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Rolf Schröter veröffentlicht am 03.02.2010 15:00 Uhr in Blog
Von: Rolf Schröter

Absatz-Einbruch: Alarmstufe Rot für Auto-Marken

Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen sinkt auf ein 20-Jahres-Tief. Fast alle Hersteller verlieren im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Abwrackprämie ist ausgelaufen, der Markt somit gesättigt. Wie kurbelt man die Nachfrage an? Werbung und Absatzförderung allein reichen nicht aus. Vor dem Problem der sinkenden Nachfrage steht jeder Autohersteller. Deshalb muss die Politik (wieder) handeln. Die Autoindustrie ist eine Schlüsselindustrie. Bis 2013 könnten in Deutschland bis zu 240.000 Jobs verloren gehen, hat die Unternehmensberatung A.T. Kearney im Herbst gewarnt. Denn Vorsicht ist geboten: Bereits jetzt kompensieren Auto-Giganten wie Volkswagen die schlechte Binnen-Nachfrage mit steigenden Exporten in Boom-Märkte wie Indien und China. Nur: Das nützt Deutschland nicht.

Die Idee einer staatlichen Prämie von bis zu 5000 Euro für den Kauf eines Elektroautos scheint vom Tisch zu sein. Ohnehin würde sie der Industrie jetzt nicht helfen, weil der Markt für stromgetriebene Fahrzeuge noch nicht reif ist. Verkehrsminister Peter Ramsauer hat jetzt den Vorschlag eines „Wechselkennzeichens“ eingebracht: Wer sich einen umweltfreundlichen Zweitwagen anschafft, soll künftig für zwei Autos nur ein Kennzeichen und damit auch nur eine Versicherungsprämie brauchen. Doch dieser Vorschlag ist vorerst nur ein Gedankenspiel.Tatsächlich braucht die Branche einen Katalysator, eine Maßnahme mit Hebel-Wirkung. Die GfK meldet aktuell: Der Konsum stagniert, die steigende Arbeitslosigkeit und die Angst davor lähmen die Hand am Geldbeutel des Mannes auf der Straße. Es geht also nicht nur darum, den Auto-Abverkauf direkt anzukurbeln, sondern auch die Produktgattung Automobil attraktiv zu machen.

Wenn der Staat nicht hilft, werden die Automarken noch stärker zu Einzelkämpfern und Rampensäuen. Das Rabattniveau hat sich im Januar weiter erhöht, meldet der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Bei den offiziellen Angeboten der Autobauer beträgt mittlerweile der Spitzen-Nachlass für den Peugeot 308 für Privatkunden bei einem Leasingangebot 44,3 Prozent. Im Klartext: Der Wagen wird – ohne Feilschen – fast um die Hälfte billiger angeboten. Der Verdrängungswettbewerb nimmt zu.Solange die Politik nicht handelt, müssen sich die Hersteller entscheiden: Lassen sie sich anstecken von der Rabattitis und verlängern die Preisrutschbahn in den Abgrund, oder halten sie dagegen. Der zweite Weg ist schwerer, aber gesünder.

Für die Werbung bedeutet das: Schluss mit langweiliger, unmutiger Produktpräsentation neuer Modelle und verkopfter Kommunikation zu (umwelt-)technischen Details, denn die setzt der Konsument mittlerweile voraus. Jetzt geht es darum, Lust zu machen auf Auto. Deshalb wirkt zum Beispiel die neue Mercedes-Kampagne für den SLS AMG erfrischend wie eine Dusche nach einem harten Arbeitstag.

Schlagworte: Auto Pkw-Absatz

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