sich irgendwo draußen in der Menge herumzutreiben. Wir durften den Spot dann auch leider nicht beim Fest der Einheit am Brandenburger Tor zeigen, da das dem Veranstalter denn doch ein bisschen zu provokant für diesen Rahmen war. Vielleicht hat er aber auch eine derart durchschlagende Wirkung erwartet, dass er befürchtet hat, die Leute würden tatsächlich auf dem Absatz kehrt machen und nach Hause flüchten. (Zugegeben, das wäre für einen Veranstalter eher kontraproduktiv…) Statt dessen lief dann ein harmloserer Spot von uns auf den gebuchten Großbildleinwänden. (Der keinen Award gewonnen hat… - Was lehrt uns das??? – Geeenau…)

Jetzt sind wir auf den Geschmack gekommen. Inzwischen haben wir auch unsere „eCommerce-Studie“ für einen Award angemeldet. Die ist zwar nicht so spektakulär, aber höchst informativ und richtungsweisend, was zum Beispiel die vielfache Multiplikation durch die Presse zeigt. Mal sehen, ob auch das die Jury überzeugt. Unsere jetzige Kampagne wird bestimmt auch in irgendeiner Form ausgezeichnet werden, da bin ich mir ziemlich sicher. Die kommt so gut an. Eben weil wir hier den Faden wieder aufgegriffen haben und ein weiteres Mal fröhlich sympathisch Regeln brechen. – Fazit: Was beliebt, ist auch erlaubt…

19. Mai

Gestern hat ganz PayPal seine Pals besucht, die ja diese Woche in Berlin im Einsatz sind. Gemeinsam sind wir zum Bahnhof Alexanderplatz gepilgert, eine halbe Busladung voll. (Die andere Hälfte hat in die vorhandenen Autos gepasst…) An der Weltzeituhr ist unser Europachef dazu gestoßen, der gerade geschäftlich in der Stadt ist. Dann ist die gesamte Truppe sozusagen in den Untergrund abgetaucht und hat sich unsere „Station Domination“ live angesehen. Schon auf den Treppen, die in den U-Bahnhof hinunter führen, wird man von den PayPal-Bannern empfangen und sichererer die Stufen hinab geleitet. Hinter der nächsten Ecke sind wir auch gleich den Pals in die Arme gelaufen, die dort mal im Gänsemarsch durch die Gänge patroullieren, mal kleine Choreographien performen – und natürlich immer wieder gerne für Fotos mit Passanten zur Verfügung stehen. Davon haben wir sofort reichlich Gebrauch gemacht….

Etwas überrascht waren die blauen Kerlchen dann doch, als plötzlich so eine ganze Besuchergruppe auf sie zugestürzt ist. Normalerweise gucken die Leute erst mal verdutzt und beobachten ein wenig, wenn sie die Pals erblicken. Aber wir wussten ja, wen wir suchen. Nach diesem „Pal-Watching“ sind wir zu unserem Team-Event weitergezogen und haben den Rest des Abends in allen Variationen Wii gespielt. Mir kam der Gedanke, dass es eigentlich ein Spiel mit Pals hätte geben müssen, bei dem man ihren Bahnhofs-Tanz stilecht nachgrooven muss oder so was in der Art… Na, wenn deren Beliebtheit weiter so rasant ansteigt (Die Marketing Teams anderer Länder wollen das Konzept jetzt adaptieren!), dann ist ja vielleicht demnächst sogar eine entsprechende Version im Handel erhältlich… Unser Konzept vom sympathischen Regelbruch kommt eben nicht nur bei den Zuschauern auf dem Bahnhof gut an. Es ist diese Kombination aus unkonventionellen Guerilla-Maßnahmen, die von sich reden machen, (bahnhofs)flächendeckender Werbung, vor der die Leute stehenbleiben und Fotos davon ins Netz stellen, einem untypisch übersteigertem Text-Visual, das im Gedächtnis haftet und knuffigen Maskottchen, durch die das Unternehmen als sympathische Marke wahrgenommen wird, die „irgendwie anders“ ist. Die W&V hat dementsprechend auch den „Kopf hinter der Idee“ - das ist Dominik Dommick, unser Geschäftsführer Marketing – in die gleichnamige Reihe mit aufgenommen. – Ich warte auf die Wii-Verison mit den Pals.

12. Mai

Inzwischen haben sich die Pals nach München gebeamt, und wie sie das gemacht haben, zeigt dieses kurze Video: 4. Eine witzige Idee. (Wird bei mir leider wieder mal nicht klappen, fürchte ich… Aber vielleicht verraten sie mir ja ihren Trick…) Auf ihren Facebook-Seiten haben sie uns die letzte Woche über mit Fotos, Filmen und Postings über ihre Zeit in Hamburg auf dem Laufenden gehalten. Jetzt sind sie in München am Start und posten ihre Abenteuer von dort hinaus ins All – oder bis wohin das Internet eben so reicht. Sie mussten feststellen, dass in München alles irgendwie bayerischerererer ist als in Hamburg…

Aber die bayerische Gemütlichkeit scheint ihnen durchaus zu liegen. Und die Leute sind ganz begeistert von den Pals und machen eifrig Fotos mit ihnen, die auch schon bei Flickr auftauchen. Nächste Woche werden Sie dann Berlin rocken. Da wird dann wohl ganz PayPal hinpilgern, um die Kampagne vor Ort live zu erleben. Wir haben vom unserem Chef auch eine Einladung zu einer Abendveranstaltung am Alexanderplatz für nächste Woche erhalten. Was da genau von statten gehen wird, hat man uns noch nicht verraten. Aber die räumliche Nähe zum „Kampagnen-Schauplatz“ legt doch gewisse Vermutungen nahe. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Pals auch unser Event sicherererer machen möchten…

5. Mai

Heute ist es endlich soweit: Unsere Supercampaign startet! Ich bin gespannt auf die Reaktionen der Passanten und der Medien. Über Nacht wurde klammheimlich alles aufgebaut. In Berlin, Hamburg, Frankfurt und München tragen die Hauptbahnhöfe jetzt PayPal. In Hamburg sind diese Woche auch unsere Pals am Start und wuseln durch die Menge. Sie sind mal wieder auf unserem Planeten gelandet und zeigen den Menschen, wie man alles sicherererer macht. Mein Chef, Alexander Lengen, ist heute Morgen hingefahren, um sich die Aktion vor Ort anzuschauen. Er klang ganz begeistert am Telefon. Erste Fotos hat er auch schon geschickt. Die Stimmung dort scheint echt toll zu sein. Die Leute, die das gesehen haben, twittern schon darüber. Außerdem berichtet uns ein Social Media Reporter von dort. Der hat schon fleißig auf Facebook gepostet:. Ich bin schon neugierig auf weitere Bilder. Das wird eine lustige Woche für die Hamburger! Schade eigentlich, dass wir in Berlin noch zwei Wochen auf die Pals warten müssen. Aber: Sie haben unsere technischen Möglichkeiten auf den ersten Blick erfasst und halten den Rest der Welt nun via Twitter auf dem Laufenden.

Übrigens: Das Brand Marketing-Team von PayPal sucht eine neue Praktikantin bzw. einen neuen Praktikanten:. Wer sich jetzt bewirbt und das Rennen macht, ist bei der nächsten Supercampaign im Herbst mit dabei. Im Brand Marketing-Team von Beate Krull sitzt der oder diejenige dann nämlich direkt an der Quelle. Kathleen, die den Job momentan macht, hat in einem Interview mit der audimax ein bisschen über ihre Tätigkeiten berichtet: http://tinyurl.com/29b7x5e.

29. April

Momentan durchleben wir hier bei PayPal eine wirklich spannende Phase. In den letzten Wochen hat das ganze Marketing-Team auf Hochtouren an einer integrierten Kampagnen gearbeitet, die nächste Woche dann so richtig los geht. Geleitet wird unsere „Task Force“ zur „Supercampaign 1“ von Dominik Dommick, Beate Krull und Alexander Lengen. Alles steht unter dem Motto Sicherheit, oder genauer gesagt: Sichererererheit. Das ist sozusagen unser „text visual“, das betont, wie besonders sicher unser Zahlungssystem ist. Die Microsite mit Gewinnspiel zur Kampagne ist schon online. (Als Gewinn winkt ein Astronauten-Training! Leider nicht für Mitarbeiter…) Einen ersten Vorläufer gab es vor zwei Wochen: Da haben unserer Pals die „Guerrero-Sichererererheitsflasche“ nach dem HSV-Spiel vor dem Stadion verteilt. Die Fans hat’s amüsiert.

Aber das war nur ein kleiner Vorgeschmack – da kommt noch viel, viel mehr nach. Den ganzen Mai über werden wir in vier Städten wichtige Bahnhöfe quasi komplett in PayPal hüllen. Auf dem Boden, an den Wänden, an den Treppen – überall werden unsere Kampagnenmotive zu sehen sein. Einige hat Dominik Dommick ja schon in seinem Interview mit der W&V enthüllt: Ich habe mal unseren eigens dafür eingerichteten „War Room“ fotografiert, mit der Flut von Motiven am White Board. Unsere Pals werden auch wieder mit von der Partie sein und die Bahnhöfe, nein, nicht unsicher machen, sondern sicherererer machen. Einer von ihnen wird in einer Vitrine sitzen. – Den muss ich mir angucken gehen! Begleitend wird ein Radiospot bundesweit auf vielen Sendern ausgestrahlt. Und den gibt es genau hier zum allerersten Mal und vorab zu hören. Ab jetzt werde ich auch exklusiv auf Twitter (https://twitter.com/KatharinaEbers) über die Kampagne berichten. Da wird dann so manches im Vorfeld verraten und angekündigt…

PR-seitig haben wir in den letzten Tagen schon mal vorgelegt. Wir konnten die dpa dafür gewinnen, exklusiv über die Ausweitung des PayPal-Käuferschutzes (der gilt jetzt im gesamten Internet) und unser neues TÜV-Siegel zu berichten. Ist schon toll, von wie vielen Medien die Meldung aufgegriffen wurde. Es stößt offensichtlich auf reges Interesse. Sogar Spiegel Online schreibt darüber. Ich freue mich auf einen aufregenden Mai!

26. April

Am Wochenende war ich bei einem befreundeten Künstler, Manfred Bökenkamp, zu Besuch. Ich war schon einige Zeit nicht dort gewesen und habe wieder nicht schlecht gestaunt, was er seit dem letzten Mal alles geschaffen hat. Er hat das Haus erst vor ein paar Jahren gekauft, aber es inzwischen in ein eigenes Kunstwerk verwandelt. Mehr und mehr wird nun auch der Garten in die Gestaltung mit einbezogen. Ich bin ein ums andere Mal überrascht, was ihm so alles einfällt. Welche Nischen er geschickt ausnutzt, von denen sonst niemand auch nur Notiz nehmen würde. Welche vorhandenen Gegenstände er mit einbindet und ihnen dadurch einen ganz anderen Charakter verleiht. Da das Laub noch nicht wieder an Bäumen und Büschen ist, ist mir zum Beispiel erstmals aufgefallen, dass die mit Wein überrankte Schuppentür auch bemalt ist. Im Sommer sieht man nur grüne Blätter, im Winter kommt das Bild zum Vorschein.

Fotos Bökenkamp für Pay Pal Tagebuch

Zu Besuch beim Künstler Manfred Bökenkamp

Er ist auch oft im Umland unterwegs und sammelt Fundstücke, die er dann in seinen Werken verwendet. Ich finde es faszinierend, was man aus diesen Einzelteilen so alles machen kann. Da wird ein alter Fensterrahmen zum Bilderrahmen, rostige Schrauben zum Bestandteil einer Skulptur, abgebrochene Säulen zu einem Relief-Kamin an der Hauswand. Woher nimmt der Mann die Ideen? Die Dinge werden durch ihre neue „Aufgabe“ geradezu veredelt – um den Begriff „Funktion“ in diesem Zusammenhang tunlichst zu vermeiden. Schmunzeln musste ich über das Windspiel auf der Terrasse, das kunstvoll aus alten Teelöffeln zusammengesetzt wurde. Die skurrilsten Skulpturen stellt er gerne im Vorgarten auf. Um die Nachbarn ein bisschen zu ärgern („die sind hier alle so spießig…“), wie er mir mal augenzwinkernd mitteilte.

Aus dem Atelier – einem ausgebauten Dachboden – will ich immer gar nicht wieder weg. Hauptsächlich finden Berliner Motive auf den Bildern Verwendung. Er hat ein ganz eigenes Händchen, die Stimmungen und die Dynamik der Stadt in verschiedenen Farben einzufangen. Aktuell stand ein Bild mit Fernsehturm auf der Staffelei. Mein Favorit ist ein Gemälde in Blautönen, das eine Straßenflucht zeigt. Das wurde leider schon vor einer Weile verkauft, aber ich habe noch eine Postkarte mit diesem Motiv. Endlich ist nun auch eine Webpräsenz mit seinen Werken im Aufbau, um die Werke einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Aber ich werde trotzdem weiterhin bei ihm im Atelier vorbeischauen, denn „in echt“ ist das eben alles noch viel faszinierender.

22. April

Viele der Praktikanten kommen extra für das Praktikum bei PayPal nach Berlin. Aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland. Für sie ist natürlich nicht nur das Unternehmen neu, sondern es gibt auch noch eine tolle Stadt zu erkunden. Das macht das Praktikum für viele zusätzlich attraktiv. Der Ruf eilt uns schließlich voraus: Wir sind arm, aber sexy, so heißt es. Ich lebe gern hier. Ich mag Berlin.

Und das sage ich nicht nur, weil ich auch von hier bin. (Jaaaa, die Leute gibt’s wirklich…) Aber als ich in London studiert habe, kam mir Berlin plötzlich wie die sprichwörtliche ostelbische Provinz vor. Ich war fest davon überzeugt, nach meiner Rückkehr würde mir zwangsläufig die Decke auf den Kopf fallen. Inzwischen bin ich wieder froh, hier zu sein. Diese Stadt bietet so viele Möglichkeiten und ist vor allem für Studenten toll, da sie sich Dinge wie eine eigene Wohnung leisten können. In München unvorstellbar. (In London übrigens auch…)

Und wir haben drei subventionierte Opernhäuser. – Die freilich seit Jahren in der Diskussion um ihre Schließung/Reduzierung stehen. Wann immer ich hier in die Oper gehe, muss ich an mein fassungsloses Gesicht denken, als mir der nette Mann an der Kasse der Royal Opera den Ratschlag gab: „Ich sag dir jetzt mal was: Du solltest dein Leben besser ohne Studentenrabatte planen…“

14. April

Schon seit einer Weile bin ich dabei, nach und nach mit jedem Kollegen mal einen Kaffee trinken zu gehen. So lerne ich jeden persönlich kennen und erfahre mehr über die verschiedenen Unternehmensbereiche. – Ich komme voran. Beharrlich arbeite ich mich durch die verschiedenen Büros. Angefangen habe ich hier in meinem „direkten Umfeld“, im Marketing Team, und bin dann erst mal zum Vertriebs Team weitergewandert, da ich mit dieser Abteilung oft zu tun habe. Inzwischen hab ich auch schon Kollegen vom Produkt Team getroffen und mir außerdem von „Marketplaces“ erklären lassen, wie die Zusammenarbeit mit eBay aussieht.

Jetzt weiß ich schon recht genau, wer für was bei PayPal zuständig ist und an wen ich mich also mit welchem Anliegen wenden kann. Nun erweitere ich gerade mein „Einzugsgebiet“ und wage mich an die PR-Abteilungen der anderen Konzerngesellschaften. Das interessiert mich denn doch nicht wenig, was die so machen. Heute habe ich mich als erstes mit einer Pressesprecherin von eBay zusammengesetzt und mir von vergangenen, aktuellen und anstehenden Kampagnen berichten lassen. Das Tolle ist, dass in meinem Outlook die E-Mail-Adressen der Mitarbeiter des ganzen Konzerns – weltweit – gespeichert sind. Das erleichtert die Kontaktaufnahme doch erheblich. Für diesmal musste ich allerdings nur zwei Etagen tiefer vorbeischauen. Kurze Wege haben durchaus etwas für sich...

6. April

Bei PayPal wurde ein kleiner Film für interne Veranstaltungen gedreht und ich hab das Filmteam durchs Haus begleitet. Aus jedem Büro haben ein paar Kollegen vor der Kamera kurz über ihre Arbeit berichtet. Das ganze hatte einen lockeren Charakter und deswegen konnte sich jeder witzige Details ausdenken.

Ein russischer Kollege hatte extra einen Samowar auf seinen Schreibtisch gestellt, der da sonst natürlich nie steht. Wir sind mit laufender Kamera zu den einzelnen Arbeitsplätzen marschiert, als würden wir gerade mal überraschend zu Besuch kommen. Den Anfang machte das Produktteam. Die Aufnahme lief, die Bürotür wurde geöffnet, und im Gänsemarsch bahnten sich der Kameramann, der Regisseur und ich den Weg durchs Büro bis hin zu unserem ersten Interview. Der Kollege begann zu erzählen und ich zückte den Fotoapparat, um ein paar Bilder fürs Tagebuch zu machen. Automatisch löste der Blitz aus. „Ja, das geht nicht, das haben wir ja jetzt mit auf dem Film“, wandte der Regisseur ein. „Das müssen wir jetzt noch mal machen.“ Ups, sorry, wusste ich nicht… Also keine Fotos mehr, schade. Aber eines hab ich ja im Kasten. Danach waren wir noch bei fünf weiteren Kollegen. Unsere Justiziarin hatte sich für uns sogar augenzwinkernd in eine Robe geworfen, um sich „standesgemäß“ zu kostümieren. Ich empfinde das als sehr angenehm, dass sich hier niemand, egal in welcher Position, für einen Spaß zu schade ist.

Unser Maskottchen, ein „Pal“, flitzte auch immer mal wieder durchs Bild. Ich weiß nicht, wo mein Chef wieder jemanden aufgetrieben hat, der sich das warme Kostüm angezogen hat. Die Pals wurden für eine Kampagne im letzten Dezember ins Leben gerufen und erfreuen sich seitdem auch bei uns hier größter Beliebtheit. Die Kostüme sind noch vorhanden und kommen immer mal wieder zum Einsatz, gerne auch auf internen Veranstaltungen. Unser CEO in Amerika war von diesen sympathischen, dicken blauen Kerlchen so begeistert, dass er unbedingt ein Kostüm haben wollte, um selbst darin auf der nächsten Versammlung aufzutauchen. Und hier bei uns auf der Etage haben wir eine Schaufensterpuppe im Pal-Gewand aufgestellt. Unseren internen Film wird es leider nicht im Internet geben, obwohl er wirklich gut geworden ist. Aber die Pals und ihre Tour durch Berlin kann man sich auf unseren Webseiten angucken: https://www.paypal-deutschland.de/komm-mit-in-die-zukunft/. Auch bei Facebook haben sie eine beachtliche Fangemeinde um sich gescharrt. – Und wer ganz genau hinsieht, der wird in einem der Kostüme unseren Marketingleiter erkennen. Der war sich nämlich auch nicht zu fein dafür, das mal selber auszuprobieren, um wirklich „hautnah“ zu erleben, wie die Kampagne draußen ankommt.

Sechs Monate bei PayPal

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