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Lena Herrmann veröffentlicht am 20.02.2012 10:30 Uhr in Blog
Von: Lena Herrmann

Ist die Personalie Vanoni eine gute Entscheidung?

Schon einige Zeit hat es bei Grey gerumpelt und gekracht und offenbar ging es bei den Machtkämpfen am Ende darum, wer dann letzten Endes den Hut nehmen muss. Die Kreativchefs Andreas Henke und Sacha Reeb haben in der Auseinandersetzung innerhalb der Networkagentur den Kürzeren gezogen und mussten nach nur einem Jahr ihre Sachen packen. Beratungschef Christian Hupertz und Gruppen-CEO Uli Veigel stehen als Sieger da.

Doch so ganz einfach ist die Sache wohl nicht, immerhin haben Veigel und Hupertz die beiden Kreativen vor noch nicht allzu langer Zeit geholt. Doch während diese mit dem legendenbildenden Jung von Matt-Ehrgeiz die Agentur wohl zu schnell und zu stürmisch kreativ werden lassen wollten, bewegt sich das Dickschiff Networkagentur einfach langsamer. Das wird heutzutage kritisch und als Makel gesehen. Aber manchen Kunden war das vielleicht auch ganz lieb. Zumindest spiegeln sich die Differenzen innerhalb der Agentur auch bei ein paar schmerzhaften Etatverlusten wider: Unitymedia sprang nach wenigen Monaten ab, Neckermann.de ging ebenfalls nach nur einem Jahr wieder verloren.

Was die Agentur jetzt braucht, ist Ruhe. Das heißt: Keine aufregende Personalie, kein Zeichen nach außern, kein kreativer Lichtblick. Sondern Konsolidierung, Sparprogramm und Sicherheit. Einen teuren Kreativen einzukaufen und Mitarbeiter gleichzeitig zu entlassen, das kommt nicht gut an. Außerdem zählt Roland Vanoni zum Kreis der Vertrauten rund um Veigel. Und: Nach dem Verkauf der eigenen Anteile und die damit einhergehende Umbennung von Atletico in Grey Berlin hat Vanoni kaum mehr eine Perspektive für die Zukunft.

Die Personalie, die nach außen so wenig wie ein Coup wirkt, ist daher das einzig Richtige, was Veigel gerade tun kann. Mit Vanoni hält der den Ball flach, setzt auf Beruhigung und Erholung und gibt der gebeutelten Agentur eine Chance, sich zu konsolidieren, sich wieder auf gesunden Füße zu stellen, Luft zu holen und neu durchzustarten. Das mag in der Öffentlichkeit nicht besonders attraktiv wirken, ist aber ein sutes und sinnvolles Signal nach innen. Und eine neue Perspektive für Vanoni, der in der neuen Rolle zeigen kann, dass er in der Lage ist, die Kreativen eines Networks hinter sich zu bringen und nicht nur gegen die Beratungs-Geschäftsführung aufzuwiegeln.Wenn ihm das gelingt, haben am Ende alle gewonnen. Auch die Kunden, die es der Agentur danken werden.

Schlagworte: Atlertico Roland Vanoni Uli Veigel Christian Hupertz Grey

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