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Petra Schwegler veröffentlicht am 03.08.2010 14:00 Uhr in Blog
Von: Petra Schwegler

Bei Sky läuft Projekt "Galgenfrist" an

Lange kann das mit Sky nicht mehr gut gehen. Da sind sich Branchenbeobachter, Analysten und Medienredakteure durchaus einig. Das Abowachstum stagniert, die Umbenennung vor einem Jahr hat außer neuen Schulden wenig eingebracht. Großaktionär Rupert Murdoch muss nun erneut 340 Millionen Euro nachschießen - und sei es nur, um anstehende Zahlungen von mehr als 225 Millionen Euro für die nächste Saison der wichtigen Bundesliga-Rechte bedienen zu können. Auch wenn der neue CEO Brian Sullivan verkündet: Das Engagement von Murdochs Konzern sei ein deutliches Bekenntnis zu dem Sender, so hat die großzügige Spende doch einen Beigeschmack. Sogar die Bundesliga macht sich um den wichtigsten Rechteabnehmer mittlerweile Sorgen.

Nicht nur, dass das Elend offensichtlich und das von Murdoch geforderte Abo-Wachstum minimal ist. So erhöht sich die Zahl der Abos im zweiten Quartal um nur 6000 auf 2,47 Millionen - und liegt damit weiter deutlich unter den Erwartungen. Zur Erinnerung: Im ersten Quartal sind nur 1000 neue Kunden dazugekommen. Vielmehr wird seit dem Frühjahr Murdochs Misstrauen ins deutsche Abenteuer immer offensichtlicher: Der glücklose Mark Williams ist nach nicht einmal zwei Jahren durch Murdochs Wunsch-Steuermann Brian Sullivan ersetzt worden. Die Branche reiht Williams jetzt sogar unter die Versager des Krisenmanagements ein. Sullivan schwenkt seit Frühjahr auf einen Kurs ein, der ihm bei BSkyB genützt hat - mehr HD und neue Vertriebskooperationen.

Schwerer wiegt noch die Berufung des Murdoch-Vertrauten Chase Carey in den Aufsichtsrat der glücklosen Pay-TV-AG. Seit Juli ist er im Amt. Es ist offensichtlich, dass Rupert Murdoch mithilfe Careys dem Münchner Team genauer auf die Finger schauen möchte. Klar ist: Eine zweite Pleite mit Pay-TV in Deutschland kann er sich eigentlich nicht erlauben. Mit der erneuten Kapitalspritze - die siebte im Lauf der Geschichte von Sky und Vorgänger Premiere - läuft die Galgenfrist an. Um das ursprüngliche Ziel zu erreichen, bis 2011 profitabel zu werden, müsste Sky zwischen 2,8 und 3,0 Millionen Kunden haben. Bleiben diese in den nächsten Quartalen in weiter Ferne, wird Murdoch den Stecker ziehen müssen. Der Medienmogul ist eigentlich nicht dafür bekannt, dass er in Fässer ohne Boden investiert. Dann lieber ein Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende.

Schlagworte: Rupert Murdoch Sky Premiere Kapitalspritze Bundesliga Mark Willimas Brian Sullivan Chase Carey News Corp

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