veröffentlicht am 23.03.2011 15:00 Uhr in
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Von: Anja Janotta
118000: Für blöd verkauft
Natürlich, es heißt, die Werber und die Werbung verkauften ihre Kunden für blöd. Aber muss man das wirklich wörtlich nehmen? Wenn ich ein Produkt habe, sagen wir eine Telefonauskunft, sagen wir 118000, dann muss ich natürlich meinen Kunden erklären, wie idiotensicher deren Handhabung ist, das ist richtig. Aber muss ich meine Kunden wirklich ansprechen wie Idioten? Wenn ich die Nummer meiner Telefonauskunft bekannt machen will, dann muss ich die Zahlen penetrieren, schon klar. Aber muss ich das so penetrant doof machen wie Daniela Katzenberger?
Nein.
Werbung für eine größtmögliche Zielgruppe bedeutet nicht, dass ich das Niveau aufs bodenlose Absenken muss, damit sich ja auch ein Verbraucher weit unter dem Durchschnitts-IQ da wiederfindet. Nicht, wenn sich ein Großteil der Zielgruppe wegen Fremdschämens abwendet. Nicht, wenn ein Großteil mit Häme reagiert.
Die aktuelle 118000-Werbung ist ja nur eine dieser vielen Kampagnen, die doofe Testimonials vorführen. KIK-Spost mit Verona Pooth (die ja auch mal für 118000 geworben hat), Dieter Bohlen-Spots, Mario Barth-Sprüche für Media Markt, Paris-Hilton-Posen für Rich etc. sind sicherlich nicht für Akademiker kreiert worden. Doch der Einsatz des dümmstmöglichen Testimonials ist gefährlich. Will ich wirklich einen Markenkern für mein Produkt kommunizieren, der "doof" heißt? Will ich wirklich meine Zielgruppe als geistlose Nachläufer ansprechen? Vielleicht mag das auf einen kurzen Zeitraum Aufmerksamkeit generieren, auf einen langen Zeitraum ist die Marke kaputt gewirtschaftet. Dann muss man nämlich auf die Aussage "Ich bin doch nicht blöd." mit der Gegenfrage antworten: "Oder vielleicht doch?"
Schlagworte: Daniela Katzenberger 118000
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