veröffentlicht am 24.11.2010 16:15 Uhr in
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Von: Petra Schwegler
Murdoch hätte bei Sky mal besser in die Bücher geschaut...
Die Vorwürfe sind alt - und zum Teil hat das ehemalige Premiere und jetzige Sky Deutschland sie längst eingeräumt. Dennoch kommt das vorläufige Ende der BaFin-Ermittlung ungelegen und verschreckt einmal mehr gebeutelte Anleger des Krisenunternehmens.
Es ist schlicht peinlich, wenn die hoch offizielle Börsenaufsicht feststellt, dass 2007 und 2008 jeweils mehr als 600.000 Kunden dazu geflunkert worden sind. Für das Unternehmen ebenso wie für die ehemaligen Vorstände Georg Kofler und Michael Börnicke – die übrigens, ebenso wie der einstige Börsenprospekt, mit je 50 Millionen Euro gegen derlei Vorfälle versichert sind. Es ist sogar so peinlich, dass sich der sonst so krisenresistente Ex-Manager Kofler am Mittwochnachmittag zu einer persönlichen Stellungnahme herablässt und wiederholt korrektes Handeln versichert.
Sky will nun den BaFin-Bericht vom Kadi prüfen lassen. So lange hängt das Verfahren in der Schwebe. Auf die ohnehin angeschlagenen Bilanzen hat das Ganze damit erst einmal keine Auswirkungen.
Doch der Knoten könnte sich zuziehen: Hat der BaFin-Bericht Bestand, können künftig auch Klagen auf Schadensersatz diverser Anleger greifen. Bisher sind die Zivilverfahren vor dem Münchner Landgericht überwiegend ins Leere gelaufen. Grund: Den Richtern hat es an Belegen gefehlt, die dem Ex-Premiere gefälschte Abo-Zahlen nachweisen. Außergerichtlich geeinigt hat sich der Konzern aber immer wieder; bisher hat er dafür rund 14,5 Millionen Euro ausgegeben. Auch das vielleicht ein Beleg, dass nicht alles so koscher gelaufen ist.
Egal, wie es auch kommt: Das Anleger-Vertrauen ist dahin. Ein weiterer Image-Schaden bleibt. Und eine erneute Erkenntnis für den heutigen Großgesellschafter Rupert Murdoch: Er hätte vor dem Einstieg bei der Münchner AG Ende 2007 mal genauer in die Bücher schauen sollen....
Schlagworte: BaFin Georg Kofler Michael Börnicke Klagen Sky Premiere
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