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Ralph-Bernhard Pfister veröffentlicht am 21.12.2010 16:45 Uhr in Blog
Von: Ralph-Bernhard Pfister

Neue Erfahrung für Steve Jobs: Der Apfel wird sauer

Eigentlich war das vergangene Jahr für Apple eine einzige Erfolgsgeschichte. Eigentlich. Doch bei genauerem Blick zeigt sich die erste Delle im Apfel.

Standing Ovations der Fachpresse, öffentliche Anbetung durch Verlags-Vorstände, mehr Nachfrage, als man überhaupt produzieren kann: Eigentlich war 2010 eine einzige Erfolgsgeschichte für Apple. Eigentlich. Doch ein genauerer Blick zeigt: Der Apfel hat die erste Delle erlitten. Steve Jobs macht neben den Riesenerfolgen eine Erfahrung, die für sein Unternehmen eine Weile zurückliegt: Er läuft auf einmal gegen Wände.

Dabei geht es gar nicht mal um „Antennagate“, wie die Empfangsprobleme beim iPhone 4 zusammengefasst wurden. Bedeutender sind andere Hindernisse, die das seit Einführung des iPod so elegant dahingleitende Apple stolpern lassen: Player wie Medienhäuser und Agenturen, aber auch Telekommunikationskonzerne leisten auf einmal Widerstand. Die Diskussion um die Bedingungen, zu denen Medien ihre Angebote digital auf dem iPad verteilen können, ist noch lange nicht vorbei. Verlage werden an der Hoheit über die Kundendaten verbissen festhalten wollen.

Bei dem mobilen Werbeangebot iAd zeigten sich ähnliche Hürden: Agenturen und Werbungtreibende schlucken die Bedingungen nicht einfach, fragen nach konkreten Mehrwerten. Und den zwischenzeitlichen Versuchsballon, nicht nur iPhones, sondern auch SIM-Karten anzubieten, brachten die Telekommunikationsriesen schnell zum Platzen.

Diese verschiedenen Felder vereint etwas: Widerstand gegen einen Player, dessen Dominanz und Angewohnheit, Bedingungen zu diktieren, auf einmal als Problem, gar als Bedrohung wahrgenommen werden. Teil dessen ist der normale Prozess, der auch Google widerfahren ist: Je größer eine Marke wird, desto größer werden die potenziellen Widerstände.

Bei Apple kann das aber das Image ins Wanken bringen: Die Zeit des nerdigen Underdogs ist lange vorbei, doch nun gerät das Bild der hippen Trendmarke in Gefahr. Das Unternehmen sollte sich nicht allein auf Jobs’ (zugegeben mehr als beachtliches) Charisma verlassen, um zu verhindern, dass sich stattdessen das Image als Tech-Diktator ausformt. Sonst findet sich Cupertino am Ende auf der falschen Seite seines epochalen Spots von 1984 wieder.

Und das kann dann – Microsofts Windows Phone 7 zeigt es – zum Problem bei den Endkunden werden.

Schlagworte: Apple iPad Google Steve Jobs

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