veröffentlicht am 31.10.2011 15:59 Uhr in
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Von: Klaus Wieking
Das letzte Opfer der Gaddafis
Es ist noch nicht lange her, da war Muammar al-Gaddafi ein gern gesehener Staatsgast- und –gastgeber. Italiens notorischer Ministerpräsident Berlusconi busselte ihn ab, Kanzler Schröder reiste ebenso zu dem Wüstendikator wie der damalige britische Premier Tony Blair. Dass der einstige Terrorpate Gaddafi und sein dekadenter Clan Libyen wie ihr Privateigentum behandelten, morden und foltern ließen, interessierte im Westen und anderswo niemanden – was zählte (und zählt) sind nicht die Menschen des nordafrikanischen Landes, sondern dessen Ölreserven. Erst als der blutige Politclown offen ankündigte, sein Volk zu massakrieren, schritt die Welt ein.
Ein grotesker Ausläufer des libyschen Bürgerkriegs hat jetzt die Werbewelt erreicht. Vanessa Hessler alias Alice von O2/Telefonica war dumm und ehrlich genug, sich zu ihrer Liebesbeziehung zu einem der Gaddafi-Söhne zu bekennen. Jetzt wurde die Blondine von dem spanischen Telefonkonzern deswegen gefeuert. Ihre Äußerungen zu Libyen und den Gaddafis seien mit den Werten von Telefonica nicht vereinbar, ließ das Unternehmen verlauten. Kaum ist ein Teil des Gaddafi-Clans ausgelöscht und der andere auf der Flucht, rafft der Konzern all seinen Gratismut zusammen und gibt sich empört. An den Paparazzi-Fotos, die Hessler schon vor Jahren turtelnd mit einem Gaddafi-Sohn zeigten, nahm der Konzern seinerzeit keinen Anstoß. Damals war Papa Gaddafi noch hofierter Teil der internationalen Politszene und seine Sprösslinge gern gesehene Mitglieder des internationalen Jet Set, die die aus ihrem Volk herausgepressten Millionen verprassten. Wären sie es heute noch, könnte Alice weiter unbehelligt mit dem Sohn des Diktators rumknutschen. Arme Vanessa – Sie ist das letzte Opfer des Oberst Gaddafi.
Schlagworte: Gaddafi Telefonica Vanessa Hessler Diktator
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