veröffentlicht am 12.04.2010 15:00 Uhr in
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Von: Ralph-Bernhard Pfister
Warum Googles CEO Zeitungsverlegern Mut macht
Auf der Jahresversammlung der American Society of News Editors schlug Google-Chef Eric Schmidt sicher nicht nur Freundlichkeit entgegen. Schließlich haben Verlage ein eher gespaltenes Verhältnis zu Google. Dabei hatte Schmidt Aufbauendes zu verkünden: "Qualitätsjournalismus wird triumphieren“, sagte er laut Politico während seiner Rede. Nachrichtentitel hätten ein Problem mit dem Geschäftsmodell, nicht mit den Nachrichten selbst. Neue Technologien sollen den Umsatzquellen Online-Werbung und Abonnement-Modellen nach oben helfen. Neue Technologien, an denen Google arbeitet, versteht sich.
Natürlich sind die Medien für Schmidt kein Gegner. Schließlich produziert der Suchmaschinenriese keine Inhalte, er sortiert und arrangiert sie. Das geht ohne ebenjene Inhalte schlecht. Drohgebärden oder Verweigerungshaltungen einzelner – Rupert Murdoch schießt ja gerade in Sachen Wall Street Journal scharf – lassen Google kalt. Ein Austrocknen der Quellenlage insgesamt ist aber natürlich nicht im Interesse des Konzerns.
Drei wesentliche Empfehlungen aus Googles eigenen Erfahrungen stellte Schmidt vor: Die Personalisierung von Inhalten, die Auslieferung über mobile Geräte und Versuchsläufe neuer Modelle, um schnell an harte Fakten zu kommen.
Das klingt alles nicht revolutionär. Trotzdem sollten Verlage darüber nachdenken. Die Personalisierung des Angebots – das Zuschneiden auf die Interessen des jeweiligen Nutzers – ist ein Kulturbruch im Vergleich zum klassischen Printmodell. Es gibt und gab einzelne Versuche, das auch in Print zu tun – Beispiel Niiu. Die Umsetzung steht noch am Anfang. Hier ist mehr machbar als nur das Einziehen von simplen Filtern. So lassen sich Nutzer auch stärker an Titel binden. Und der Bereitschaft, für Inhalte zu zahlen, dürfte eine wahrgenommen bessere Passform auch förderlich sein.
Zum Trend auf mobile Geräte wurde anderweitig genug gesagt. Der letzte Punkt von Schmidts Vorschlagliste aber ist interessant: Viele Prototypen in den Markt bringen, um Daten zu sammeln. Das heißt, ein Work-in-Progress bereits dem Nutzer zeigen, um ihn und sein Feedback mit einzubinden. Und vor allem: das Risiko eingehen, dass ein Prototyp auch nicht läuft und weitere Arbeit erfordert. Mehr Offenheit dafür wäre tatsächlich wünschenswert.
Schlagworte: Eric Schmidt Verleger ASNE American Society of News Editors Empfehlungen Geschäftsmodell Personalisierung Google
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