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Lena Herrmann veröffentlicht am 30.07.2012 15:45 Uhr in Blog
Von: Lena Herrmann

Real-Time-Olympia - sind die Öffentlich-Rechtlichen schon so weit?

Das erste Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele ist die sportliche Großveranstaltung in London eine "Real-Time"-Veranstaltung. Heißt: Rund um die Uhr können die Zuschauer ihre Lieblingssportart anschauen. Statt im Fernsehen finden die Spiele vor allem im Netz statt. NBC zeigt 3500 Stunden der Olympischen Spiele live, berichtet "Mashable". Der Grund für duie Liveberichterstattung: "Es gibt einer Reihe von Fans, denen die Unmittelbarkeit der Liveberichteratattung wichtig ist", sagt Mark Lazarus, der Chairman der NBC Sports Group.. In Peking waren es nur 2200 Stunden, die von NBC live gesendet wurden. Doch sind auch schon die Öffentlich-Rechtlichen Sender in Deutschland so weit, ihren Zuschauern auch die exotischsten Randsportarten zu zeigen?

Am Wochenende zumindest wiesen die Rundfunkanstalten während ihrer Fernsehübertragung immer wieder darauf hin, dass im Netz bis zu sechs Live-Streams gleichzeitig zu verfolgen sind. Der Selbstversuch zeigt: Es funktioniert. Immer wieder ruckelt es ein bisschen und zwischendurch ist das Bild so pixelig, dass Nummern, Zeiten oder Punktstände nicht zu erkennen sind. Dafür funktioniert der Ton. Das alles allerdings an einem Wochentag nachmittags. Also zu einer Zeit, zu der wahrscheinlich verhältnismäßig wenige Menschen die Sportereignisse verfolgen.

Wer sich im Netz umschaut, der stößt immer wieder auch auf unzufriedene User, die sich über die Qualität des Bildes beschweren, keinen Zugriff auf die Streams haben und monieren, dass der Stream nicht gleichmäßig durchlaufe. Festzustellen bleibt jedoch, dass sowohl ARD als auch ZDF die Sache mit der Internet-Übertragung ernst nehmen. Auf der Startseite ist der Livestream leicht zu finden und beide Sendern präsentieren in einer Übersicht, welche Wettbewerbe gerade parallel live zu sehen sind. Die meisten Übertragungen sind live kommentiert, so dass es sich fast anfühlt wie Olympia vor dem Fernsehgerät. Nur ausführlicher und länger.

Die ARD punktet noch mit einem Liveticker am rechten Rand, der darauf hinweist, welche Ereignisse gerade noch wichtig sind. Beziehungsweise in welchen Sportarten sich neben der angeklickten noch etwas tut. Und immerhin: Das ZDF informiert per Twitter über technsiche Probleme mit dem Stream.

Fazit: Die Olympischen Spiele in London 2012 sind ohne Zweifel "Real-Time"-Games und die Sender verwehren sich nicht dagegen, ihren Zuschauern möglichst unkompliziert die Möglichkeit zu bieten, so viel wie nur irgendwie möglich von dem Sportgroßereignis mitzubekommen. Ob die Deutschen das Angebot auch wahrnehmen und vom TV-Gerät auf den Stream im Netz umschalten, das wird sich wahrscheinlich erst gegen Ende der Spiele zeigen. aus Sicht von ARD und ZDF ist alles dafür bereitgestellt. Auch wenn es qualitativ noch keine Alternativ zur Fernsehübertragung ist.

Schlagworte: Olympia London 2012

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