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Petra Schwegler veröffentlicht am 09.02.2010 15:40 Uhr in Blog
Von: Petra Schwegler

Sat.1 ohne News – das wird nicht passieren!

Gerne bemühen Medienwächter und Länder in der Diskussion um die Zukunft von N24 bzw. die Zukunft der Nachrichten bei ProSiebenSat.1 den Rundfunkstaatsvertrag. Dort soll – so der Wunsch der Medienpolitik, bitteschön! – ein neuer Passus hin. Dieser soll klar regeln, was die Medienaufsicht bei privaten TV-Mandanten unter Nachrichten versteht. Die Angst geht um, dass unter den Bürgern die Vermeider des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zu kurz kommen, wenn im stattdessen bevorzugten Kommerz-TV die News auch noch verschwinden.

Doch hier gilt es erst einmal nachzuschlagen, was frühere Medienaufseher und Länderchefs als Auftrag für Vollprogramme wie Sat.1 im Staatsvertrag überhaupt verankert haben. Und siehe da, unter Paragraph 2, Absatz 14: Unter "Information“ fallen Nachrichten und Zeitgeschehen, politische Information, Wirtschaft, Auslandsberichte, Religiöses, Sport, Regionales, Gesellschaftliches, Service und Zeitgeschichtliches. Über die Art der Beiträge steht dort nichts. Damit steht fest: Die bereits jetzt per Staatsvertrag verankerten Info-Wünsche an die Kommerziellen erfüllen diese TV-Stationen längst.

Freilich ist RTLs "Explosiv“ dabei frecher und boulevardesker als das "Auslandsjournal“ im ZDF. Auch die bei Sat.1 und RTL vorgeschriebenen Regionalfenster bringen sicher mehr Buntes aus den verschiedenen Landesteilen als etwa die Dritten Programme der ARD. Doch es käme sicher kein Landesvater oder Medienwächter auf die Idee, Springer zu diktieren, die "Bild“ künftig nur noch im "FAZ“-Stil zu bestücken. Die kommerziellen Medien sind darauf angewiesen, dass sie sich durch die Aufbereitung ihrer Magazine, Beiträge oder Reportagen unterscheiden und so den jeweiligen Käufer, Zuschauer sowie Nutzer finden. Auf diese Formate – sie zählen ja laut Staatsvertrag zur Information – wird ein Vollprogramm wie Sat.1 auch in Zukunft nicht verzichten. Machen sie doch einen Teil des Senderprofils aus.

Um noch einmal zum konkreten Fall von N24 zu kommen: Der Berliner Sender ist ein Vorzeigeprojekt der ProSiebenSat.1-Gruppe aus wirklich fetten Fernsehjahren. Lange ist das her; manch einen Werbekunden von anno dazumal gibt es schlicht nicht mehr. Wenn ProSiebenSat.1 heute eine kostengünstigere Lösung oder gar einen Käufer für den defizitären Kanal sucht, dann ist das verständlich – aber noch lange keine Abkehr der gesamten TV-Gruppe vom Info-Gebot.

Schlagworte: N24 Verkauf Sat.1 Staatsvertrag ProSiebenSat.1 Nachrichten RTL

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