veröffentlicht am 08.02.2011 13:06 Uhr in
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Von: Lena Herrmann
Warum gibt es nur beim Super Bowl Platz für grandioseTV- Kampagnen?
Haben Sie schon Ihren Favoriten aus den Werbeunterbrechungen des Super Bowls gekürt? Mein ganz persönliches Highlight ist der süße kleine Darth Vader, der mit seinen Kinderhändchen die Welt zu beeindrucken versucht. Und der dann glücklicherweise auf einen Vater stößt, der das versteht und ihm dank seiner Möglichkeiten als Volkswagen-Fahrer diese kleine Freude macht, die dem Kleinen so sehr Herzensangelegenheit ist.
Ein grandioser Spot, der nicht nur eine wunderbare Idee vorweisen kann (Agentur: Deutsch, Los Angeles). Sondern der hervorragend exekutiert und in Szene gesetzt ist. Und der vor allem endlich mal wieder das macht, was den Werbefilmen hierzulande so verloren gegangen ist: Er erzählt mit wenigen Mitteln eine kleine aber leidenschaftliche, fesselnde - ja, fast epische - Geschichte. Großes Kino, das ist der erste und anhaltenden Gedanke.
Schade, dass es dazu das Endspiel zwischen zwei Football-Teams braucht, das hierzulande niemanden interessiert. In den Vereinigten Staaten ist das anders, darum geben sich die Agenturen und Unternehmen aber auch solche Mühe. Die Gelder, die für die kostbaren Werbeminuten ausgegeben werden, sind Jahr für Jahr gigantisch. Doch statt dafür dann an der Kreation zu sparen, legen die Werbungtreibenden einen obendrauf und klotzen. Und zwar richtig.
Aus diesem Grund hat sich das Football-Finale mittlerweile zu einem Schaulaufen der großen Ideen entwickelt. Spots werden eigens für die Werbeunterbrechungen ins Leben gerufen. Und die Frage steht plötzlich im Raum, warum das sonst so selten möglich ist. Warum Commercials, die Geschichten erzählen und nicht nur mit schreienden Claims penetrieren, vor allem bei uns gerade fast nicht mehr zu sehen ist. Selbst das Geschichtenerzähl-Medium par excellence, das Kino, hat nicht Adäquates mehr in seinem Werbeblock vorzuweisen. Können die Kreativen nicht? Wollen die Unternehmen nicht?
Und trotzdem gieren wir alle nach einem Spot wie dem von Volkswagen, wollen wir alle Klein-Darth-Vader beim Zaubern beobachten. Und uns von der Magie einer guten Idee hinwegtragen lassen. Nicht nur in Cannes. Sondern manchmal eben auch abends vor dem Fernsehgerät. Es wird Zeit, dass die Plattform dafür geschaffen und die dann von den Werbungtreibenden angenommen wird.
Schlagworte: Volkswagen Super Bowl
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