veröffentlicht am 08.06.2010 14:11 Uhr in
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Von: Klaus Wieking
Glückhafte Wendung
Während die Metro Group für Kaufhof Galeria noch einen Käufer sucht, hat die Tengelmann-Gruppe den maroden Woolworth-Konzern übernommen und der Investor Nicolas Berggruen den Pleiteriesen Karstadt. Gerettet – zumindest vorerst. Das hätte vor einem Jahr, als die Unternehmen kurz hintereinander implodierten, kaum jemand für möglich erhalten. Nach den Mühen der Insolvenz, drohen jetzt die Mühen der Sanierung.
Für Woolworth und Karstadt müssen schnell tragfähige Konzepte her, die ihr Überleben langfristig sichern. Welche? Woolworth muss sich dringend vom trashigen Auftritt des Kramladens, in dem es irgendwie alles, aber möglichst billig gibt, verabschieden und sich zu einem modernen Discounter wandeln, Karstadt Abschied nehmen vom Universal-Kaufhaus, das alles vorrätig hat, nur nicht so gut wie der Fachmarkt um die Ecke. Heißt: Sortimente verschlanken, Fokussierung aufs Wesentliche, etwa Mode, hochwertige Marken auf die Verkaufsflächen holen – das ist in den vergangenen Jahren zwar schon alles versucht worden, doch ohne die notwendige Konsequenz.
Außerdem müssen beide Unternehmen dringend in ihre Marken investieren, deren Strahlkraft, sagen wir es so, ein bisschen matt geworden ist. Hier muss vor allem Vertrauen aufgebaut werden, es ist ohnehin ein Wunder, mit welcher Duldsamkeit die deutschen Kunden an den Unternehmen festhalten, so dass beide derzeit schwarze Zahlen schreiben, wenn auch nur kleine. Karstadt und Woolworth reloaded – wer hätte das gedacht! Jetzt kommt die Stunde der Sanierer. Und die der Marketer und der Kreativen.
Schlagworte: Berggruen Sanierung Karstadt Woolworth
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