Sechs Monate bei PayPal
© Foto:Anke Madlen Jaeckel

| | von Judith Stephan

Sechs Monate bei PayPal

5. Februar: "Marketing Infoday 2010"

Am Freitag habe ich an der ersten großen Veranstaltung bei PayPal teilgenommen, dem "Marketing Infoday 2010." Zu diesem Event lädt das Unternehmen einmal im Jahr alle Agenturen ein, mit denen wir zusammenarbeiten, um die Strategie für die kommenden Monate zu präsentieren. Für mich war es sehr informativ, an einem Tag gebündelt von unseren verschiedenen Marketing Teams zu hören, was sie grundsätzlich machen, wo sie aktuell jeweils stehen, und wo die Reise hingehen soll. So habe ich nicht nur einen guten Überblick über unsere verschiedenen Tätigkeitsfelder bekommen, sondern auch so manchen Zusammenhang verstanden, von dem ich bis jetzt immer nur Teile aufgeschnappt hatte. Ausgesprochen passend fand ich den gewählten Veranstaltungsort: das Museum für Kommunikation in Berlin. Wo wären wir als Marketing- und Kommunikationsabteilung besser aufgehoben gewesen? Obendrein läuft dort aktuell noch die Ausstellung "Die Sprache des Geldes“, zu der wir als Zahlungsdienstleister thematisch ja auch gehören. Zur Einstimmung startete der Tag mit einer Führung durch diese Ausstellung, am Nachmittag folgte ein Rundgang durch den permanenten Bestand des Museums. Dabei wurde für uns quasi "greifbar“, wo eigentlich die Wurzeln unserer Disziplin liegen, und welche Entwicklung sie durch die Jahrhunderte genommen hat.

Außerdem war die Veranstaltung eine sehr gute Gelegenheit für mich, schon relativ am Anfang meines Praktikums unsere Partner kennenzulernen. Acht Agenturen waren vor Ort, insgesamt mehr als 50 Teilnehmer. Es ist doch immer etwas anderes, wenn man sich auch einmal persönlich gegenüber gestanden hat, und die Stimme am Telefon plötzlich ein Gesicht bekommt. Selbst wenn man sich vorher die Fotos bei Xing angeschaut hat; man ist doch zuweilen überrascht. Und das meine ich nicht negativ. Einem Bild fehlt eben doch diese weitere, wichtige Dimension. Der Umgang mit einander ist auch irgendwie gelöster, wenn man sich erst mal die Hand geschüttelt hat, finde ich. Und es war natürlich unheimlich spannend, in Gesprächen in den Pausen mehr über die einzelnen Leute und ihre jeweiligen Projekte zu erfahren. Zum Ausklang gab es ein gemeinsames Abendessen, das noch einmal Gelegenheit zu einer längeren Unterhaltung mit den Tischnachbarn bot. – Alles in allem ein rundum gelungener Tag.

1. Februar - 5. Februar: Die erste reguläre Woche:

In meiner ersten Woche hatte ich erst mal damit zu tun, mir einen Telefonanschluss zu besorgen, das Intranet zu erkunden, zusätzliche Software auf den PC zu bekommen, Passwörter, E-Mailadresse, Zugriffsrechte… Man lernt schnell, was es hier so alles gibt - und was man so alles braucht, um die ganze Bandbreite dann auch nutzen zu können. Entdecke die Möglichkeiten!

Aber dann ging es auch schon gleich richtig los. Mitte der Woche hatte ich ein Meeting mit meinem Chef Alexander, in dem wir besprochen haben, was ich für den Anfang tun kann. Er hatte mir im Vorstellungsgespräch bereits eines der Projekte fürs kommende Jahr skizziert. Nun stellte sich heraus, dass ich sofort mit damit loslegen dürfte. Super! Ich werde mir überlegen, wie wir die Nutzung unserer bereits bestehenden Social Media Kanäle optimieren und weitere einbinden können. Verbesserungsvorschläge stilistischer und inhaltlicher Natur – herzlich willkommen! Toll. Er will echt meine Meinung hören. Auf alle Fälle ein ebenso spannendes wie zukunftsträchtiges Thema! Und als Alexander dann noch mit der Frage herausrückte, ob ich Lust hätte, für die w&v ein Tagebuch über mein Praktikum bei PayPal zu schreiben, um meine Erfahrungen mit anderen zu teilen – da war ich ja erst recht überrascht. Und hab sofort zugesagt. Das verspricht eine wirklich interessante Zeit hier zu werden! – Und auf einmal hab ich dieses Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

15. Januar - 31. Januar:

Da ich sehr kurzfristig noch im Januar bei PayPal einsteigen durfte, kann ich rückblickend bereits einiges berichten. Ich bin hier ausgesprochen freundlich von allen aufgenommen worden und war erstaunt über die offene Atmosphäre. Zunächst wurde mir von meinem Chef, Alexander, das "Du“ angeboten, wie hier überall im Unternehmen üblich. Da ist das erste Eis schon mal gebrochen, finde ich. Dann hat er mir erklärt, wie flach die Hierarchien in der gesamten eBay-Familie sind. PayPal ist übrigens eine Tochtergesellschaft von eBay. Hier kann selbst der Praktikant den Geschäftsführer fragen, ob er Lust auf einen Kaffee hat, um sich mal eine Runde zu unterhalten und das Unternehmen besser kennenzulernen. Ich wollte das zunächst nicht so recht glauben. Diese Leute sind doch beschäftigt; und mal ganz ehrlich: Was interessiert den Geschäftsführer der Praktikant. Umso erstaunter stellte ich dann fest, dass ich unserem Geschäftsführer Marketing & Corporate Communications, Dominik Dommick, am Schreibtisch genau gegenüber sitze! Und es gehen auch alle aus dem Team zusammen Mittag essen, falls sie keine andere Verabredung haben.

In den ersten Tagen haben Alexander und ich eine Tour durch die PayPal Büros gemacht, damit ich alle Kollegen kennenlerne. Es war mir fast etwas unangenehm, wie oft ich mit den Worten begrüßt wurde: "Ah, du bist also die lang ersehnte Praktikantin von Alexander!“ Er hatte mir erzählt, dass er lange nach jemand Passendem für die Position gesucht habe. Ich hatte vermutet, er habe das mehr aus Höflichkeit gesagt. Bewerber gibt’s doch schließlich wie Sand am Meer. Nun konnte ich kaum fassen, dass bei solch hohen Anforderungen ausgerechnet ich das Rennen gemacht hatte… Hoffentlich werde ich diesen Erwartungen gerecht… Mein Erstaunen wuchs noch als ich weitere Praktikanten aus anderen Abteilungen kennenlernte. So ziemlich alle scheinen Wirtschaft, Marketing, Informatik oder so studiert zu haben. Ich bin hier wohl einer der wenigen Geisteswissenschaftler auf weiter Flur. Wenn ich bei PayPal jemandem erzähle, dass ich im Bereich Corporate Communications arbeite, ist die nächste Frage meist, ob ich Kommunikation studiert hätte. Hab ich nicht. Muss man das? In den PR-Agenturen, in denen ich war, hab ich kaum jemanden mit PR-Studium angetroffen. Vermutlich auch deswegen, weil es diesen Studiengang noch gar nicht so lange gibt. Und die haben doch auch alle ihren Job gemacht. Ich hab Germanistik, Geschichte und Philosophie studiert. Ich hab ein ausgeprägtes Faible für Sprache, Ideen und ein Händchen für den Umgang mit anderen Menschen. Ich kann sowohl strategisch als auch um drei Ecken denken, und Assoziationen kommen mir auf Knopfdruck. Und ich mach das alles unheimlich gerne. Muss reichen, oder? Wir werden sehen.

Ganz Persönlich:

Mein erstes Tagebuch habe ich mit acht Jahren angefangen zu schreiben. Meine Eltern hatten es mir aus Paris mitgebracht. Den Einband zierte eine Barbie, und die Seiten waren in tiefem Rosa gehalten. Meine Schrift war krakelig, auf einer Seite fanden nur sechs Zeilen Platz, und ich habe ungefähr eine Stunde dazu gebraucht, zwei Seiten zu füllen. Damals dachte ich, das Schreiben würde mir zeitlebens so schwerfallen, und es kam mir nicht in den Sinn, dass es eines Tages mal Bestandteil meines Berufs sein würde.

Mittlerweile habe ich ein Literaturstudium abgeschlossen und bin nun Praktikantin in der Abteilung Corporate Communications bei PayPal Deutschland GmbH. PayPal ist ein Online-Bezahlsystem, mit dem sich Zahlungen im Internet schnell, sicher und einfach vornehmen lassen. Davor war ich in PR-Agenturen, beim Radio und in der Politik. Schreiben ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken, und ich freue mich darauf, die kommenden Monate in dieser Form über mein Praktikum berichten zu dürfen. Es wird bestimmt eine spannende Zeit!

Kontakt: https://twitter.com/KatharinaEbers

https://www.paypal-deutschland.de/presse/start.html

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