veröffentlicht am 04.05.2010 12:00 Uhr in
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Von: Lena Herrmann
Die neue Burger King-Kampagne: Klaut sich Heimat die eigenen Ideen?
Die ersten beiden Spots für den Burgerbrater Burger King aus der Feder von Heimat sind on air. Und die Handschrift der neuen Agentur ist unverkennbar. Bereits für den Kunden Hornbach hat Heimat ein nicht ganz unähnliches Konzept entwickelt: Im Mittelpunkt steht nicht das Produkt sondern der Protagonist des Spots. Dazu werden gewaltige, pathetische Bilder gereicht. Intensive, auf das erste Hören nicht immer verständliche Worte, treffen auf ungewöhnliche und interessante Menschen. Emotionen stehen im Vordergrund.
Hätte eine andere Agentur die Burger-King-Spots in diesem Stil realisiert, wäre ihr augenblicklich vorgeworfen worden, zu nah am Hornbach-Konzept zu sein und den Wettbewerber zu kopieren. Jetzt ist es aber so, dass Heimat sich und seine Kreation offenbar selber zitiert. Geht das so einfach? Oder hat der Kunde das Recht, etwas ganz Eigenes zu bekommen? Klar, an dieser Stelle kann jeder einwenden, dass sich beispielsweise Yoghurt-Werbung auch immer wieder ähnelt. Aber in diesem Fall sprechen wir von zwei komplett unterschiedlichen Dingen. Von Burgern und von Baumärkten nämlich.
Vielleicht ist Heimat aber auch gerade dabei, eine eigene kreative Stilrichtung, eine eigene kreative Handschrift und Sprache zu entwickeln, wegen der sich die Kunden künftig für die Berliner Agentur entscheiden werden. Vielleicht ist das gar nicht so dumm. Vielmehr kreiert die Agentur einen USP und zitiert sich selbst, bevor es andere tun. Moderat eingesetzt, kann dieses Stilmittel durchaus zum Erfolg führen. Und solange Hornbach auf den Festivals abräumt, solange steht die Art und Weise dieser Kommunikation wenig und selten in der Kritik. Umso besser für Kunden wie Burger King, die auf eine ähnliche Handschrift setzen.
Die einzige Gefahr für die Unternehmen, die in die Hornbach-Kerbe schlagen, ist, dass sie es nicht schaffen, an die kreative Hochleistung des Zuerst-Dagewesenen heranzukommen. Denn dann wirkt es schnell wie ein billiger Abklatsch. Und ein eigenes Unternehmens- oder Marken-Profil bleibt auf der Strecke. Gewinner und Nutznießer wäre dann nur noch die Agentur. Darüber muss sich auch Burger King Gedanken machen.
Schlagworte: Burger King Heimat Hornbach
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