veröffentlicht am 08.04.2010 14:23 Uhr in
Blog
Von: Lena Herrmann
Was müssen Agenturen aus der S&J-Pleite lernen?
Kaum hat Springer & Jacoby Insolvenz angemeldet, schon häufen sich die Meinungen und Spekulationen, wer oder welche Umstände an der Pleite der Agentur Schuld sind. Hat die Internationalisierung der einstigen Vorzeigeagentur geschadet, wurden gravierende Management-Fehler begangen? Hat die Agentur den Übergang von der klassischen Werbung in den 80er und 90er Jahren zum integrierten Arbeiten heute verschlafen? War die Ausrichtung auf den Hauptkunden Mercedes-Benz so groß, dass der Etatverlust der Agentur automatisch das Genick brechen musste? Oder sind das einfach die Gesetze des Marktes, dass gute und kreative Agenturen kommen und gehen?
Wahrscheinlich spielen alle Faktoren und noch eine Vielzahl weiterer eine Rolle. Doch vielmehr als das Ende der einstigen Kreativschmiede, sollten aktuelle Agenturchefs die Glanzzeit der Agentur im Blick haben. Denn erst mit dem definitven Ableben der Agentur zeigt sich, was auch in den letzten Jahren des Niedergangs nicht zerstört werden konnte: Der Mythos der Agentur. Die Marke Springer & Jacoby. Die Kondolenzseiten im Internet mit trauernden Ex-Mitarbeitern zeigen genauso wie bei Xing der rege Anstieg der Gruppe "Ehemalige S&Jler": Obwohl S&J zuletzt nur noch eine müde dahin dümpelnde Agentur gewesen ist, bekommen sowohl Marketingmanager als auch Werber immer noch glänzende Augen beim Namen der einstigen Kreativagentur.
Das für die eigene Agentur zu schaffen, vielleicht sogar einen ehrwürdigen Nachfolger für S&J entstehen zu lassen, das sollte der Ansporn der vielen Kreativchefs hierzulande sein. Potenzial dafür gibt es durchaus. Aber wer sich über die Werbebranche hinaus einen legendären Namen schaffen will, der muss mehr abliefern, als einfach nur gute Kreation. Der muss Werbung schaffen, die Zeichen setzt, die unverwechselbar ist und die nicht in der Menge der Kampagnen untergeht. Dazu gilt es, unangepasst zu sein und Themen zu besetzen, die für den Markt wirklich relevant und aufsehenerregend sind. Gleichzeitig kann das nur erreichen, wer auch nach innen einen Unternehmensphilosophie schafft, die es den Mitarbeitern erlaubt, sich als Teil eines Großen und Ganzen, als Teil einer Mission zu fühlen. In Zeichen immer knapper werdender Budgets und eines knallharten Verdrängungskampfes ist nichts anstrengender und härter. Führt aber dazu, im Markt wahrgenommen zu werden. Und welcher Marketingleiter arbeitet nicht gerne mit einer Agentur zusammen, bei deren Namensnennung jeder glänzende Augen bekommt?
Schlagworte: Springer & Jacoby
Kommentieren
Über den Blog
Meinungsfreudig, analytisch, kritisch, polarisierend - hier bloggt die Fachredaktion des Kontakters zu tagesaktuellen Themen aus der Kommunikations- und Werbebranche. Wer eine Meinung zu unserer Meinung hat, betätige bitte die Kommentarfunktion - wir freuen uns auf Sie!
Schlagworte
Blogarchiv
- Mai 2012
- April 2012
- März 2012
- Februar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
International
- CNN mit niedrigsten Einschaltquoten seit 20 Jahren von Scheele veröffentlicht um 14:34 Uhr
- Facebook unterliegt im Rechtsstreit gegen Porno-Site von Scheele veröffentlicht um 12:07 Uhr
- Getty Images prüft möglichen Verkauf oder Börsengang von Scheele veröffentlicht um 11:03 Uhr
- Britischer Verlag Future meldet Verlust und Umsatzrückgang von Scheele veröffentlicht um 09:52 Uhr
- Website der Times hat 130.000 Abonnenten von Scheele veröffentlicht um 08:06 Uhr
