• zur Navigation
  • zum Inhalt
Kontakter
  • Nachrichten
  • Veranstaltungen
  • Kampagnen
  • Karriere & Job
  • Leute
  • Video
  • Shop
  • Abo
Kontakter
  • International
  • Blog
  • Home •
  • RSS •
  • Newsletter

Login Registrieren

 

Ralph-Bernhard Pfister veröffentlicht am 07.10.2011 09:30 Uhr in Blog
Von: Ralph-Bernhard Pfister

Siri oder das Riesen-Feature, das Apples iPhone nicht mal braucht

Nach der iPhone-Präsentation am 4. Oktober war bei Fanboys, Experten und solchen, die letzteres gern wären, die Enttäuschung in Sachen Apple groß. Kein iPhone 5, kein neues Gehäuse, kein breiteres Display, kein integriertes Lichtschwert.

Und weiter?

Wer sich an der fehlenden 5 auf dem Rücken der bekannten Optik festbeißt, übersieht das Wesentliche. Wer über das iPhone 4S lacht, hat über die Implikationen von Siri und ein paar anderer Dinge nicht nachgedacht.

Siri wird von manchen lapidar als Sprachsteuerung abgetan. Untertreibung ist ein zu mildes Wort für diese Einschätzung. Denn Siri ist die Enkeltochter von HAL9000. Eine persönliche Assistentin, die gesprochene Fragen beantwortet und Anweisungen ausführt. Werfen Sie einen Blick auf das iPhone-Video ab 00:45. (Auch gut dafür: Ein Blick in die Apple-Keynote ab 73:25.)

Siri soll Fragen und Anweisungen "verstehen", nicht nur bestimmte Phrasen. Denken Sie darüber nach, was die gezeigten Szenen bedeuten. Siri weiß, wer ich bin, wer meine Freunde und Kollegen sind, wo ich arbeite, wo ich wohne und wo ich gerade bin.

Immer. (Netz vorausgesetzt.) Und Siri lernt.

(Die Stille, die sie gerade hören, wird von den für ein paar Schläge aussetzenden Herzen bundesdeutscher Datenschützer verursacht. Apple wird allerdings kaum daran scheitern, einen vernünftigen Opt-In aufzusetzen.)

Siri passt perfekt in die Apple-Logik: Sie (offiziell es, aber das klingt irgendwie dämlich) macht es dem Nutzer so simpel wie möglich – so verdammt einfach. Nach der Entfernung der Maus durch den Touchscreen rückt der Nutzer so noch näher ans Gerät. Nicht umständlich Adressen in Maps tippen oder Suchfelder ausfüllen – bloß fragen.

Auf der Suche nach dem Ort des nächsten Termins? Siri, zeig mir, wie ich da hinkomme. Hunger und Lust, ein neues Lokal auszuprobieren?Siri, zeig mir ein gutes Restaurant in der Nähe.SMS, Mails, Kalender-Einträge. Kann das Ding vorlesen, im Diktat annehmen, koordinieren.

Was interessiert es mich, ob das Display einen Zentimeter breiter ist, wenn ich das Handy gar nicht in die Hand nehmen muss?

Siri ist vom Konzept her die perfekte Sekretärin – mit dem kleinen Haken, dass nicht ganz klar ist, ob sie wirklich nur für einen selbst arbeitet.

Denn wer legt denn fest, aus welchen Quellen Siri meine Fragen beantwortet? Apple. Cupertino formt den Entscheidungsraum vor. Und nichts hindert sie daran, das Modell auszubauen: Couponing-Anbieter, Läden, Freizeitangebote – wenn ich einfach nur fragen muss, ist der Weg noch kürzer als ein Klick auf die App. Und: Ein lernender, stets aufmerksamer Assistent erlaubt in der Theorie den Aufbau von Nutzerprofilen in einer Tiefe, von der Facebook momentan nur träumen kann.

Wenn Siri also wie vorgesehen funktioniert und auch angenommen wird – das wird der Job des Marketing sein, es gibt nicht ohne Grund bereits jetzt mehrere Varianten des Siri-Spots – dann hat die persönliche Assistentin das Potenzial zu dem Riesenfeature, das Experten in einem neuen Gehäuse gesehen hätten. Ausgemacht ist das natürlich noch nicht.

Aber, jetzt kommt der eigentliche Skandal, Apple braucht überhaupt kein Killer-Feature.

Klar, es wurde der große Wurf herbeigeredet und -geschrieben. Von anderen, nicht von Apple. Vom nötigen Befreiungsschlag gegen die Android-Armee war die Rede. Jetzt vom bröckelnden Ruhm, dem Ende des Hype, dem Beginn des Abstiegs. Jetzt schon von einigen in Zusammenhang gebracht mit dem Tod von Steve Jobs, was ich nicht weiter kommentieren werde.

Mal der Reihe nach: Das iPhone 4 ist Apples bestverkauftes Modell bislang. Samsungs Galaxy S II, wohl der erfolgreichste Konkurrent, hat letztens stolz verkündet, seit Markteinführung 10 Millionen Stück verkauft zu haben. Toll. Nur: Apple verkauft 20 Millionen iPhone-4-Modelle – pro Quartal. Tendenz steigend.

Die Leute hören jetzt sicherlich nicht auf, das iPhone zu kaufen, weil keine 5 hinten drauf steht oder es immer noch das gleiche Gehäuse aufweist. Gut, letzteres finde ich persönlich schade, weil mir das 4er Gehäuse nicht besonders gefällt. Ich finde die Form des 3GS schöner. (Viele andere Smartphonehersteller sehen das offenbar auch so.) Aber in den Läden liegenbleiben wird das 4S nicht, sondern genauso vom Fließband runter verkauft werden wie die Vorgänger.

Ja, der Aktienkurs ist zwischenzeitlich um fünf Prozent eingebrochen. Mal davon abgesehen, dass sich durchaus fragen lässt, ob Apple nicht eh trotzdem überbewertet ist: Wir wissen ja, dass Börsianer und Analysten immer rational und überlegt handeln und grundsätzlich nur richtige Entscheidungen treffen. (Ironie aus.)

Es ist nicht so, als wäre Apple am Ende. Dass die Traummarktanteile mit immer mehr Konkurrenz im Markt nicht zu halten sind, ist klar. Dass Android iOS deutlich überholt hat, wenn man nur die Smartphone-OS-Verteilung betrachtet, ist auch richtig. Aber bei seinen Zahlen kann Apple bislang ganz gut mit der Android-Konkurrenz leben.

Das iPhone 4S schließt technisch die Lücke zu einigen Androids und hat mit Siri, der iCloud und iOS 5 ein paar interessante Karten im Ärmel. Gerade die iCloud: Es gibt einen Grund, dass Apple die Zahl von 250 Millionen iOS-Geräten präsentiert. Und der liegt nicht nur darin, dass es die größte Zahl ist, die sie zeigen können. Es zeigt die Schlagrichtung auf: Ein Ökosystem mit verschiedenen Zugangsgeräten, die vernetzt sind und vernetzt funktionieren. Auf verschiedenen Geräten am gleichen Projekt weiter arbeiten, den gleichen Film weiter sehen, das gleiche Buch lesen – so einfach wie möglich.

Statt der geweissagten Low-Budget-iPhones gab es neue Preispunkte für die alten Modelle. Auch das ist überlegter, als mancher denkt. Günstigere Geräte können weitere Käuferschichten erschließen und sich mit Androids anlegen – ohne dass ein abgespecktes, gegen sie schlecht aussehendes iPhone die Marke schädigt. Schließlich handelt es sich ja um ein altes Gerät. Was hätte man denn bei neuen bitte weglassen sollen, ohne sie zu brutal zu kastrieren? Speicherplatz? Retina-Display? Voilà – 3GS.

Wer dabei nur an die westlichen Märkte denkt, springt mental zu kurz. Es gibt einen Grund dafür, warum Cook als erstes von den neuen Stores in China erzählt hat. Der besteht nicht darin, dass er jubelnde Menschen zeigen wollte. Da hätte er auch nach Hamburg gehen können.

Und was das Ende des Hypes angeht: Wie viel haben Sie denn im Vergleich über das Anfang kommender Woche präsentierte neue Nexus gelesen?

Ich nehme in den Kommentaren übrigens noch Wetten an, wann die Gerüchteküche in Sachen iPhone 5 wieder zu brodeln beginnt.

Schlagworte: 4S Siri Assistent iCloud Tim Cook Keynote Cupertino Android Apple iPhone iOS

Kommentieren

Wir freuen uns werktäglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr über Ihre Kommentare.
 Ich habe die Netiquette gelesen und erkläre mich damit einverstanden.*
* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht
Kontakter
kontakter
  • Aktuelle Ausgabe
  • Abo
  • E-Paper
  • Mobile

Autoren

  • Frank Zimmer
  • Frauke Schobelt
  • Anja Janotta
  • Lena Herrmann
  • Thomas Nötting
  • Rolf Schröter
  • Ulrike App
  • Jochen Kalka
  • Klaus Wieking
  • Markus Weber
  • Manuela Pauker
  • Leif Pellikan
  • Kay Städele
  • Conrad Breyer
  • Petra Schwegler
  • Katharina-Viktoria Drexler
  • Julia Kloft
  • Judith Pfannenmüller
  • Gregory Lipinski
  • Florian Zettel
  • Ralph-Bernhard Pfister
  • Lisa Priller-Gebhardt
  • Susanne Herrmann
  • Linda Ross
  • Jan-Philipp Schlecht
  • Franziska Mozart

Über den Blog

Meinungsfreudig, analytisch, kritisch, polarisierend - hier bloggt die Fachredaktion des Kontakters zu tagesaktuellen Themen aus der Kommunikations- und Werbebranche. Wer eine Meinung zu unserer Meinung hat, betätige bitte die Kommentarfunktion - wir freuen uns auf Sie!

Schlagworte

Jung von Matt iPad Apple Kempertrautmann ARD iPhone Google Social Media ZDF Springer RTL Armin Jochum DDB ProSiebenSat.1 Spiegel Facebook Video GWA Amir Kassaei Stern Sky Steve Jobs Thomas Strerath Burda Bild Opel Lukas Lindemann Rosinski App Ogilvy & Mather Focus

Blogarchiv

  • Mai 2012
  • April 2012
  • März 2012
  • Februar 2012
  • Dezember 2011
  • November 2011
  • Oktober 2011
  • September 2011
  • August 2011
  • Juli 2011
  • Juni 2011
  • Mai 2011
  • April 2011
  • März 2011
  • Februar 2011
  • Dezember 2010
  • November 2010
  • Oktober 2010
  • September 2010
  • August 2010
  • Juli 2010
  • Juni 2010
  • Mai 2010
  • April 2010
  • März 2010
  • Februar 2010

International

  • CNN mit niedrigsten Einschaltquoten seit 20 Jahren von Scheele veröffentlicht um 14:34 Uhr
  • Facebook unterliegt im Rechtsstreit gegen Porno-Site von Scheele veröffentlicht um 12:07 Uhr
  • Getty Images prüft möglichen Verkauf oder Börsengang von Scheele veröffentlicht um 11:03 Uhr
  • Britischer Verlag Future meldet Verlust und Umsatzrückgang von Scheele veröffentlicht um 09:52 Uhr
  • Website der Times hat 130.000 Abonnenten von Scheele veröffentlicht um 08:06 Uhr

  • Datenschutz
  • Disclaimer  •
  • Impressum  •
  • Mediadaten  •
  • verlag.wuv.de  •