veröffentlicht am 19.10.2010 11:57 Uhr in
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Von: Frank Zimmer
Schein und Sein: Warum das iPad noch kein Selbstläufer ist
Es klingt äußerst beeindruckend: Apple hat im vergangenen Quartal mehr iPads als Mac-Rechner verkauft: 4,19 Millionen Geräte. Weil das iPad erst im April diesen Jahres eingeführt wurde, gibt es noch keinen Vorjahreswert. Aber einen Vergleich mit dem Vorquartal, an dessen Beginn das neue Apple-Produkt auf den Markt kam. Hier verbuchte der Konzern 3,27 Millionen verkaufte iPads.
Das ist auf den ersten Blick ein stolzer Zuwachs. Die Zahlen scheinen zu bestätigen, was uns die Bilder übernächtigter, aber glücklicher Käufer in rammelvollen Apple-Stores suggeriert haben: das iPad ist ein weltweiter Selbstläufer. Aber so weit ist es noch nicht, das zeigt ein etwas genauerer Blick auf Steve Jobs' Marketing-Kommunikation. Ende Mai brachte Apple das iPad in neun weiteren Ländern auf den Markt, darunter Deutschland, Japan und Großbritannien. Zu diesem Zweitpunkt hatte der Konzern in den USA schon fast zwei Millionen Geräte abgesetzt.
Mit dem Eintritt in das internationale Geschäft verdoppelte sich der Absatzmarkt beinahe. Apples neue iPad-Länder haben nämlich zusammengenommen rund eine halbe Milliarde Einwohner, weitaus mehr als die Vereinigten Staaten. Weitere Märkte sind seitdem dazugekommen. Aber der iPad-Absatz hat sich nicht annäherend so stark entwickelt wie die Zahl der potenziellen Käufer. Die letzte Erfolgsmeldung außerhalb der regulären Quartalsberichterstattung datiert denn auch vom 22. Juni: "Drei Millionen iPads in 80 Tagen verkauft". Gut drei Monate später sind nochmals deutlich über vier Millionen Geräte dazugekommen. Ein ordentliches Ergebnis. Aber noch kein weltweiter Boom und noch lange kein Massenphänomen.
Verstehen wir uns nicht falsch: Das iPad wird seinen Weg machen. In Nischenmärkten und in apple-affinen Zielgruppen vielleicht sogar ziemlich schnell. Aber spätestens im Massenmarkt braucht der Heilsbringer der Medienbranche noch einen sehr langen Atem.
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