veröffentlicht am 18.05.2010 14:30 Uhr in
Blog
Von: Anja Janotta
Die Absetzung des Herrn Kaiser
Ja, er ist in die Jahre gekommen. Ja, er ist dröge und spießig. Ja, Herr Kaiser hat einem in so manchem pentetrant-peinlichen Spot den Nerv geraubt. Aber trotzdem war er die Krönung. Denn er hat wie kein anderer Seriösität, Verlässlichkeit und Biederkeit eines Produkts verkörpert, das genau diese Werte vermitteln muss: Seriösität, Verlässlichkeit, Biederkeit.
Versicherungen leben zuallererst vom Vertrauen ihrer Kunden, den Vertrauensmann der Kaiser-Treuen jetzt abzusägen ist eigentlich ein Marketing-Selbstmord. 54 Millionen Euro Werbebudget will Ergo ausgeben, um sich als Nachfolgemarke der Hamburg-Mannheimer zu etablieren, um Vertrauen beim Kunden sowie eine echte Kundenbeziehung aufzubauen. Gleichzeitig schicken Sie den Mann in den Ruhestand, der die etablierteste Erkennungsmarke der Branche darstellt und die belastbarste Vertrauens-Beziehung zum Kunden unterhält. Eine Branche wohlgemerkt, die keine abrupten Image-Wechsel verträgt. Seit 1972 ist die Figur schon im Werbefernsehen aktiv, seit 13 Jahren wird sie vom selben Testimonial präsentiert.
Herr Kaiser hat schon komplizierte Versicherungsleistungen erklären müssen, da wird er wohl noch eine neue Marke erklären können? So muss Ergo nun bei Null anfangen und sich mühsam und vor allem teuer das Vertrauen der Kunden erarbeiten. Einen Teil der Werbegelder hätte man sich mit dem alten Testimonial vielleicht sogar sparen können.
Übrigens: Die Debatte um Herrn Kaiser wird auch bei Facebook kräftig disktuiert: www.facebook.de/wuv.
Schlagworte: herr kaiser Hamburg Mannheimer
Kommentieren
Über den Blog
Meinungsfreudig, analytisch, kritisch, polarisierend - hier bloggt die Fachredaktion des Kontakters zu tagesaktuellen Themen aus der Kommunikations- und Werbebranche. Wer eine Meinung zu unserer Meinung hat, betätige bitte die Kommentarfunktion - wir freuen uns auf Sie!
Schlagworte
Blogarchiv
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
International
- Financial Times erwartet 2012 mehr Digital- als Print-Abos von Scheele veröffentlicht um 14:34 Uhr
- Possible übernimmt Mehrheit an russischer Digitalagentur Grape von Scheele veröffentlicht um 12:25 Uhr
- Idee für die Huffington Post gestohlen? von Scheele veröffentlicht um 10:52 Uhr
- 3-D-Fernsehgeräte kein Must-have von Scheele veröffentlicht um 09:43 Uhr
- WPP-Chef Martin Sorrell sieht großes Potenzial in Myanmar von Scheele veröffentlicht um 08:07 Uhr
